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Evangelische Kirche in Deutschland: Homoehe auch in Rheinland-Pfalz

Altar der Heiligengeist Kirche in HeidelbergAltar der Heiligengeist Kirche in HeidelbergDie Katholische Kirche tut sich schwer mit Reformen. Der Vatikan will die Lebensrealität nicht anerkennen, denn de facto leben viele gleichgeschlechtliche Paare seit Jahren zusammen und können in vielen Ländern sogar Zivilehen abschließen und Kinder adoptieren.

Ganze drei Wochen dauerte im vergangenen Oktober die Familiensynode in Rom, doch es wurde weiterhin festgestellt, dass beim Thema „Homosexuelle Partnerschaften“ die Unterschiede so groß sind, dass eine gemeinsame Auffassung nicht möglich ist. Die Abschlusserklärung von 270 Bischöfen zeigt, wie die faktischen Machtverhältnisse in der katholischen Kirche aussehen: Papst Franziskus mag sehnlichst Reformen wünschen, doch fortschrittliche Kleriker hat der Heilige Vater nicht an seine Seite. Darunter leiden nicht nur Queer-Menschen, sondern auch wiederverheiratete Geschiedene. Mit Alleinerziehenden geht die katholische Kirche ebenso hartherzig um.

Die Situation ist ganz anders in der Evangelischen Kirche, obwohl die Homoehe seit den 1980er Jahren in Gemeinden, Synoden und Kirchenleitungen auch ein Konfliktthema ist wie im Vatikan. Maßgeblich für die theologische Sicht der Homosexualität sind der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zufolge die biblischen Aussagen über den Menschen, seine Sexualität und die homosexuelle Praxis. Um innerhalb der evangelischen Kirche zu einer Klärung zu finden, legte der Rat der EKD 1996 eine Orientierungshilfe zum Thema "Homosexualität und Kirche" unter dem Titel „Mit Spannungen leben‟vor.

Damit entscheiden die Landeskirchen individuell, ob sie die Homoehe erlauben wollen oder nicht. In Hessen und Nassau beispielsweise können schwule und lesbische Paare schon kirchlich heiraten. Nun stimmte auch die Synode der zweitgrößten deutschen Landeskirche im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler mehrheitlich für die Möglichkeit der kirchlichen Trauung gleichgeschlechtlicher Paare. Von den 211 Stimmberechtigten waren nur sieben dagegen, neun erhielten sich. Dadurch ist die Eheschließung von homosexuellen Paaren eine offizielle Amtshandlung, die in den gleichen Kirchenbüchern festgehalten wird wie bei heterosexuellen Paaren. Mit ihrer Entscheidung ist die evangelische Kirche in Rheinland-Pfalz nach der evangelischen Kirche in Hessen und Nassau die zweite in Deutschland, die gleichgeschlechtliche Paare mit Eheleuten gleichstellt. Bislang konnten schwule und lesbische Paare kirchlich nur eine Segnung entgegen nehmen.

Die Pfarrer werden aber auch nach der Kirchenrechtsänderung die Möglichkeit haben, Trauungen gleichgeschlechtlicher Paare aus Gewissensgründen abzulehnen. (asie/tmich)

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

 

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