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Vortragsreihe in Baden: Martin Luther und die deutsche Sprache

Martin Luther (aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren, 1529)Martin Luther (aus der Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren, 1529)Die Stadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt gilt als die Wiege der Reformation. Hier lebte und wirkte der Geistliche Martin Luther (1483-1546), der mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen der Neuorientierung bedeutende Impulse gab. Der Überlieferung nach schlug er am 31. Oktober 1517 seine Thesen an die Tür der Schlosskirche in sogenannten Lutherstadt. Anlässlich dieses kulturhistorisch bedeutsamen Ereignisses wurde durch den damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck am 31. Oktober vergangenen Jahres das Reformationsjubiläum eingeleitet.

Reformation (lateinisch: reformatio „Wiederherstellung, Erneuerung“) bezeichnet im engeren Sinn eine kirchliche Erneuerungsbewegung zwischen 1517 und 1648, die zur Spaltung des westlichen Christentumes in verschiedene Konfessionen wie katholisch und lutherisch führte. Die Neuorientierung wurde in Deutschland überwiegend von Martin Luther, in der Schweiz von Huldrych Zwingli und Johannes Calvin geleitet.

Am Anfang war die Aktion ein Versuch, die römisch-katholische Kirche zu reformieren. Viele Gläubiger waren der Meinung, dass die Kirche falsche Lehren verbreitet und die Religion für ihre eigene Vorteile ausnutzt. Besonders gehasst waren die Ablassbriefe (Nachlass von auferlegten Strafen, die von dem Sünder nach seiner Abkehr noch zu verbüßen sind). Für Luther war die Praxis, durch Ablassbriefe zum Beispiel den Bau des Petersdomes in Rom zu finanzieren, einer der Hauptkritikpunkte an der katholischen Kirche und motivierte ihn letztlich zur Verfassung seiner Thesen. Unter anderem steht im Punkt 33-34: „Der Ablass des Papstes ist keine Gabe Gottes, bei der Menschen mit Gott versöhnt werden, sondern nur eine Vergebung der von der Kirche auferlegten Strafen“. Großen Unmut gab es auch gegen die Korruption, die Käuflichkeit kirchlicher Ämter.

Selbst in Kreisen, die sich mit der deutschen Sprache beschäftigen, leben zahlreiche Missverständnisse über Luthers Wirken auf die deutsche Sprache. Gelegentlich ist zu hören, der Theologieprofessor und Bibelübersetzer habe gar die deutsche Sprache erschaffen. Tatsächlich ist Luthers Schaffen ein wichtiger – und spannender – Moment in der Geschichte unserer Sprache, die aber deutlich älter als Luther ist. (VDS/asie/tmich)

Die Vortragsreihe ist für alle Menschen, die sich für die deutsche Sprache und deren Geschichte neugierig sind, von Interesse.

Folgende Fragen werden in den Vorträgen behandelt:

–    Was geschah eigentlich zwischen 1517 und 1530?
–    Warum hatte Luther, die zentrale Persönlichkeit der Reformation, diesen Erfolg?
Welche Rolle spielten die neuen Medien?
Worin bestanden Luthers Übersetzungsleistungen?
Welche langfristige Auswirkungen auf Sprache, Politik und Gesellschaft gab es?


 



Der Referent:

Dr. Reiner Pogarell ist Vorstandsmitglied des Vereines Deutsche Sprache (VDS), Germanist und Linguist und betätigt sich seit vielen Jahren aktiv im Predigtvorbereitungskreis der evangelischen Kirchengemeinde Paderborn. Er publizierte zu Luther und zahlreichen anderen Fragen der deutschen Sprachgeschichte.

Termine:

Donnerstag 8. Juni 2017 19:30 Uhr im Gasthaus Brandeck (Nebenraum), Zeller Straße 44, 77654 Offenburg

Freitag 9. Juni 2017 19:30 Uhr im Café Pagodenburg (Nebenraum), Kapellenstraße 34, 76437 Rastatt

Foto: © Wikipedia

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