Google+
Werbung

100 Jahre Republik Estland: Landwirte besäen 134 Roggenfelder

Kornblumen - SymbolbildDie Republik Estland feiert am 24. Februar kommenden Jahres ihr 100-jähriges Jubiläum. Die Landwirte machen gemeinsam mit Müllern und Bäckern ihrer Heimat ein Geschenk, indem sie auf 134 Feldern Roggen ausgesät haben und später aus dessen Mehl ein Geburtstagsbrot backen.

Mit dieser außergewöhnlichen Aktion möchten die Teilnehmer die estnische Roggenkultur am Leben erhalten. In Estland hatte ein Roggenbrot immer einen wichtigen Platz auf dem Tisch. Backwaren aus Roggen sättigen, stärken, sind nahrhaft und gesund.

Für das Jubiläumsbrot haben die Landwirte auf insgesamt 2526 Hektar Land Getreide ausgesät. Die Müller mahlen aus der Herbsternte Mehl, und danach können die Bäcker eine Million Roggenbrote backen, so der Vorsitzende der estnischen Landwirtschaftshandelskammer Roomet Sõrmus.

Das legendäre „must leib“ („Schwarzbrot“) erhält seine dunkle Farbe aus dem fein gemahlenen Roggenmehl (nicht mit ganzen Körnern wie in Deutschland), aus dem es hergestellt wird. Roggen wird seit über tausend Jahren in Estland angebaut und war ein wichtiger Bestandteil der traditionellen Landwirtschaft. Schon im Mittelalter war Estland als ein bedeutender Roggenexporteur in ganz Europa bekannt.

Wer eigenes Roggenbrot backen möchte, braucht diese einfachen Zutaten: Wasser, Roggenmehl, Salz, Zucker und Sauerteig. Geduld muss man allerdings beim Backen haben, da der Fertigungsprozess über 12 Stunden dauert.Kaligetränk aus RoggenKaligetränk aus Roggen

Aus Roggen wird in Estland auch Wodka hergestellt. Doch auch ohne Alkohol lässt sich estnischer Roggen in flüssiger Form genießen. Dann heißt das Produkt „Kali“. Es sieht aus wie Cola, ist aber deutlich gesünder, denn der Zuckeranteil ist geringer – und es erfrischt auch. Altes Roggenbrot eignet sich gut für eine Suppe. Verfeinert mit Moosbeerensaft und Rosinen sowie zur Dekoration Schlagsahne genießt man die Brotsuppe als Nachtisch.

Bei so viel verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten von Roggen verwundert es nicht, dass es in Estland auch einen Roggen-König gibt. Es ist ein vom Roggenverband gewählter Herrscher über die größte Roggenanbaufläche des Landes. (asie/tmich)

Symbolfotos: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert



Werbung
Werbung