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Veranstaltung in Eggenstein-Leopoldshafen über Trickdiebe: „Oma, ich brauche Geld“

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Theaterspiel zum Trickdiebstahl Theaterspiel zum Trickdiebstahl Von Aino Siebert

Am 26. Oktober gab die Polizei in Karlsruhe bekannt, dass eine 77-jährige Frau einer Trickdiebin zum Opfer gefallen war. Den Polizeiangaben zufolge klingelte eine rund 30 bis 40 Jahre alte Frau kräftiger Statur am Nachmittag an der Wohnungstür der Seniorin und fragte nach einer angeblich zu vermietenden Wohnung in dem Mehrfamilienhaus. Als die ältere Dame erklärte, sie wüsste nichts über freie Wohnungen im Haus, bat die Täterin ihre Toilette benutzen zu dürfen. Die gutmütige Seniorin ließ die Fremde ein und bemerkte erst später den Verlust ihrer Handtasche mit Bargeld und wichtigen Dokumenten, die auf einer Kommode im Hausflur gelegen war.

Dieses Ereignis ist leider kein Einzelfall. Immer wieder versuchen Trickdiebe in Deutschland sowie in anderen Ländern Europas hilfsbereite Mitmenschen auszunutzen, ihnen dabei nicht nur materiellen Schaden zufügen, sondern sie nachhaltig zu verunsichern, gar ihr Vertrauen in die Menschen zu erschüttern.Teilnehmerin am Theaterspiel aus dem Publikum Teilnehmerin am Theaterspiel aus dem Publikum

Hallo Oma, ich brauch Geld!“ Mit solchen oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger täglich vor allem bei älteren Menschen an und geben sich als Enkel, Verwandte oder gute Bekannte aus, die wegen einer angeblichen Notsituation in Geldnot sind. Gauner nutzen den Überraschungseffekt und setzen ihre Opfer so gekonnt unter Druck, dass viele entgegen besseren Wissens den vom Verbrecher geforderten Geldbetrag fremden Abholern zur Verfügung stellen – überall, so auch in kleinen Gemeinden wie Eggenstein-Leopoldshafen im Landkreis Karlsruhe, wie die örtliche Polizei bestätigte. Dabei hilft den Tätern das Alleinsein der Senioren. Die Wahrscheinlichkeit eines Trickdiebstahles steigt mit dem Lebensalter. 90-jährige sind achtmal mehr betroffen als 65-jährige. Enkel und Kinder kommen nur selten zu Besuch, und die meisten Menschen leben heutzutage anonym. So freuen sich die Omas und Opas über ein Telefonat und merken erst einmal nicht, wie sie ausgenommen werden.

Wenn die Betroffenen später die Situation begreifen, haben es besonderes die älteren Menschen schwer, mit dem Folgen des Abzocke zu kämpfen, oft trauen sie sich auch nicht, sich gegenüber Familienangehörigen oder der Polizei zu öffnen – aus Angst, als dement abgestuft zu werden.

Um ältere Menschen über die kriminelle Gefahren zu sensibilisieren, hat die Gemeindeverwaltung Eggenstein-Leopoldshafen mit Unterstützung von der Sparkassenstiftung „Gutes tun“ beschlossen, sie mit einem Theaterprojekt zu informieren. Auf unterhaltsame Weise wurde das in der Rheinhalle versammelte Publikum über die Maschen der Betrüger und ihre Tricks informiert. Zwei Stuttgarter Schauspieler gaben auch konkrete Tipps, wie man sich bei außergewöhnlichen Anrufen richtig verhält. Vor allem ist wichtig, ein gesundes Misstrauen gegenüber Fremden, auch bei einem Telefonat, nicht zu verlieren und im Zweifelsfall Rat bei vertrauten Personen in der näheren Umgebung oder Familienangehörigen zu suchen.

Da die Betrugsmaschen vielseitig sind – die Phantasie der Gauner kennt keine Grenzen – ist es wichtig zu wissen, dass Polizeibeamte, Feuerwehrleute oder Gemeindemitarbeiter, bzw. Schornsteinfeger, Firmenvertreter wegen Rohrbruch, Zählen-Ableser und ähnliche Personen nie ohne vorherige Anmeldung zu Besuch kommen. Außerdem müssen sie sich an die Tür ausweisen können. Die Polizisten kommen auch nie um Wertgegenstände oder Geld abzuholen, um sie dann für die Betroffenen aufzubewahren. Noch gut zu wissen –Polizeibeamte rufen nie von der Telefonnummer 110 an! Diese Rufnummer ist nur für Bürger eingerichtet, die Notfälle zu melden haben. Wenn ein Anruf von dieser Nummer kommt, ist es besser Telefonhörer gleich aufzulegen. Auch zwingen seriöse Paketzusteller niemanden, fremde Pakete anzunehmen oder gar etwas zu unterschreiben. Alle verdächtigen Vorfälle sollte man bei der Polizei melden.

Die Sparkassen-Vertreterin aus der Abteilung Geldwäsche brachte vor, dass die Bankmitarbeiter bei verdächtigen Abhebungswünschen größerer Geldbeträge für die Kunden gegebenenfalls unangenehme Fragen stellen. Sie bat dazu um Verständnis, denn obwohl jeder Bankkunde selbst für sein Geld verantwortlich ist, möchten auch die Banken, dass derartigen Betrügern, die Enkeltricks benutzen oder sich als Polizeibeamte ausgeben, um an das Geld oder Wertgegenstände ihrer Opfer zu erlangen, das Handwerk gelegt wird.

Gastgeber Bernd Stober freute sich mit Gisela von Renteln an dem regen Interesse an der VeranstaltungGastgeber Bernd Stober freute sich mit Gisela von Renteln an dem regen Interesse an der VeranstaltungDie Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Bernd Stober (Freie Wähler), der persönlich seine Grüße der Anwesenden überreichte und dabei betonte, wie wichtig Sicherheitsgefühl bei der Lebensqualität ist. Gisela von Renteln übermittelte die Grüße der Sparkassenstiftung „Gutes tun“, und Friedrich Jaki stellte die Arbeit des Gemeinde-Seniorenbeirates vor.

Nach dem Theaterstück, in dem auch die drei Seniorinnen aus dem Publikum spontan teilgenahmen, berichteten noch die Polizeihauptkommissare des Polizeipostens Hardt, Johann Daimler und Thomas Schieker von ihrer Arbeit und beantworteten geduldig zusammen mit der Vertreterin der Sparkasse die vielen Fragen der Seniorinnen und Senioren. Ein Präventionsangebot der Polizei finden Sie hier Es gab zudem die Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen – serviert von vielen fleißigen Gemeindemitgliedern - zu einem Gedankenaustausch.

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