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Ex-Priester Krzysztof Charamsa vergleicht den Vatikan mit dem Islamischen Staat

Krzysztof CharamsaKrzysztof CharamsaDer nach seinem Coming-out vom Vatikan geschasste polnische Geistliche Krzysztof Charamsa hat die katholische Kirche in einem Interview erneut stark angegriffen – so heftig wie nie zuvor, berichtet Queer.de. Gegenüber AFPTV verglich der 43-Jährige den Kirchenstaat mit religösen Extremisten, die Andersgläubige bis aufs Blut verfolgen.

"Es ist nicht wie beim Islamischen Staat, welcher Schwule verfolgt, indem er sie tötet", sagte Charamsa in dem Interview, das vor den Anschlägen in Paris geführt und veröffentlicht wurde. "Die katholische Kirche tötet Menschen nicht wirklich, aber sie tötet sie psychologisch, mit ihrer rückwärtsgewandten Haltung." So lange der Vatikan nicht offen die Erlaubnis zur Bestrafung von Homosexuellen verurteile, mache er sich zum "Komplizen des homophoben Terrors".

"Es ist, als würde man sagen, die Erde ist flach und unbeweglich – sie stehen der Haltung des islamischen Fundamentalismus näher als der Vernunft", kommentierte Charamsa die katholische Kirchendoktrin. Die Bibel verurteile Homosexualität nicht explizit, die Kirche gründe ihre Position jedoch einzig auf vage wie kurze Bibelauszüge.

Vom Vatikan gefeuert, vom Bischof des Priesteramts enthoben

Der polnische Theologe und frühere Prälat hatte sich am 2. Oktober kurz vor Beginn der Familiensynode im Vatikan als schwul geoutet. Er war daraufhin umgehend von seinem Posten in der Glaubenskongregation entbunden worden, auch verlor er seine Lehrbefugnis an den päpstlichen Hochschulen Gregoriana und Athenaeum Regina Apostolorum in Rom. Am 21. Oktober wurde er vom polnischen Bischof Ryszard Kasyna auch des Priesteramtes enthoben.

Im AFPTV-Interview sagte Charamsa, er bereue sein spektakuläres Coming-out nicht und fühle sich befreiter denn je. Er sei mit sich selbst "im Reinen", habe aber weiterhin viel zur katholischen Kirche zu sagen, die Homosexuelle verfolge.

Der Ex-Priester lebt nun zusammen mit seinem katalanischen Lebensgefährten mitten im Homoviertel von Barcelona. Er hatte ihn auf einer Pressekonferenz der Weltöffentlichkeit vorgestellt, wie auch ein Manifest mit zehn Thesen zum Umgang der Kirche mit Homosexuellen. Darin forderte er u.a. die Abschaffung eines Papieres der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2005 zur Vermeidung der Weihe von schwulen Priestern, an dem er damals selbst mitgewirkt hatte. (cw)

Quelle: www.queer.de

Veröffentlicht mit freundlichen Genehmigung

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