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Die Redaktion des Baltikum-Blattes wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Osterfeiertage


Estnischer Twitterkönig Toomas Hendrik Ilves

Estlands Staatsoberhaupt Toomas Hendrik IlvesEstlands Staatsoberhaupt Toomas Hendrik IlvesVon Aino Siebert

Die Wochenzeitung „Eesti Ekspress“ berichtete in aktuellen Ausgabe über die Twitter-Aktivitäten des estnischen Präsidenten Toomas Hendrik Ilves. Der Staatsoberhaupt liebt es, sich über die Kurznachrichten zu verschiedenen Themen zu äußern. Leider nicht immer staatsmännisch. Dies zeigte wieder ein Twitter-Duell, das sich der erste Mann Estlands mit einer Journalistin vor kurzem lieferte.

Twitter-Äußerungen als Oper
Die wohl bekannteste Twitter-Kritik von Ilves wurde im Juni 2012 veröffentlicht. Damals schrieb Paul Krugman, ein US-amerikanischer Professor für Volkswirtschaftslehre an der Princeton Universität, Sachbuchautor und Träger des Wirtschaftsnobelpreises 2008, in einer seiner Kolumnen in der Zeitung „New York Times“, dass Estland mit seiner Sparpolitik zum Lieblingskind der europäischen Politiker geworden sei. Doch die fast übermenschlichen Sparmaßnahmen der Bürgern haben nicht geholfen die Wirtschaftsstärke des kleinen baltischen Landes nach der Finanzkrise wiederherzustellen. Also, so Krugman, kann man bei Estland über einen wirtschaftlichen Triumph nicht sprechen.

Die Kolumnen des Nobel-Preisträgers sind auch über Fachkreise hinaus bekannt. Hier ist wohl der Grund zu suchen, dass Präsident Ilves in später Nacht auf der Tallink-Fähre in Riga nach einer Staatsfeier mit dem lettischen Amtskollegen Andris Bērziņš meinte, sein Heimatland vor dem US-Amerikaner verteidigen zu müssen. Diese Vermutung ist durchaus berechtigt, denn Ilves ließ beim Twittern seinen Emotionen freien Lauf: „Wir schreiben über etwas, wovon wir keine Ahnung haben. Und wir sind dazu noch arrogant, bevormundend. Sie sind doch nur Schlitzaugen,“ schrieb der Präsident und gab noch eins drauf: „Eine Nobel-Prämie für die Wirtschaft gibt wohl das Recht, dass Du eine Diskussion über Finanzthemen halten und meinen Staat als „Ödland“ ausrufen kannst.“ Danach kam eine rhetorische Frage „Aber tatsächlich, was wissen wir (die Esten) schon? Wir sind doch nur dumme Osteuropäer. Ohne Aufklärung. Eines Tages werden wir verstehen. Das ist unser eigener Fehler.“ Obwohl schon (zu) viel gesagt war, konnte sich das Staatsoberhaupt nicht bremsen. Er twitterte in seiner Erregung weiter: „Wir scheißen auf Osteuropäer – sie sprechen nicht gut Englisch, sie reagieren nicht und doch machen sie alles was vereinbart ist, und sie wählen die Regierungen, die Verantwortung tragen.“

Krugman hat nie auf das „Unwetter“ aus dem ersten Hause Estlands Stellung bezogen. Doch die Oper „Nostra Culpa“ hat die ganze Welt erreicht und damit den Twittermonolog verewigt.

Abgedroschene Beobachtung
Ob auch die Dialog zwischen Ilves und estnischen, in Kanada lebenden Journalistin Marje Aksli eines Tages im Opernform auf die Bühnen kommt, ist noch ungewiss. Das Twitter-Zwiegespräch, das sich Präsident und Korrespondentin nach der Weihnachtsfeiern öffentlich lieferten, hat jeoch alle Komponenten für ein dramatisches Musikstück.

Diesmal ging es um die estnischen Kulturschaffenden. Ilves´ Meinung dazu war: „Es gibt zwei Sorten von Menschen. Die, die denken, und die, die nicht denken. Die letztere kleben ihren Mund mit Klebeband zu und schreiben lästige Artikeln wie „back the USSR“. Hier meinte der Präsident den Schriftsteller Rein Raud. Während des Skandals um die Kulturzeitung „Sirp“ hatten Kulturschaffende ein Bild veröffentlicht, auf dem sie ihren Mund mit breitem schwarzen Klebeband zugeklebt hatten. Damit wollten sie ausdrücken, dass eine eigene Meinung zu vertreten in Estland nicht salonfähig ist. Aksli hatte dazu jedoch einen anderen Standpunkt.

Dazu schrieb Ilves: „Wenn Sie nicht eine Estin wären, würde ich ernsthaft sagen: „Abgedroschene Beobachtung, uninteressant, Sie disputieren mit Gegnern, die Sie sich selbst geschaffen haben. Traurig.“

Scherz über Wladimir Putin
Im September 2012 schrieb die russische Zeitung „Moscow Times“, dass Wissenschaftler in Sibirien „lebendige“ Mammutzellen gefunden haben. Diese könnte man benutzen um Mammuten zu klonen. Damals twitterte Präsident Estlands einen humorvollen Kommentar, wo er zu diesen Artikel einen Link zugefügte und schrieb: „Nach Tiger, Amphora und Kranich habe ich eine trüben Ahnung, was als nächstes kommt...“ Wie das Online-Portal „Delfi“ berichtet, erreichte dieser zweideutige Scherz auch Russlands Präsident Wladimir Putin, der einige Zeit früher den Tiger vor dem Aussterben retten wollte, den Kranichen Fliegen beibrachte und beim Tauchen griechische Amphora gefunden hatte.

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