Google+
Diese Website selbst verwendet Cookies nur zur Funktionaltät. Die Cookies der
Werbepartner können werberelevante Informationen sammeln und weiterleiten.

Werbung


Finnland: Eine lange Tradition der Transparenz in Helsinki

Stadtverwaltung von Helsinki (weißes Haus in der Mitte)Stadtverwaltung von Helsinki (weißes Haus in der Mitte)Die UNESCO hat den 3. Mai zum internationalen Tag der Pressefreiheit erklärt. 20016 wird die jährliche Konferenz zum World Press Freedom Day in Hauptstadt Finnlands, Helsinki, organisiert. Die Tagung in der Finlandia-Halle findet unter der Schirmherrschaft des Staatspräsidenten Sauli Niinistö statt.

Seit 2008 platziert die Organisation Reporter ohne Grenzen Finnland an erster Stelle der Rangliste der Pressefreiheit. Das Recht auf Presse- und Meinungsfreiheit blickt in skandinavischen Land auf eine lange Geschichte zurück, denn die „Druckfreiheit“ wurde in Finnland, das damals noch Teil Schwedens war, erstmals vor genau 250 Jahren gesetzlich festgeschrieben.

Im Jahr 1766 wurde die vom finnischen Pfarrer und Abgeordneten Anders Chydenius initiierte Druckfreiheit, bzw. das Gesetz über die Pressefreiheit, eingeführt. Wesentlicher Teil dieses Gesetzes war das Öffentlichkeitsprinzip der Verwaltung, das die allgemeine Einsichtnahme in die Dokumente und Akten der Behörden garantiert. Dies gilt bis heute als ein zentrales Element transparenter und demokratischer Entscheidungsprozesse nicht nur der Stadtverwaltung der Hauptstadt sondern in ganz Finnland.

Online-Akteneinsicht auf Open Ahjo

Die Möglichkeit, öffentliche Dokumente der Behörden ohne Angabe von Gründen einsehen zu können, gilt als ein Grundrecht schon seit Chydenius´ Zeiten. Heute ist es nicht mal mehr erforderlich, hierfür einen Antrag zu stellen oder sich gar ins Archiv zu begeben, denn Helsinki stellt diese Dokumente auf Open Ahjo der Öffentlichkeit bereit. Jedermann kann dort Tagesordnungen und Entscheidungen der verschiedenen Verwaltungsgremien abrufen, aktuelle Vorhaben der Verkehrs- und Bauplanung sehen oder einen Blick in die Finanzen der Stadt werfen. Unterschiedliche Suchparameter ermöglichen es, Daten aus einem bestimmten Stadtteil, einem Verwaltungsbereich oder aufgrund des Entscheidungsträgers zu suchen. Die Datensätze werden täglich aktualisiert und stehen rund um die Uhr zur Verfügung.

Reform der Gemeindeordnung im kommenden Jahr

Für eine bessere Transparenz soll auch die im kommenden Jahr in Kraft tretende Verwaltungsreform sorgen, die die Leitungs- und Amtsstruktur der Ostsee-Metropole grundlegend ändern wird. Das heutige Modell gilt als problematisch, da der Oberbürgermeister sowie die vier Vizebürgermeister offiziell kommunale Beamte sind, die in Wirklichkeit aber aufgrund der politischen Machtverhältnisse im Stadtrat in ihre Ämter ernannt werden.

Durch diese Reform soll sich eine bessere demokratische Legitimierung des Führungsgremiums der Stadt ergeben. Die scheinbar unpolitische „Beamten-Bürgermeister“ werden durch Politiker ersetzt, die zum Beginn der neuen Legislaturperiode vom Stadtrat gewählt werden. Ihre Amtszeit wird von den heutigen sieben Jahren auf die Dauer der Legislaturperiode von vier Jahren gekürzt. Gleichzeitig werden die derzeitigen etwa 30 Ämter auf vier Dezernate zusammengefasst.

Neue Anwendungen durch Open Data

Finnland besetzt den fünften Platz auf dem Global Data Index 2015, der Länder anhand der Verfügbarkeit von Open Data auflistet. Als nationaler Vorreiter fördert die Stadt Helsinki aktiv diese Entwicklung und macht die großen Mengen der in städtischen Einrichtungen erzeugten Daten auf Helsinki Region Infoshare (HRI) öffentlich zugänglich.

Die Plattform beinhaltet Statistiken, Karten und sonstige Datensätze verschiedener Bereiche der Stadtverwaltung Helsinkis und ihrer Nachbargemeinden. Mithilfe dieser ist beispielsweise die App sporat.fi enstanden, die in Echtzeit den Verlauf aller Straßenbahnen auf der Karte zeigt.

Die Service-Karte (servicemap.hel.fi) nutzt Daten verschiedener Programmierschnittstellen. So kann man unter anderem die Barrierefreiheit kommunaler Einrichtungen prüfen, Veranstaltungen oder Touristenattraktionen suchen und aktuelle Baustellen zeigen lassen. Der integrierte Routenplaner ermöglicht es, mit ein paar Klicks auf der Karte den schnellsten Weg zu Fuß, mit öffentlichen Verkehrsmittel, Fahrrad oder Auto zu erkunden.

Alle Daten auf hri.fi/en können kostenlos und uneingeschränkt, auch für kommerzielle Zwecke, weiterverarbeitet und genutzt werden. Dadurch bietet Open Data für Unternehmen und Programmierer vielseitige Möglichkeiten neue Geschäftsmodelle zu generieren.

Die Stadt pflegt einen aktiven Dialog mit den Softwareentwicklern. Im Rahmen von Helsinki Loves Developers verlegt HRI alle zwei Wochen sein Büro in einen öffentlichen Raum im Stadtzentrum, wo alle Interessierten eingeladen sind, sich über die aktuelle Projekte zu informieren und auch eigene Ideen zu diskutieren. dev.hel.fi

Quelle Helsinki News

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.



Werbung

Werbung