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Stuttgart: Erholung, die keine ist

 

Müll-Hinterlassenschaften im NaherholungsgebietDer Max Eyth-See im Stuttgarter Stadtteil Hofen gehört zu den großen Anziehungspunkten für Vogelkundler und Erholungssuchende, denn zahlreiche Wasservögel leben hier in großen Scharen und sind so sehr an die Menschen gewöhnt, dass sie vor Spaziergängern nicht fliehen. Die Zutraulichkeit der Tiere macht selbst auf dem Wasser nicht halt, denn nicht nur laden die großen Wiesenflächen zum Lagern ein, der See selbst ist auch ein beliebtes Areal für Angler sowie Segel-, Ruder- und Tretbootkapitäne.

Dennoch es gibt eine große Zahl von Zeitgenossen, die es mit gesellschaftlichen Regeln und der Sauberkeit nicht allzu ernst nehmen. Was in der Stuttgarter Innenstadt der Feinstaub ist, wabert über den weitläufigen Wiesen um den Max Eyth-See in Form von Rauch aus zahlreichen Grills und Wasserpfeifen. Manche Feuerstellen sind am Boden wild angelegt und hinterlassen folglich Brandnarben. An Schönwetterwochenenden, wenn die Durchgangsstraße entlang der Stadtbahn einseitig dicht zugeparkt ist und die Stadtbahnfahrer an den Übergängen gut aufpassen müssen, kann man bald nicht mehr von Erholung reden. Die Wiesen sind übervölkert, großteils von Zugewanderten, und wo niemand lagert, muss man wiederum aufpassen, nicht mit Fußbällen getroffen zu werden. Das Wochenend-Radfahrverbot auf den Wegen wird ebenfalls großzügig missachtet.

Das Schlimmste ist aber der Müll: allerorten liegt er auf den Wiesen herum, und um die wenigen vorhandenen, stets überlaufenden Behälter häufen sich die Plastiktüten mit Essensresten, Verpackungsabfällen und Flaschen sowie ausgebrannte Einweggrills. Abfalltrennung? Schlicht unmöglich. Die Entsorgungsinfrastruktur ist hier überfordert, da die Besucher ihr Leergut nicht wieder mitnehmen. Vereinzelt stehen sogar ausgediente Einkaufswagen herum. Die einzige öffentliche Toilettenanlage, in Sichtweite der Stadtbahnhaltestelle Wagrainäcker gelegen, ist dauerbesetzt.

Fazit: erholungssuchende Anwohner müssen woandershin ausweichen. Doch wohin? Weinhänge sind nun eben keine Spaziergegenden, und wenn dann auch noch die Bundesliga im Neckarstadion kickt, sind Busse und Bahnen derart voll, dass der Weg durch die Stadt zu den Wäldern im Süden, Westen und Norden, die ersatzweise zu einer Wanderung einladen könnten, zur Strapaze wird.Einweggrills: Potentielle Hinterlassenschaften

Die Topographie ist ungünstig, das ist eine traurige Stuttgarter Wahrheit, die eine Lösung des Entsorgungsproblems gerade für die Bewohner des Neckartales erheblich erschwert. Doch das Problem der Sauberkeit ließe sich in den Griff bekommen, wenn nur ein paar technische Details verbessert würden: Mehr Müllbehälter in für die Abfuhrfahrzeuge geeigneter Bauform oder die eine oder andere zusätzliche Toilettenanlage, deren Sauber- und Instandhaltung durch bezahlte Kräfte, wie es zum Beispiel an Autobahnraststätten oder in Einkaufszentren üblich ist, zudem weder Verrenkungen noch das Mitbringen schwerer oder sperriger Geräte erfordern darf. Und mit ein paar festen Feuerstellen in Wassernähe könnte auch dem wilden Feuermachen am Boden begegnet werden.

Regelmäßige Kontrollen und Bußgelder können ebenso helfen, die Situation in den Griff zu bekommen. Denn wenn die Grünanlage sauber ist und alle Besucher die Regeln befolgen, wird einem schönen Urlaubstag nichts mehr im Wege stehen, auch wenn hier und dort einmal ein Grill raucht. Für die Zugewanderten, deren Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen oder die die Verhaltensregeln auf öffentlichen Plätzen nicht kennen, wäre ein freundlich formulierter „Ordnungsführer“ in den betroffenen Sprachen allemal hilfreich.

Im übrigen, das Problem einer „Grill- und Sauberkeitsordnung“ in Parks ist nicht nur ein Stuttgarter Problem. Auch andernorts ist in den Medien regelmäßig davon zu sehen oder zu lesen.

Fotos: © Thomas Michael

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