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Kardinal Lehmann zur Seligsprechung von Papst Paul VI.: Wir haben ihn verkannt

Papst Paul VI. im Januar 1964 im Heiligen Land. Damals hatte seit mehr als 150  		Jahren kein Nachfolger Petri mehr italienischen Boden verlassen.Papst Paul VI. im Januar 1964 im Heiligen Land. Damals hatte seit mehr als 150 Jahren kein Nachfolger Petri mehr italienischen Boden verlassen.Papst Franziskus spricht am kommenden Sonntag, 19. Oktober, auf dem Petersplatz in Rom Papst Paul VI. selig, der von 1963 bis 1978 im Amt war. Zu deren Anlass der gibt es auf der Homepage der Deutschen Bischofskonferenz ein Internetdossier, in dem sich Kardinal Karl Lehmann als Zeitzeuge mit der Person Papst Paul VI. auseinandersetzt.

Der Mainzer Bischof schreibt, er sei überzeugt, dass der Nachfolger Petri, der bis heute für viele als der sogenannte „Pillenpapst“ gelte, bisher verkannt worden sei. Papst Paul VI. habe mit großer Entschlossenheit das Zweite Vatikanische Konzil fortgesetzt, das sein Vorgänger Johannes XXIII. einberufen hatte. „Dies gilt nicht nur für seine (Papst Pauls VI.) große Aufmerksamkeit für das Konzilsgeschehen, sondern besonders auch für die Verwirklichung der nachkonziliaren Reformen“, so Kardinal Lehmann. „Er hat als Papst die für die Kirche schwierigen, aufgestauten Probleme der Moderne erkannt und die ‚Zeichen der Zeit‘ nüchtern zur Kenntnis genommen. Er bereiste als erstes Kirchenoberhaupt die Welt, baute Brücken zur Orthodoxie, zum Judentum und galt rasch durch seinen Einsatz für Evangelisierung, Frieden, Entwicklung und Gerechtigkeit als der erste moderne Papst.“

Papst Paul VI. sei bewusst gewesen, dass die Enzyklika „Humanae vitae – zu den Fragen von Ehe und Familie heute“ großes Gewicht habe. Kardinal Lehmann zitiert den Papst mit den Worten: „Schweigen können wir nicht. Reden ist problematisch. Solche Fragen hat die Kirche seit Jahrhunderten nicht lösen müssen.“

Die Äußerungen zur Empfängnisverhütung und Geburtenregelung in der Enzyklika „Humane vitae“ seien nur wenige Zeilen in einer lehrreichen Enzyklika zu Ehe und Familie, was leider bis heute nicht genügend beachtet werde. Als Errungenschaften unter dem Pontifikat von Papst Paul VI. hebt Kardinal Lehmann die Schaffung des erneuerten Messbuches 1969, der Weltfriedenstage, der Abteilung für Moderne Kunst in den Vatikanischen Museen, der Bischofssynode sowie die Äußerungen zum Frieden und zur Entwicklung der Völker in der Enzyklika „Populorum progressio“ von 1967 hervor. Mainzer Bischof erinnert auch daran, dass es Papst Paul VI. war, der die Tiara, die dreifache Krone des Pontifex, für immer absetzte und zugunsten der Armen verkaufte.

Die Seligsprechung von Papst Paul VI. wird Papst Franziskus zum Abschluss der dritten Außerordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode vornehmen.

Foto: © KNA/ Knapp / Deutsche Bischofskonferenz / Presse

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