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Schlosslichtspiele in Karlsruhe: Eyal Gever und Urbanscreen entwickeln Projection Mappings

Schloss KarlsruheSchloss KarlsruheDer künstlerische Schwerpunkt der Schlosslichtspiele in Karlsruhe (3. August bis 10. September), liegt 2017 auf neuen Formen von Architektur, an der Schnittstelle von digitaler und realer Architektur. In Fächerstadt sind Stars der internationalen Architektenszene zu Gast, die digitale Projektion und analoge Kunst virtuos miteinander verschränken: Das Architektenduo Hani Rashid/ Lise Anne Couture (Asymptote), das Studio der Pritzker-Preisträgerin Zaha Hadid sowie der amerikanische Goldene Löwe von Venedig-Preisträger Greg Lynn.

Die Künstlerauswahl wird von Eyal Gever, einem israelischen 3D-Artist und Designer und dem Bremer Künstlerkollektiv Urbanscreen komplettiert. Auch die ungarische Künstlergruppe Maxin10sity entwickelt eine neue Show. Insgesamt hat der Kurator der Event Peter Weibel sechs international renommierte KünstlerInnen und Künstlergruppen eingeladen, die Fassade des Schlosses mit herausragenden Projection Mappings zum Strahlen zu bringen. Gemeinsam mit der Karlsruhe Event GmbH gestaltet das ZKM das Großevent 2017 bereits in der dritten Spielzeit.

Der israelische 3D-Künstler Eyal Gever wird mit seinem Projection Mapping Cleansing (Reinigen) die Fassade des Karlsruher Schlosses fluten. Das Schloss versinkt unter gewaltigen Wassermassen und wird sprichwörtlich von den Fluten davongespült: „Ich verfolge die Nachrichtenlage mit glühendem Eifer. Leider muss ich feststellen, dass sie bestimmt ist von Berichten über Krieg, Terror und Naturkatastrophen. Die Erfahrung dieser kataklystischen Extreme erinnern mich Tag für Tag an die Schönheit und Zerbrechlichkeit unseres menschlichen Lebens auf diesem Planeten. Das hat mich dazu bewogen, meine Arbeit Cleansing zu konzipieren: Das Karlsruher Schloss wird einer Art Reinigungsprozess unterworfen, mit dem Versprechen, einen Neuanfang möglich zu machen,” sagt (Eyal Gever)

Das Bremer Künstlerkollektiv Urbanscreen nimmt als Ausgangspunkt ihrer Arbeit „inhomogeneous“ (Ungleichförmig) die spannungsreiche Gegenüberstellung architektonischer Form- und Gestaltungsprinzipien. Die klassizistische Architektur des Karlsruher Schloss wird in ihre Grundelemente zerlegt, die gleichzeitig als kleinste Einheit einer jeden grafischen Komposition gelten können: Punkt, Linie und Fläche. Die Auflösung und Abstraktion der bestehenden Gebäudestruktur ermöglicht eine Neuinterpretation der Fassade – von einfachen grafischen Transformationen bis hin zu komplexen, möglichen und unmöglichen virtuellen Architekturen.

„Anders als im bildschirmbasierten Bewegtbild spielen die Faktoren Ort und Zeit beim Projection Mapping eine zentrale Rolle: Bewegung geschieht immer in Relation mit einem realen Ort – der Architektur. Beim Karlsruher Schloss kann diese Verbindung aufgrund der eindrucksvollen Größe und den Entfernungen, die in der Animation überbrückt werden, besonders gut als Taktgeber für die Entwicklung verschiedener Zustände der Architektur eingesetzt werden. Wir simulieren eine Evolution des Gebäudes, die nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich geordnet ist,“ so Urbanscreen.

www.schlosslichtspiele.info

Zu den KünstlerInnen

Eyal Gever (* 1970) arbeitet nunmehr seit beinahe zwanzig Jahren an der Entwicklung von 3D-Technologien. An der Schnittstelle von Kunst und Technologie entwickelt er Computersimulationen extremer Ereignisse. Diese Simulationen verwandelt er mittels 3D-Druckverfahren in innovative physische Skulpturen.

Gever ist ein Visionär der „cutting-edge-technologies“, er hat zahlreiche Auszeichnungen für seine Innovationen in den Bereichen Multimediadesign und -technologie erhalten. Gever hat an der renommierten Bezalel Academy of the Arts and Design in Jerusalem studiert. 2014 machte die National Aeronautics and Space Administration (NASA) Gever das Angebot, der erste Künstler zu sein, der Kunst im Weltraum schafft. Die U.S. Space Agency hat einen neuen 3D-Drucker entwickelt, der bei Schwerelosigkeit arbeitet und im Oktober 2014 zur Internationalen Raumstation geschickt wurde. Gevers Kunst im All wurde auf der Internationalen Raumstation und im September 2015 enthüllt.

URBANSCREEN ist ein Bremer Künsterkollektiv mit dem Schwerpunkt ortsspezifischer Medieninstallationen im öffentlichen Raum. Seit 2005 beschäftigt sich das interdisziplinäre Team aus Architekten, Medienkünstlern, Bühnenbildnern, Musikern und Technikspezialisten mit dem Dialog zwischen Videokunst und urbaner Kommunikation. Die Wurzeln des Künstlerkollektivs liegen in der „Lumentektur“, der passgenauen Bespielung von Objekten mit Videoprojektion. Sie entwickeln Medienskulpturen, virtuelle Bühnenbilder und konzipieren sogenannte „Medienarchitekturen“. Die Arbeiten der Gruppe wurden mit verschiedenen international renommierten Preisen ausgezeichnet: Mit dem Deutschen Lichtdesign Preis in der Kategorie Lichtkunst (2011 und 2015), dem silbernen Art Directors Club Award (2010), einem silbernen Cannes Design Lion (2010) sowie dem MAB16 Award für das Projekt Klubhaus St. Pauli.

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

Fototext: Schloss Karlsruhe

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