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ITS übernimmt bedeutende Sammlung von Lagerzeitschriften

Lagerzeitschriften im ITS-ArchivVon 1945 an erschienen zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften von ehemaligen Konzentrationslager-Insassen, die in Verfolgtenverbänden und Lagerkomitees organisiert waren oder noch immer sind. Oft ging es um Fragen der Entschädigung, um praxisorientierte Hilfen für die ehemals Verfolgten der Naziregime sowie die Strafverfolgung der Täter. Eine umfangreiche Sammlung dieser Zeitungen und Zeitschriften hat die Bibliothek des International Tracing Service (ITS) nun übernommen. Sie entstand auf Initiative des Internationalen Sachsenhausenkomitees (ISK) und war zuletzt provisorisch im Stadtarchiv Dortmund untergebracht.

Eine einzigartige Spezialsammlung

Diese neu hinzugekommene, internationale Sammlung ergänzt den eigenen Bestand, so dass der ITS nun insgesamt über eine in dieser Breite und Tiefe wohl einzigartige Spezialsammlung von Publikationen ehemals Verfolgter verfügt. „Insgesamt gab es weltweit sicher mehrere hundert solcher Zeitschriften und Zeitungen, die sich vor allem nach Lagerorten und politischen Überzeugungen ausdifferenzierten“, erläutert Dr. Henning Borggräfe, Leiter der Bibliothek und stellvertretender Leiter der Abteilung Forschung und Bildung beim ITS. „Die Zeitschriften der Verfolgtenverbände und Lagerkomitees enthalten nicht nur viele Details über die Verfolgungsgeschichte, sondern geben Auskunft über die politischen Aktivitäten und die sich wandelnde Erinnerung der organisierten NS-Verfolgten in der Nachkriegszeit, was sie gerade vor dem Hintergrund des Ablebens der letzten Überlebenden zu einer wichtigen Quelle der historischen Forschung macht.“

Ehemals politisch Verfolgte engagierten sich

Viele der organisierten Überlebenden waren schon vor ihrer Inhaftierung politisch aktiv gewesen und knüpften nach 1945 daran an. So ist der neu zum ITS gekommene Bestand eine Sammlung von Zeitungen, Pressedienste und Periodika der antifaschistischen Widerstandskämpfer- und Verfolgtenverbände. 1979 hatte das Internationale Sachsenhausenkomitee auf einer Tagung in Kopenhagen den Beschluss gefasst, dass bei seinem damaligen nationalen Ableger in Dortmund eine solche Sammlung aufgebaut werden sollte. Es handelt sich um mehr als 140 Titel aus 17 Nationen beziehungsweise von übernationalen Verbänden, darunter die ab 1947 erschienenen Nachrichten der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) sowie die von 1949 an herausgegebene VVN-Wochenzeitung „Die Tat“. Auch als die Sammlung provisorisch im Dortmunder Stadtarchiv untergebracht worden war, wurde sie bis zuletzt privat im Sinne der damaligen Initiatoren weiterbetreut. Der ITS übernimmt mit der Sammlung die Aufgabe, die historisch wertvollen Materialien zu erhalten, wissenschaftlich zu erschließen und der Forschung und Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Zeitungen und Zeitschriften können nach den notwendigen Erschließungsarbeiten ab Herbst 2015 beim ITS in Bad Arolsen eingesehen werden.

Über den ITS

Der International Tracing Service (ITS) ist ein Archiv- und Dokumentationszentrum über NS-Verfolgung und die befreiten Überlebenden. Aus mehr als 30 Millionen Dokumenten erhalten ehemals Verfolgte und ihre Nachfahren Informationen zur Inhaftierung, Zwangsarbeit sowie der Nachkriegsunterstützung durch die Alliierten. Das Archiv ist zugleich die Grundlage für Forschung und Bildung. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden, besteht eine internationale Zusammenarbeit mit Gedenkstätten, Archiven und Forschungsinstitutionen.

Der ITS erinnert an die Opfer des Holocaust sowie der NS-Verbrechen und leistet einen Beitrag zur Gedenkkultur. Seit 2013 sind die Originaldokumente des Archivs Teil des UNESCO-Weltdokumentenerbes „Memory of the World“.

Die Aufsicht des ITS obliegt einem Internationalen Ausschuss mit Vertretern aus elf Mitgliedstaaten: Belgien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Israel, Italien, Luxemburg, Niederlande, Polen, Großbritannien, USA. Finanziert wird der ITS aus dem Haushalt der Beauftragten für Kultur und Medien (BKM). Sein institutioneller Partner ist aktuell das Bundesarchiv.

Foto: ITS

 

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