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Die Redaktion des Baltikum-Blattes wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Osterfeiertage


Treffen der rechtspopulistischen Elite in Koblenz

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vl. Marcus Pretzell (ENF), Geert Wilders (Niederlande), Frauke Petry (AfD)vl. Marcus Pretzell (ENF), Geert Wilders (Niederlande), Frauke Petry (AfD)Von Aino Siebert, Koblenz

Am Samstag (21. Januar) versammelte sich in Koblenz die Elite der europäischen Rechtspopulisten. Die Rhein-Mosel-Halle befindet sich unweit eines historischen Ortes, dem Deutschen Eck an der Mündung der Mosel in den Rhein. Im Jahr 1897 wurde hier ein Monument für den ersten deutschen Kaiser Wilhelm I. errichtet, das als Denkmal für die Reichsgründung 1871 entworfen worden war. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente das Denkmal bis 1990 als Mahnmal der Deutschen Einheit.

Die Rechtspopulisten Europas möchten jedoch die deutsche bzw. europäische Einheit zerstören. Brüssel ist ihnen ein Dorn im Auge. Sie versprachen den rund 900 Teilnehmern des Treffens, „die Tyrannei der Europäischen Union (EU) zu beenden und den europäischen Völkern ihre Freiheit zurückzugeben“. Obwohl die Ziele der Rechten in Europa durchaus verschieden sind, einen sie die Wünsche nach Wiederherstellung der Nationalstaaten und der Schließung der Grenzen.

Petry sollte groß herauskommen

Das Treffen in Koblenz wurde organisiert von Marcus Pretzell (43), der seit 2014 für die Partei Alternative für Deutschland (AfD) im Europaparlament (EP) sitzt und gleichzeitig Landesvorsitzender seiner Partei in Nordrhein-Westfalen ist. Nach seinem Ausschluss aus der rechtspopulistischen Fraktion Europäische Konservative und Reformer (EKR) trat er in den Flügel der Europäischen Nationen und der Freiheit (ENF) über, die als rechtspopulistisch bis rechtsextremistisch eingeschätzt wird. Seit Dezember 2016 ist Pretzell mit einer der Vorsitzenden der AfD, Frauke Petry (41) verheiratet. Das Paar erwartet Mitte diesen Jahre sein erstes gemeinsames Kind.Frauke Petry (AfD) und Marine Le Pen (Front National)Frauke Petry (AfD) und Marine Le Pen (Front National)

Die Veranstaltung machte schon im Vorfeld große Schlagzeilen, denn der Organisator weigerte sich, bestimmte Journalisten wegen ihrer kritischen Berichterstattung zu akkreditieren. Unter ihnen war der AfD-Kenner und politische Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) Justus Bender. Über seine Recherchen hat er ein Buch „Was will die AfD? Eine Partei verändert Deutschland“ veröffentlicht. Doch der Skandal entpuppte sich als inszenierter PR-Trick, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zu bekommen. Bender konnte sich ohne Weiteres in Koblenz akkreditieren und wurde, wie übrigens auch andere anwesende Medienvertreter, von Pretzell begrüßt – unter „Lügenpresse“-Schmährufen der Tagungsteilnehmer.

Die Vermutung liegt nahe, dass Pretzell den Kongress mit dem Zweck organisiert hatte, die politische Macht seiner Ehefrau zu sichern. Petry will die AfD als alleinige Spitzenkandidatin in den Bundestagswahlkampf führen, braucht aber dazu die Stimmen der Basis. Von der AfD war allerdings niemand zu sehen, kein Funktionär der Partei hatte eine Einladung zur Tagung erhalten.

Die Bundestagswahlen werden voraussichtlich am 24. September stattfinden. Damit würde die AfD-Chefin ihren Wahlkampf mit einem Neugeborenen führen. Ob das bei den konservativen Stimmbürgern gut ankommt, wird sich zeigen. Genau so wie die Tatsache, dass Petry bereits vier Kinder hat, die sie ihrem Ex-Ehemann, einem Pfarrer, hinterlassen hat.

Sitzblockade vor der Zufahrt zum TagungsortSitzblockade vor der Zufahrt zum Tagungsort

 Milchbärtige Patrioten

Die Veranstaltung hätte um 10 Uhr beginnen sollen, doch zahlreiche Gegendemonstranten waren frühzeitig gekommen, um den Teilnehmern den Zugang zum Gebäude zu versperren. Neben Pretzell und Petry waren noch die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen (Front National), der vom Premierministersessel träumende Geert Wilders (Freiheitspartei in den Niederlanden), der Italiener Matteo Salvini (Lega Nord) und Harald Vilimsky (Freiheitliche Partei Österreichs) zur Tagung gekommen.

Medienvertretern wurden Plätze auf der Empore zugewiesen, den Saal durften sie nicht betreten. Selbst die Unterstützer der Populisten durften kein Interview erbitten – das Sicherheitspersonal verbot den Journalisten auch das Filmen und Fotografieren mit der Androhung eines Hausverweises. Ein Spiegel-TV-Film über das  Gipfeltreffen zeigt, wie die Rechtspopulisten nicht nur den Journalisten, sondern auch den Teilnehmern Redefreiheit rauben und ihre Bewegungsfreiheit einschränken.

Als die Veranstaltung dann doch mit einstündiger Verspätung beginnen konnte, wurden alle Lichter im Gebäude plötzlich gelöscht. Im dunklen Saal waren nun dramatische Klänge zu hören, als die selbsternannten „Befreier Europas“ zur Bühne marschierten. Begleitet wurden sie von fahnenschwingenden, milchbärtigen Jungpatrioten.

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