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Estland stellt Gedenkmünze vor

Gedenkmünze der Republik EstlandDie estnische Nationalbank (Eesti Pank) stellte am Freitag 31. März das Motiv der 2-Euro-Gedenkmünze 2017 zum Thema „Estlands Weg in die Unabhängigkeit“ vor. Der Entwurf zeigt Eichenlaub, kahle Eichenäste sowie einen Stamm.

Die gewundene Eiche symbolisiert dabei Estlands Weg zu einem freien souveränen Staat. Die kahlen Äste beziehen sich auf das Jahr 1917, als das eigene Landesparlament gegründet wurde, die Blätter symbolisieren Stärke, Leistung und Langlebigkeit. So ziert auch das Eichenlaub das große Wappen der Republik Estland. Das Wort „Maapäev“ steht für den damaligen Provisorischen Landtag des Gouvernements Estland (eigentlich „Ajutine Maanõukogu“, inoffiziell „Maapäev“ genannt), der zwischen dem 14. Juli 1917 und dem 23. April 1919 das Parlament des Gouvernements Estland war. Die Republik Estland wurde einige Monate später, am 24. Februar 1918, gegründet.

Das Motiv der Gedenkmünze hat Jaan Meristo entworfen. Das Geldstück erscheint in einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren.

Info:

Estland war im Zuge des Großen Nordischen Krieges seit 1710 dem russischen Kaiserreich eingegliedert. Nach der Großen Gesandtschaft hatte sich der damalige Herrscher Peter der Große entschlossen, die Auseinandersetzung zunächst nicht mit dem Osmanischen Reich (der heutigen Türkei), sondern mit Schweden im Nordwesten zu suchen. 1700 begann der Große Nordische Krieg. Nach fast zehn Jahren des Kämpfens mit Verwüstungen in bis dahin unbekanntem Maß auf dem livländisch-estnischen Kriegsschauplatz wendete sich das Kriegsglück dauerhaft zugunsten Russlands. Nach der für Karl XII. von Schweden so verhängnisvollen Schlacht bei Poltawa in der heutigen Ukraine eroberte Russland 1709 die baltischen Provinzen mit ihren Hauptstädten Riga und Rewal, dem heutigen Tallinn.

Nach der Februarrevolution 1917 in Russland wurde auch in dem kleinsten Baltenstaat die Zarenherrschaft beendet. Am 12. April erließ die provisorische Regierung ein Dekret über die Autonomie Estlands. Im Mai und Juni 1917 fanden dann die allgemeinen, indirekten Wahlen zum provisorischen Landtag des Gouvernements Estland mit Sitz in Tallinn statt.

Am 28. November 1917, kurz nach der Oktoberrevolution der Bolschewiki unter der Führung von Wladimir Iljitsch Lenin in Petrograd (heute St. Petersburg), erklärte sich der provisorische Landtag in Tallinn in seiner letzten Sitzung zur obersten Gewalt in Estland bis zum Zusammentritt einer verfassungsgebenden Versammlung. Die Versammlung setzte einen Ältestenrat (Eesti maapäeva vanemate nõukogu) ein, der im Krisenfall auch die Kompetenz zur Gesetzgebung hatte.

Der Forderung der Bolschewiki nach einer Selbstauflösung des Landtages kamen die Abgeordneten nicht nach. Elf Tage später wurde der Landtag von den Bolschewiki gewaltsam aufgelöst. Die Abgeordneten gingen in den Untergrund. Die Staatsgewalt in Estland wurde von November 1917 bis Februar 1918 vom bolschewistischen Kriegs-Revolutionskomitee Estlands (Eestimaa Sõja-Revolutsioonikomitee) ausgeübt und war von Greueltaten an Regimegegnern geprägt.

In der Endphase des Ersten Weltkrieges, unter dem Eindruck der sich aus Estland zurückziehenden russisch-bolschewistischen Truppen und des sich damit abzeichnenden Machtvakuums, nahm der Ältestenrat des Landtages am 19. Februar 1918 das national geprägte „Selbständigkeitsmanifest“ an und bildete das dreiköpfige „Rettungskomitee“ („Päästekomitee“) mit umfassenden exekutiven Befugnissen.

Am 24. Februar 1918 erklärte der Ältestenrat des Landtages in Tallinn mit dem „Manifest an alle Völker Estlands“ („Manifest kõigile Eestimaa rahvastele“) unter Berufung auf die Volkssouveränität endgültig Estlands staatliche Unabhängigkeit von Sowjet-Russland. Am selben Tag bestimmte er die 13-köpfige provisorische Regierung Estlands, der auch Mitglieder der nationalen Minderheiten angehören sollten. Das Manifest war bereits am Abend zuvor in der Ostsee-Kurstadt Pärnu (deutsch Pernau) öffentlich verlesen und gedruckt worden.

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