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EU

Süßes Leben von Yannis Varoufakis

 

Yannis VaroufakisYannis VaroufakisVon Aino Siebert

Die Griechen erleben seit Jahren die Hölle, denn ihr Staat steht nach der langjährigen Misswirtschaft vor einem finanziellen Zusammenbruch. Um dieses, über die Jahre andauerndes, Desaster zu beenden, hat das stolze Volk eine neue, linksorientierte Regierung gewählt. Seit 27. Januar regiert in Athen der Linkspopulist Alexis Tsipras, der zwar durch seine großen Sprüche bekannt geworden ist, doch bis dato keine Lösungen zur Stabilisierung der Lage parat hat.

Seinem Finanzminister Yannis Varoufakis ist es darüber hinaus binnen fast zwei Monaten gelungen, sich bei allen europäischen Regierungen unbeliebt zu machen. Der frühere Wirtschaftsprofessor, der es offenbar gewohnt ist, seine Studenten herumzukommandieren, scheint nun ernsthaft zu glauben, dass auch die Politikerelite der Europäischen Union (EU) mit den gleichen Methoden für die Rettung seines Landes zu gewinnen ist. Brüssel erwartet jedoch, wie das eigene Volk, dass der Gelehrte mit egozentrischen Zügen nach vielen Versprechungen endlich die politische Verantwortung für sein Land übernimmt, das können Deutschland und die andere EU-Mitgliedsstaaten nunmal nicht und genau so wenig tragen die anderen Staaten Schuld an der dramatischen finanziellen Lage der Griechen.

Mondäne Homestory

Doch Varoufakis hat keine Zeit, sich mit seiner wesentlichen Aufgabe, der Rettung Griechenlands vor einem drohenden Staatsbankrott, zu beschäftigen. Die griechische Boulevardpresse hat zusammengerechnet, dass der Minister in den letzten 30 Tagen stolze 40 Interviews gegeben hat. Dazu gehört auch die am Freitag (13. März) veröffentlichte glanzvolle Hausstory über den Politiker und seine Ehegattin Danae Stratouga im französischen Magazin „Paris Match" und auf Twitter.

Das Fotoshooting erfolgte in der noblen Penthouse-Wohnung des Paares, in einem Luxusbezirk Athens gelegen, mit einem schönen Blick auf die Akropolis. Die Glanzbilder zeigen einen Mann, der direkt in die Kamera schaut. Es ist nicht zu übersehen, dass das „Fotomodell“ eine große Befriedigung darin spürt, sich in Pose zu stellen. Auf einem Foto sitzt der junge Minister mit seiner schönen Künstlerin-Ehefrau beim üppigen Abendbrot, mit einer Flasche guten Weins dazu. Davon können die armen Landsleute von Varoufakis nur träumen. Der Minister liebt es, in Brüssel, Berlin, Paris oder London rührende Geschichten über sein hungerndes Volk zu erzählen. Doch in die Lage der Armen konnte er sich nicht sich versetzen und auch nicht erahnen, welche Gefühle bei den Griechen diesen zur Schau gestellten Luxus auslösen.

Ein anderes Bild zeigt den Professor am Klavier und da ist noch ein Foto, auf dem der ehemaliger Dozent ein Buch mit dem Titel „Rational Conflict“ im Hände hält. Lesen muss er diesen Werk wohl nicht, denn er hat die Lektüre selbst verfasst. Passender wäre das Narzisstenbuch „Metarmophosen“ von Ovid gewesen.

Auch Griechenland missbilligt die arrogante Haltung

Das Vorzeigen seines Privatvermögens in Zeiten, in denen die eigene Bevölkerung unter Massenarbeitslosigkeit und Stagnation leidet und die Aussicht besteht, dass der Staat unter der enormen Schuldenlast zusammenbricht, kam diesmal allerdings auch bei den Griechen nicht gut an. Der Vizepräsident der Europaparlaments, Dimitris Papadimoulis (Syriza) forderte via Twitter, ohne den Namen zu nennen, dass der Minister mehr arbeiten und sich weniger fotografieren lassen sollte. Premierminister Alexis Tsipras bestand schon vor einiger Zeit darauf, dass seine Kabinettsmitglieder ein größeres Arbeitspensum und weniger verbale Angriffe erbringen sollten.

Varoufakis, der in „Paris Match“ mit seinem weltlichen Vermögen prahlt, verlangt von der internationalen Gemeinschaft Achtung und Solidarität für sein Volk. Doch seine eigenen Zitate über führende europäische Politiker lassen diesen Respekt gegenüber den europäschen Partnern missen. Varoufakis hat mit seinen maßlosen verbalen Entgleisungen sein Land ins europäische Abseits manövriert. Die Deutschen wünschen, genau so wie Finnen, Esten, Letten und Litauer zur Zeit nur eines – den Austritt Athens aus der Euro-Zone. Sonst kann das Schreckgespenst mit dem Namen Griechenland noch lange in Europa vagabundieren.

Ungeplanter Austritt Griechenlands aus Euro-Zone möglich

Athen muss bis zum 20. März in zwei Raten 842 Millionen Euro an die Internationalen Währungsfond (IWF) überweisen. Erst wenn das Geld in Washington eingegangen ist, sind die Forderungen des IWF gegenüber Griechenland erfüllt und das Land kann auf frisches Geld hoffen.

Varoufakis wollte aus der „wunderschönen italienischen Tourismusmetropole Como“ die Meinung von Wolfgang Schäuble nicht kommentieren. Sein deutsche Kollege hatte vorgebracht, dass es durchaus möglich sei, dass Griechenland unbeabsichtigt, sozusagen ohne Plan, die Euro-Familie verlassen muss.

Die Zeit für eine Antwort nahm sich dann der Rechtsaußen-Koalitionär der Tsipras-Regierung, Verteidigungsminister Panos Kammenos. In einem Interview mit der "Bild-Zeitung" griff er Schäuble an: Dieser führe einen "psychologischen Krieg" gegen Griechenland und "vergifte" mit seinen Bemerkungen die Beziehungen zwischen Athen und Berlin.

Varoufakis selbst ruderte heute etwas zurück. Bei einem Interview für den örtlichen Kanal Alpha TV hat der Egomane sich, auch im Namen seinen bezauberden Gattin, wegen der mondänen Homestory entschuldigt. Doch nur, weil die Ästhetik der Bilder ihm nicht gefallen hatte, der Text schon.

Gleichzeitig sendete Varoufakis einen neuen Appell an Angela Merkel – die deutsche Bundeskanzlerin soll in Brüssel einen Merkel-Plan vorlegen. Als Vorbild dazu soll der Marchall-Plan dienen, den die USA nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa starteten. Vor allem hat die Bundesrepublik damals von den Finanzspritzen aus Washington profitiert.

Die jüngste Aussage von Varoufakis zeigt, dass der Oberbuchalter der Griechen von seinen monatelangen Eskapaden nichts gelernt hat. Die EU sind nicht seine Studenten, die von ihm Befehle annehmen. Die längst anfällige Hausaufgaben müssen das Land und sein Finanzminister selbst machen, sonst bleibt die Politikerkarriere des Professors sehr kurz.

Varoufakis kann zudem sicher sein, dass nach seiner möglichen Entmachtung durch Tsiprasihn auch kein Student der Welt ernst nehmen wird. Denn den gelernten Stoff müssen die jungen Berufsanfängerauch später in die Praxis umsetzen. Wenn der Professor dies trotz viele veröffentlichen Bücher dies nicht konnte, wer dann noch?

Fotoquelle: Webseite von Yannis Varoufakis

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