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Transnistriens russische Träume

 

Flagge TransnistriensJewgeni Schewtschuk ist der Chef der zur Republik Moldau (Moldawien) gehörenden separatistischen Region Transnistrien (offiziell Transnistrische Moldauische Republik). Vor einigen Tagen hat er dem lokalen Fernsehkanal tv.pgtrk.ru zufolge ein Dekret unterschrieben, in dem er Moskau bittet, die Region Russland einzugliedern. Mit seinem aktuellen Erlass beruft Schwtschuk sich auf ein Volksreferendum, das vor zehn Jahren stattgefunden hat. Am 17. September 2006 hatten 97 Prozent der Bevölkerung für einen Beitritt zu Russland gestimmt.

„Im Frühjahr hatten wir eine soziologische Befragung durchgeführt. Die Bevölkerung sprach sich klar für den Beitritt zu Russland aus, wie schon beim Referendum von 2006. Der Kurs entspricht dem Willen des Volkes und wird von allen politischen Kräften der Republik akzeptiert“, sagte der Vizeaußenminister Transnistriens Dmitri Palamartschuk dem russischen Radiosender Goworit Moskva (Hier spricht Moskau) zufolge.

In der autonomen Region leben mehrheitlich Russen. Im Dezember wird dort ein neues Parlament gewählt. Da die Gegend unter starken wirtschaftlichen Problemen leidet, ist die Gunst der Regierung beim Volk geschrumpft.

Die international nicht anerkannte Dnister-Republik hat eine Landesgrenze zur Ukraine, aber nicht zu Russland. Die Region hatte sich 1990 von Moldau getrennt aus Angst, Moldau konnte sich nach dem Ausrufen der Unabhängigkeit mit Rumänien wiedervereinigen.Karte der Republik Moldau, im Osten die Region TransnistrienKarte der Republik Moldau, im Osten die Region Transnistrien

Dem Einzug der Regierungstruppen in das Separatistengebiet folgte ein Bürgerkrieg, der bis 1992 andauerte. Moskau schickte seine Truppen zu Hilfe. Sie sind bis heute in Transnistrien stationiert und haben de facto eine Schutzfunktion übernommen. Rund 900 Menschen fielen dem bewaffneten Konflikt zum Opfer, darunter auch Zivilisten. Transnistrien bekam nach dem verlorenen Krieg von der moldawischen Zentralregierung umfassende Autonomierechte. Doch die Distrikthauptstadt Tiraspol mit 170.000 Einwohnern ist weiterhin vom Mutterland abhängig. Obwohl die Situation in Transnistrien seit 1992 recht stabil ist, rät das Auswärtige Amt von Reisen dorthin ab. Die Region hat eine Fläche von 3500 Quadratkilometern, dort wohnt rund eine halbe Million Menschen.

Die ehemalige Sowjetrepublik Moldau (Moldawien) mit der Hauptstadt Chișinău (deutsch Kischinau oder veraltet Kischinew) ist ein Binnenstaat in Südosteuropa. Sie hat eine Grenze zu Rumänien und zur Ukraine. Seit der Annektion 1812 durch den russischen Zaren Alexander I. gehörte das Gebiet zu Russland, später zur Sowjetunion. Als eigenständiger Staat mit rund drei Millionen Einwohnern existiert die Republik Moldau erst seit 1991, als das Land sich für von Moskau unabhängig erklärte. Die politische Entwicklung der Republik ist durch den Transnistrien-Konflikt stark behindert. Amtssprache ist Rumänisch. (asie/Postimees/Wikipedia/Wikitravel/tmich)

Foto (Karte Transnistriens): © Wikitravel/Perconte, Lizenz: CC by-sa

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