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CSD in Mannheim: Mehr Liebe wagen

Farbenfrohe CSD-Parade in MannheimFarbenfrohe CSD-Parade in MannheimVon Aino Siebert

Farbenfroh, laut und schrill präsentierte sich die Gemeinde der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern, kurz LGBT, beim Christopher Street Day (CSD) am 11. August in Mannheim. Hunderttausend Menschen waren in die Quadratenstadt am Rhein und Neckar gekommen, um gemeinsam mit den Paradeteilnehmern fröhlich zu feiern. Schirmherrin des diesjährigen Veranstaltung „Mehr Liebe wagen“ war Bundesjustiz- und Verbraucherschutzministerin Dr. Katarina Barley (SPD). Die Sozialdemokratin begrüßte den Schritt der Bundesregierung hin zur Ehe für alle, die vor einem Jahr am 1. Oktober beschlossen wurde und betonte, dass die Regenbogen-Familie in Deutschland zwar politisch viel erreicht hat, aber viele gesellschaftliche Nachteile noch zu bewältigen sind.

Klare Ansagen

Die dreistündige CSD-Parade mit rund tausend Parade-Teilnehmern startete traditionell mit einer Kundgebung, an der außer Barley auch der Oberbürgermeister (OB) von Mannheim Dr. Peter Kurz (SPD) sowie die OB-Kandidatin in Ludwighafen Jutta Steinruck (SPD), das Gemeinderatsmitglied in Mannheim Dirk Grunert (Die Grünen), der Stadtrat Oliver Priem aus Heidelberg und Harald Blaull - CSD Rhein Neckar e.V. eine Begrüßungsrede hielten. „Love wins“, griff Priem das Motto des diesjährigen CSD auf und sagte: „Ohne Liebe wäre keine positive Entwicklung in der Gesellschaft möglich“.v.l. Harald Blaull - CSD Rhein Neckar, OB-Kandidatin in Ludwighafen Jutta Steinruck, Oberbürgermeister (OB) von Mannheim Dr. Peter Kurz und Bundesmministerin Dr. Katarina Barleyv.l. Harald Blaull - CSD Rhein Neckar, OB-Kandidatin in Ludwighafen Jutta Steinruck, Oberbürgermeister (OB) von Mannheim Dr. Peter Kurz und Bundesmministerin Dr. Katarina Barley

Herzlich begrüßt wurden auch Vertreter aus den Partnerstädten von Mannheim - Klaipéda (Litauen) , Beyoğlu (Türkei), Swansea in Wales (England), Haifa (Israel), Bydgoszcz (Polen) und Chisinău (Republik Moldau), die eingeladen worden waren beim CSD-Demozug teil zu nehmen, denn die vielgestaltigen Freundschaften bilden eine solide Basis für die internationalen Beziehungen.

Anschließend zog die farbenfrohe Umzug durch die Mannheimer Innenstadt. Das Wetter war herrlich und sowohl die Teilnehmer als die Zaungäste am Straßenrand konnten mit vollen Zügen ihren Tag bis zu späten Abendstunden genießen. Die Parade endete am Mannheimer Schloss, wo im Ehrenhof noch kräftig weitergefeiert wurde.

Der nächste CSD in Mannheim findet am 10. August 2019 statt.

Litauens Angst vor der Regenbogen-Gemeinde

So gut wie in Mannheim, bzw. in Deutschland, ist die Situation der Regenbogen-Familie in Litauen nicht gestellt. In der früheren Sowjetrepublik ist die Homosexualität seit 1993 zwar legalisiert, gilt gleichwohl in der katholisch geprägten Gesellschaft als Tabuthema.

Seit 2005 besteht ein Antidiskriminierungsgesetz, das eine Benachteiligung aufgrund sexueller Orientierung verbietet. Doch die Realität sieht anderes aus. Viele Litauer haben Angst vor der Regenbogen-Gemeinde.

In der größten Baltenrepublik ist weder eine gleichgeschlechtliche Ehe noch eine eingetragene Partnerschaft erlaubt. Zudem steht eine gesetzliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare aus. In einem Beschluss des Europäischen Gerichtshofes wurde diese Ungleichheit 2013 im Falle Griechenlands als Verstoß gegen europäisches Gemeinschaftsrecht gewertet.

Seit rund drei Jahren wird im Parlament ein Gesetzentwurf für eine eingetragene Partnerschaft beraten. Der Rechtsausschuss des Parlaments (Seimas) brachte vor, dass die Verfassung dies erlauben würde. Dennoch wurde ein Gesetzentwurf dazu nicht vorgelegt.

Vor acht Jahren wurde die erste Baltic-Pride in Hauptstadt Vilnius organisiert, 300 Menschen kamen, obwohl die Veranstaltung zuerst nicht genehmigt wurde. Erst zwei Tage vor der Demonstration hob das oberste Verwaltungsgericht das Verbot auf. Es kam zu einer Gegendemonstration mit bis dreitausend homophoben Demonstranten. Als die Antagonisten die Parade-Teilnehmer angegriffen haben, wurde die Protestkundgebung von der Polizei aufgelöst.

In Mannheim haben wir während der CSD-Parade die Litauerin Oksana Morar getroffen und sie gefragt, wie erlebt sie die Situation in ihren Heimat. Das Interview mit ihr ist hier zu lesen

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