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Unzufriedenheit bei der Mütterrentenreform

Aktionsgruppe Mütter für Rentengerechtigkeit - DemonstrationAktionsgruppe Mütter für Rentengerechtigkeit - DemonstrationDeutscher Bundestag und Bundesrat haben inzwischen die versprochene Verbesserung der Mütterrente beschlossen. Dies empfinden die älteren deutschen Mütter als überfälligen Schritt und späte Anerkennung ihrer Vorsorgearbeit und finanziellen Opfer für die Erziehung der nun produktiven Generation, die ja die Renten mit ihren aktuellen Beiträgen finanziert. Die junge Generation zahlt jedoch vor allem die Renten der Väter und der Kinderlosen, während die eigenen Mütter überwiegend Renten unter dem Lebensminimum erhalten.

Dazu muss man wissen, dass im ehemaligen Westdeutschland – anders als im Osten und in den allermeisten anderen EU-Ländern – diese Generation von Müttern wegen fehlender staatlicher Unterstützung sowohl bei Betreuung wie auch durch Steuer- und Sozialgesetze gezwungen war, ihre Berufstätigkeit zugunsten der Kindererziehung aufzugeben und erst viele Jahre später oft nur mit geringen Beschäftigungen kleine Rentenanwartschaften aufbauen konnten, sagt Ulrike Adler aus Aktionsgruppe „Mütter für Rentengerechtigkeit“.

Jüngere Mütter bekommen seit 1992 ab Geburt drei Jahre teilweise bezahlten Elternurlaub und generell pro Kind drei Jahre Rentenanspruch gutgeschrieben. Mit der neuen Gesetzänderung erhalten nun die älteren Mütter (alternativ etwa ein Prozent Väter) bis zu zwei Jahre Rente pro Kind angerechnet.

Warum gibt es nun immer noch Unzufriedenheit?

Die älteren Mütter erhalten noch immer nicht die gleiche Behandlung, was ein bis drei Jahre weniger Rentenanspruch pro Kind bedeutet. Das ist bei den meist geringen Renten von Müttern ein gewichtiger Faktor. In Deutschland beträgt die durchschnittliche Rente aller 10,7 Millionen Rentenempfängerinnen nur rund 560 Euro pro Monat, weniger als die Hälfte der Männerrente. Bei Betriebs- oder Zusatzrenten ist der Geschlechterunterschied noch größer.

Mütter mit mehr als einem Kind wiederum haben pro Kind fast 100 Euro weniger Rente als Frauen ohne Kinder. Deshalb haben fast die Hälfte aller Altersrentnerinnen im Westen im Schnitt monatlich nur 297 Euro Rente. Zur Vergleich: die Armutsgrenze in Deutschland liegt bei etwa 900 Euro im Monat!

Kinder als Armutsrisiko, auch noch viele Jahre später! Diese Nachteile und finanziellen Einbußen von Elternschaft tragen erheblich zum Geburtenrückgang in Deutschland bei und verschärfen die Probleme der Überalterung. So höhlt die ungerechte Mütterrente den Generationenvertrag der Rentenfinanzierung aus, also die Grundlage ihrer Finanzierung.

Unzufriedenheit gibt es jedoch auch bei den Jüngeren, da sie als Rentenbeitragszahler in erheblichem Umfang die Mütterrente finanzieren müssen. Denn dieses Geld wird nicht aus allgemeinen Finanzmitteln gezahlt. Beamte, Freiberufler, Vermögende, Erben tragen nichts dazu bei.

So sind die wenigsten mit den jetzigen Reformplänen zufrieden. Auch nicht die „Mütter für Rentengerechtigkeit“, eine seit über einem Jahr bestehende Aktionsgruppe für gleiches Rentenrecht. Sie fordern weiterhin eine vollständige Angleichung aller Mütterrenten.

www.muetter-fuer-rentengerechtigkeit.de

Foto: ©Aktionsgruppe Mütter für Rentengerechtigkeit

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