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Die Redaktion des Baltikum-Blattes wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Osterfeiertage


Finnland: Russlands Präsident Putin besucht Finnland

Russlands Präsident Wladimir Putin mit seinem finnischen Amtskollegen Sauli Niinistö in KultarantaRusslands Präsident Wladimir Putin mit seinem finnischen Amtskollegen Sauli Niinistö in KultarantaEs gibt in der Europäischen Union nur noch wenige Staaten, die bereit sind, Russlands Präsident Wladimir Putin zu empfangen − Finnland ist so ein Staat. Helsinki versucht traditionell einen guten Draht zu dem Kreml zu halten – das skandinavische Land hat eine rund 1300 Kilometer lange Grenze zu Russland plus schlechte Erfahrungen mit dem mächtigem russischen Bären.

Die Rote Armee griff 1939 gemäß dem Hitler-Stalin Pakt die kleine Nation an und nur, weil die Truppen der roten Diktator wegen der Säuberungen bei der Militär schwach waren, konnten die Finnen einen unglaublichen Teilerfolg bei der Kämpfen gegen den großen Nachbar verbuchen. Später musste das Land jedoch schmerzhafte Reparationszahlungen an die Sowjetunion leisten und verlor Teil seines Territoriums in Karelien.

Aus diesem Hintergrund wirkt wie ein Wunder, dass Finnland trotzdem, im Gegensatz zu Estland, seine Unabhängigkeit bewahren konnte. Im Gegenzug verlangte der Kreml den Neutralität des Landes. Für Helsinki begann ein Eiertanz, um die Souveränität des Landes zu erhalten. Manche Politikexperten nannten dies herabsetzend „Finnlandisierung“ - Helsinki versuchte auf staatlicher Ebene gute Beziehungen zu seinem mächtigen Nachbarn aufrecht zu halten. Dies bedeutete aber keinesfalls einen Zensur der Wahrheit. Finnland glänzt bis heute mit seiner freien Presse auf den Ranglisten. Das heißt, Kritik gegen Sowjetunion und Russische Föderation war und ist durchaus erlaubt – die Medien werden von der Staat nicht gelenkt.

Überlegungen für eine NATO-Mitgliedschaft

Nach der Annektion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch Russland 2014 und Aktivitäten der russischen Soldaten in der Ostukraine sind Überlegungen auf der Tagesordnung, sich bei der westlichen Verteidigungsallianz NATO als Mitglied zu bewerben.

Bei seinem aktuellen Staatsbesuch in Finnland hat Putin jedoch in der Sommerresidenz des finnischen Präsidenten Sauli Niinistö in Kultaranta auf der Insel Luonnonmaa in Naantali im Südwesten des Landes warnende Worte an die NATO gerichtet: Sollte die Bündnis Finnland als Mitglied aufnehmen, werde Russland dies nicht tatenlos akzeptieren: "Glauben Sie, wir werden dann alles so beibehalten, wie es ist und unsere Militär 1500 Kilometer entfernt halten?", sagte Putin zornig und erklärte weiter: „Vielleicht würde die NATO ja gerne "bis zum letzten finnischen Soldaten" gegen Russland kämpfen... Braucht ihr das? Wir nicht. Wir wollen das nicht. Aber es ist eure Entscheidung.“ Vom Gesicht von Gastgeber Niinistö war abzulesen, dass die Drohung des russischen Oberbären angekommen war.

Bei den umstrittenen russischen Militärjets, die ohne nötige Erkennung über die Ostsee unterwegs sind, zeigte der Kremlchef sich aber kompromissbereit, als sein finnische Amtskollege für die Verwendung von Transpondern warb, welche die Identifizierung der Flugzeuge durch die Luftraumüberwachung erlauben. Putin stimmte dem Vorschlag zu, er werde dieses Thema bei dem nächsten Treffen des NATO-Russland-Rates in Brüssel ansprechen. Der Kremlchef konnte dabei allerdings die Bemerkung nicht verkneifen, dass die Allianz-Jets öfter ohne Transponder fliegen als die russische Militärmaschinen.

Der NATO-Gipfel findet in polnischen Hauptstadt Warschau am 8. und 9. Juli statt. Auch Niinistö wird daran teilnehmen, obwohl Finnland kein Bündnismitglied ist. (asie)

Foto: © Kreml-Presse

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