Google+
Werbung


Estland: 140 Jugendliche wegen Geschäften mit Rauschgift aufgeflogen

Estnische Polzei mit EinsatzwagenDie Sendung des estnischen Rundfunks „Pealtnägija“ („Augenzeuge“) berichtete, dass in Estland 140 Minderjährige wegen Rauschgiftgeschäften aufgefallen sind. Umgerechnet bedeutet dies, dass sich vier Schulklassen Jugendlicher mit Drogendealerei beschäftigen.

Laut Hauptkommissaar Kaido Kõplane von der Polizeipräfektur Nord ist das Problem groß, denn unter den erfassten Jugendlichen sind unter anderem ein 16-jähriger Meister im Kopfrechnen und einer, dessen Durchschnittszensur 4,7 ist. Die beste Note in Estland ist die Fünf.

Der Polizeibehörde zufolge haben die Ermittler unter anderem ein Drogennetz auffliegen lassen können, dessen Stammkunden aus dem Tallinner Problemviertel Kopli kommen. Dort wurden die Hanfgeschäfte von drei Jungen mit russischen Nachnamen geführt, einer davon spielte noch vor einigen Jahren erfolgreich Fußball. Die Mädchen, welche die Drogen kaufen, haben alle estnische Nachnamen.

Kõplas brachte in der Sendung vor, dass viele Eltern gar nicht merken, dass ihr Kind auf einmal viel Geld hat. Die jungen Drogendealer kommen oft aus kaputten Familien, bei einigen arbeitet ein Elternteil im Ausland. Ein Grund ein Rauschgiftverkäufer zu werden sind vielfach die Schulden. Laut den Polizeibeamten sollten die Eltern mehr in den großen Einkaufzentren, wie unter anderem das „Viru“ in Tallinn vorbeischauen, was die Jugendlichen dort treiben.

Der 17-jährige Timo erzählte, dass er mit 12 angefangen hat, Drogen zu nehmen. Alkoholkonsum war damals schon alltäglich. Jetzt besucht Timo die 11. Klasse und berichtet, dass bei seinen Freunden der Drogenkonsum ganz normal ist. Rauschgift sei leicht zu besorgen und es gibt auch genug Dealer. Der junge Mann meinte, dass estnische Jugendliche keine harten Drogen, wie z.B. Heroin nehmen. Der Großteil der Minderjährigen konsumiert Hanf, danach kommt Ecstasy und Amphetamin. Ein Gramm Hanf kostet 20 Euro und diese Menge reicht gut für einen Tag. Genau so viel kostet ein Gramm gutes Amphetamin, diese Menge reicht für zwei „Flüge“. Der Preis für eine Ecstasy-Tablette sei sechs Euro.

Die Drogengeschäfte werden außerhalb Schule abgewickelt, die Dealer haben das „Material“ bei sich zu Hause oder bei einem Freund. Das Geld für die Drogen bekommen die Jugendlichen von den Eltern oder sie verkaufen eigene Wertsachen, u.a. Smartphone. Timo zufolge werden die Junioren auch zu Dealern weil sie bekannt sein wollen.

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.



Werbung
Werbung
y