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Präsident Ilves über das Glück in einem kleinen Staat zu leben

Estlands Präsident Toomas Hendrik IlvesEstlands Präsident Toomas Hendrik Ilves„Kleinheit des Staates ist nicht das Problem. Nur wenn wir Esten uns selbst klein machen und nichtwichtig urteilen, kann es zu einer Ohnmacht führen“, sagte Estlands Präsident Toomas Hendrik Ilves auf einer Konferenz.

„Kleinheit kann für einen Staat und einer Gesellschaft sogar zum Vorteil sein, besonderes in der heutigen technologisch fortschrittlichen Gesellschaft, wo man Sorgen hat, dass die Maschinen den Menschen Arbeit wegnehmen und die Größe des Landes nicht unbedingt Wettbewerbsvorteile mit sich bringt. Kleinheit dagegen gibt die Möglichkeit flexibel und schnell zu handeln. Innovativ zu sein, mutig neue Lösungen auszuprobieren, wie wir Esten mit unseren e-Staat. .../ Der kleine Staat ist etwas eigenes,“ erklärte Ilves.

Das Staatsoberhaupt betonte, wenn jemand in eine zusammengehörende Gesellschaft hineingeboren wird, ist dies nicht Unglück, sonder Glück: „In einem dynamischen Kleinstaat kann jede Mensch den Anderen erreichen. Hier haben wir die Chance gemeinsame Schlussfolgerungen logisch zu überdenken und sie danach unter uns durchzudiskutieren. Wir haben die Möglichkeit nötige Veränderungen schnell und menschlich auszuführen.“

Ilves ging auch auf aktuellen Streit um die Kulturzeitung „Sirp“ ein. „Natürlich ist Kultur und deren Berichterstattung sehr wichtig, besonderes für ein kleines Volk. Maßgeblich ist aber, dass die Entscheidungen im Kulturbereich ebenfalls nach der Regeln gefällt und die Menschen mit Respekt behandelt werden,“ meinte Ilves, „In einer kleinen Gesellschaft kennt jeder jeden und so wird öffentlich sehr schnell zu persönlich. In einer kleinen Gesellschaft kann man kleine Fehler groß reden, dies bedeutet aber ein großes Risiko sowohl für den Staat als auch für dessen Bürger. Ein kleinen Staat kann nur durch Zusammenhalt bestehen bleiben,“ meinte der erste Mann Estlands. Der heute zurückgetretene Kultusminister Rein Lang hatte vor einige Wochen einige Redaktionsmitgliedern von „Sirp“ entlassen und ohne den üblichen Stellenkonkurs einen neuen Chefredakteur ernannt. Nach Protesten war Lang bereit die politische Verantwortung zu übernehmen.

Ferner mahnte Präsident: „ Kleinheit wird dagegen zum Problem wenn wir selbst bequem werden, uns nicht von der Stelle rühren.“ In seiner Rede erinnerte Ilves an richtige Entscheidungen Estlands, dies waren seiner Meinung nach die Mitgliedschaft sowohl in der Europäischen Union (EU) als auch in der NATO. Als negativ bezeichnete das Staatsoberhaupt die in Estland herrschende Unentschlossenheit und Untätigkeit, die sich bis zum Trödeln auswirkt.

Kritik kam noch auf zur Administrativverteilung, Verwaltungsbelastung und Einwanderungspolitik. Diese Gebiete brauchen seine Meinung nach neue, kluge und dauerhafte Lösungen: „Wenn wir auf Stabilität des Staates hoffen, wäre es ein großes Fehler alle anderen weg zu beißen, die in anderen Kategorien denken oder Lösungen anbieten, die in den anderen Staaten noch nicht vorhanden sind. Wir müssen alle Themen auf den Tisch legen. Estland braucht mehr Ideen als Ideologien,“ betonte Ilves. Denn das Land ist klein und kann nicht erwarten, dass die Wirtschaft mit gleichem Tempo weiter wächst als dies vor der Finanzkrise der Fall war. Die Esten müssen umdenken lernen. Die Esten müssen sich fragen, was braucht unserer Land, was wäre möglich von den Wünschen für die Gesellschaft zu übernehmen und ob die Bürger bereit wären für diese gemeinsame Ziele ihre Kräfte einzusetzen. (asie)

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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