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Riga wird Kulturhauptstadt Europas 2014

Die lettische Hauptstadt Riga wird im nächstes Jahr Kulturhauptstadt Europas. Das Budget für Projekte wird mit nur rund 24 Millionen sehr bescheiden ausfallen.

Die Organisatoren wollen den Besucher wechselvolle Geschichte der Hauptstadt und des Landes präsentieren. Lettland, der im Zentrum des Baltikums liegt, hat eine bewegende Geschichte.

Bewegende Geschichte Lettlands
Nach dem Ersten Weltkrieg erklärte Lettland am 18. November 1918 die Eigenständigkeit und konnte diese im Unabhängigkeitskrieg auch durchsetzen. Ab 1920 hatte der junge souveräne Staat mit immer mehr Ländern diplomatische Beziehungen und war im Völkerbund vertreten.

Nach einem Staatsstreich am 15. Mai 1934 durch damaligen Ministerpräsidenten Kārlis Ulmanis endete die Zeit der parlamentarischen Demokratie, der Staat wurde von ihm jetzt totalitär regiert. Ab 1936 war Ulmanis Staatspräsident Lettlands. Als die Kommunisten 1940 Lettland okkupierten, rief Ulmanis die Letten dazu auf, keinen Widerstand zu leisten, der aufgrund der militärischen Übermacht der Sowjets ohnehin zum Scheitern verurteilt gewesen wäre. Noch heute ist der Satz „Ich werde an meinem Platz bleiben und ihr werdet an Eurem Platz bleiben“ aus seiner Rundfunkansprache zu Beginn der Okkupation vielen Letten bekannt.

Obwohl das Außenministerium der USA Informationen darüber erhalten hatte, dass die Sowjetunion einer Ausreise Ulmanis' in die Schweiz zugestimmt habe, wurde er von den Sowjets verhaftet und deportiert. Erst nach Mihhail Gorbatschow´s Perestroika wurde Näheres über sein Schicksal bekannt. Ulmanis starb während des Zweiten Weltkrieges in einem Gefängnis in Krasnowodsk, dem heutigen Türkmenbaşy (Turkmenistan).

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Lettland zuerst von der Sowjetunion, später vom Hitler-Reich besetzt. Bei Einzel- und Massendeportationen wurde während der sowjetischen Besatzung mit Beteiligung der lettischen Kollaborateure rund ein Prozent der Landesbevölkerung in Gulag-Arbeitslager deportiert. Auch wurde fast die gesamte jüdische Bevölkerung Lettlands während der nationalsozialistischen Besetzung ermordet; an diesem Morden beteiligten sich auch lettische Helfer.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der kleine Ostseestaat wieder von den Kommunisten besetzt und als Lettische Sowjetische Sowjetrepublik (LSSR) der UdSSR angegliedert. Unter der Sowjetherrschaft wurden wieder, besonders im März 1949 massenweise Letten nach Zentralasien deportiert. Die Lettische Sowjetrepublik war von nun an einer Russifizierungspolitik ausgesetzt.

Am 4. Mai 1990 beschloss der Oberste Rat der LSSR die Wiederherstellung der Souveränität der Republik Lettland und erklärte die Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Der Parlamentsbeschluss konnte jedoch erst mit dem Zerfall der Sowjetunion am 21. August 1991 de facto durchgeführt werden. Seit 1. Mai 2004 ist Lettland Mitglied der Europäischen Union.So ist es nicht wunderlich, dass während der europäischen Kulturtage in einem ehemaligen Geheimdienst-Gebäude mit Folterzellen und Hinrichtungsstätten, welchen sowohl die Nazis als auch die Sowjets genutzt hatten, 2014 insgesamt sechs Ausstellungen stattfinden.

Quelle: Medienberichte / Wikipedia

Weitere Informationen: http://www.riga2014.info/

 

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