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Estland: Miss Estonia als Zuhälterin entlarvt?

Playboy-Cover, mit Laura KõrgemäePlayboy-Cover, mit Laura KõrgemäeMiss World Estonia 2005, Laura Kõrgemäe (31), wurde offensichtlich als Zuhälterin entlarvt. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen. Sie soll über ihre Modellagentur Invidia Agency junge Mädchen an reiche Kunden verkuppelt haben. Die Gerüchte darüber kursieren seit Langem. Ende Oktober wurde die ehemalige Schönheitskönigin angezeigt.

Steile Karriere, buntes Leben

Die steile Karriere der estnischen Schönheit begann im Herbst 2005, als der Fernsehsender Kanal 2 eine neue Sendereihe „Die Misses“ ausstrahlte. Um den Titel „Schönheitskönigin“ kämpften damals zehn Damen. Den Miss-Wettbewerb hat abschließend Laura Kõrgemäe gewonnen, ihre beiden Prinzessinnen waren Kadri Tammoja und Angelica Lebedew. Die Gewinnerin durfte an der Miss World-Show in China teilnehmen. Als Kõrgemäe aus Asien zurück kam, haben die Produzenten der Sendung ihr Sprachtalent gewürdigt, die junge Frau hat die nächsten Ausgaben der Miss-Wahlen moderiert.

Doch parallel zu dem Erfolg wurde bekannt, dass die privaten Beziehungen der gekrönten Grazie alles andere als vorbildlich sind. Zu Wort meldete sich der Lebensgefährte der einstigen Schönheitskönigin, Andreas Eelmäe, der dem Gesellschaftsmagazin „Kroonika“ pikante Details über ihr Zusammenleben zur Protokoll gab und dabei seine Ex-Geliebte eine „Mischlingshündin“ nannte. Das Gespann kannte sich aus Schulzeiten. Kõrgemäe, so Eelmäe, soll ihm mit professionellen Killern gedroht haben und auch selbst gewalttätig gewesen sein. In einem Nachtclub in Tartu sind die Beiden sogar handgreiflich geworden. Später hatte die estnische Schönheit noch Liebesbeziehungen mit dem Spitzenbasketballer Gregor Arbet und dem lettischen NBA-Star Andris Biedriņš.

Nach turbulenten Jahren traf Miss Estonia dann 2010 den bekannten Investbanker Veikko Maripuu. Das Paar gab seine Verlobung bekannt und bekam einen Jungen. Doch schon drei Jahre später war die Liebesidylle zu Ende, Kõrgemäe wurde an der Seite von Erik Karu gesichtet. Erik ist Sohn des Casino-Unternehmers Armin Karu. Die junge Liebe wurde mit einem Verlobungsring gefestigt. Der verlassene Maripuu fand wiederum sein neues Glück bei der Freundin der Ex-Verlobten, Iris Õunapuu.

Gründung der Modellagentur – Zentrum der Zuhälterei?

Ende 2014 gab Laura Kõrgemäe die Eröffnung ihrer Modellagentur Invidia Agency bekannt. Zu den Inhabern gehörte damals neben Erik Karu noch die beste Freundin der Schönheitskönigin, die Schminkkünstlerin Kerstin Koort. Ein Jahr später gehörte Karu ebenso der Vergangenheit an, der Neue war der Fernsehproduzent Hermes Brambat. Den Toyota Premiummarke „Lexus“ des Ex-Verlobten konnte Kõrgemäe angeblich behalten – der jungen Mutter konnte das Leben ohne Wagen nicht zugemutet werden. Doch „Arter“ von der Tageszeitung „Postimees“ berichtet am 27. Oktober, dass die Frau, die sich glamourös präsentiert, mit ihrem sechsjährigen Kind in einer Dreizimmer-Mietwohnung in Tallinn lebt und kein Auto hat. Auch soll NBA-Star Andris Biedriņš nicht ihr Geliebter gewesen sein. Offensichtlich ist Kõrgemäe, die aus einfachen Verhältnissen stammt und sehr früh ihren Vater verlor, eine Meisterin der Täuschung.

Obwohl das bunte Leben der jungen Unternehmerin in Estland bekannt war, wusste niemand, nicht einmal die ihr nahestehenden Menschen, von ihrer Beziehung zu einem in den USA lebenden Millionär, der über Invidia Agency mutmaßlich junge Frauen „mietete“. Die Modellagentur, so „Postimees“, haben Kõrgemäe und Koort mit dem Geld, das sie von den Männern bekommen haben, sozusagen auf dem „juristischen Grund“ die Firma Baltic Kitchen aufgebaut. Ihre Großkunden sind die Großhandelsunternehmen Tridens und Philip Morris Estland, eine Zusammenarbeit gab es mit Eisherstellern Balbiino und Premia sowie mit dem Glücksspielunternehmen Olybet. Auf dem letzten Wochenendfestival in der Kurstadt Pärnu sandte Invidia Agency für Werbezwecke rund 70 Mädchen aufs Feld.

Ehrgeizig und impulsiv

Kõrgemäe soll zwar ehrgeizig und arbeitsam sein, doch gleichzeitig impulsiv. Diplomatie ist für sie ein Fremdwort. Sie kann sich nicht beherrschen und sagt falsche Dinge am falschen Ort. Sie braucht nach Aussagen ihrer Bekannten und Freunde zudem ständig Aufmerksamkeit, will im Mittelpunkt stehen. Die 31-jährige soll auch in mehrere Geldstreitigkeiten verwickelt sein.

Die Wochenzeitung „Eesti Ekspress“ berichtet, dass Laura Kõrgemäe bei der Vermittlung der Frauen ein modernes Geschäftsmodell benutzte. Als die Frau 1986 zur Welt kam, gab es in Sowjetunion „keinen Sex“. Obwohl natürlich vorhanden, gab es intime Beziehungen, Bordelle und Pornozeitschriften offiziell einfach nicht. Deswegen war auch Prostitution nicht strafbar.

Nach der Wiedererlangung der Selbstständigkeit Estlands füllte sich vor allem Tallinn mit Freudenhäusern. Seit 1993 ist Zuhälterei in Estland strafbar. Ein Bordell zu gründen war damals nicht schwierig, man brauchte nur eine Wohnung, wo Telefonanschluss vorhanden war. In einem Zimmer waren die Frauen, im anderen Madame, die Telefonanrufe entgegen nahm und die Prostituierten zu den Kunden schickte. In Edelhäusern, deren Adressen vor allem Taxifahrer wussten, gab es auch an der Bar zu trinken, man konnte für die Dienste mit der Kreditkarte zahlen. 2004 wurde bekannt, dass im Elite Club der Chef der Kunstakademie, Ando Keskküla, mit der Kreditkarte der akademischen Einrichtung seine Rechnung beglich. Den letzten Puff, der noch mit „alten System“ auf der Ristiku Straße funktionierte, hat die Polizei erst vor einem Jahr geschlossen.

Obwohl Kuppelei in Estland strafbar ist, berichtete der Chefermittler an der Präfektur Nord, Ardo Ranne, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen vor zwei Monaten, dass die intimen Dienste in Tallinn auf 165 verschiedenen Adressen angeboten werden.

Kõrgemäe hat bei der angeblichen Zuhälterei ein modernes Unternehmensmodell benutzt. Sie mietete sich nicht in ein Haus oder eine Wohnung ein, wo die Frauen auf die Kundschaft warteten. Über ihre Agentur konnten ganz legal bekannte Unternehmen schöne Mädels „anmieten“, die dann auf offiziellen Veranstaltungen in knapper Kleidung Warenwerbung betrieben haben. Im Schatten des Offiziellen wurden Angebote verbreitet, dass es Männer gibt, die gut für „andere Dienste“ zahlen. Die Werbung für gut bezahlte Intimdienstleistungen wurde unter den Frauen selbst betrieben, Mädchen haben einander empfohlen. So fühlten sie sich auch nicht als Prostituierte. Die Devise lautete: Warum soll ich kostenlos mit jemanden schlafen, wenn ich Geld und schöne Geschenke bekommen kann? Der Name eines Kunden ist schon bekannt geworden: das Immobilienunternehmen I. J. Zandi. Maris Altma behauptet in ihrem Blog, dass „der US-Geschäftsmann megajunge Mädchen haben wollte“. Doch Sex zu kaufen ist in Estland nicht verboten, illegal ist nur Zuhälterei. Allerdings wird Beischlafkauf mit Personen unter 18 Jahren mit dreijähriger Freiheitsstrafe geahndet. (asie/tmich)

Quellen: Arter, Postimees, Eesti Ekspress

Foto: Playboy-Cover mit Bild von Laura Kõrgemäe

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