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Estnischer Nationalfeiertag in Berlin

 Kersti Ala-Murr, begleited von Jaak LutsojaKersti Ala-Murr, begleited von Jaak LutsojaVon Ülo Salm, Berlin

Nach rund 700-jähriger Fremdherrschaft unter Dänen, Deutschen, Schweden und Russen, unter deren das kleine Volk der Esten nie seine nationale Identität verloren hatte, wurde von der jungen Republik am 24. Februar 1918 die Unabhängigkeit verkündet. Der nachfolgende zweijährige Freiheitskrieg führte 1920 im Friedensvertrag von Tartu (Dorpat) dazu, dass Russland die estnische Unabhängigkeit „für immer“ anerkannte. Wir wissen, was 20 Jahre später infolge des sogenannten Hitler-Stalin-Paktes geschah.

In diesem Jahr konnten die Esten ihren Nationalfeiertag nicht in ihrem schönen Botschaftsgebäude im Diplomatenviertel in Berlin-Tiergarten feiern. Da das Gebäude grundlegend renoviert wird, musste man in Veranstaltungsräume in der „Denkerei“ in Berlin-Kreuzberg ausweichen. Das tat den Feierlichkeiten allerdings keinen Abbruch.

Die vom estnischen Botschafter Dr. Mart Laanemäe mit dem ihm eigenen unterschwelligen Humor vorgetragene Festrede orientierte sich, wie zuvor seine Rede im Rahmen der Veranstaltungsserie der Adenauer-Stiftung „Mein EUropa“ am 15. Februar an der Rolle und Situation Estlands in der Europäischen Union. Der Botschafter meinte, es gebe andere Aspekte als nur das Problem Russland oder die bekannte Digitalisierung des Landes. Da Estland im zweiten Halbjahr 2017 den Vorsitz im Rat der Europäischen Union einnehmen werde, stehe als Hauptaufgabe an, die EU zusammen- und beschlussfähig zu halten. Dabei gebe es im Wesentlichen vier Themenbereiche: Eine offene und innovative Wirtschaft, die Sicherheit Europas, Digitalisierung und freier Datenverkehr, weitere und nachhaltige Integration.

Der Botschafter betonte die gemeinsamen Werte des Westens, die wichtiger als das materielle seien, da deren Einhaltung zu allgemeinem Wohlstand und zum Wohlfühlen führten, nicht aber Diktaturen, deren Prioritäten andere seien. Aus diesen Gründen sei die Staatsform der Republik so wichtig. Sie habe gute, schlechte und ganz schlechte Zeiten überdauert und es möge so bleiben.

Es folgten gesangliche und musikalische Darbietungen überwiegend estnischer Volksmusik als auch ein Ausflug ins Lateinamerikanische. Herausragend die Sängerin Kersti Ala-Murr mit ihrer beeindruckend starken Stimme und ihr Partner, der virtuose Akkordeonspieler Jaak Lutsoja. Die in Berlin gegründete estnische Volkstanzgruppe Tuljak bot den Gästen Heimatliches auch für das Auge.

Den Abschluss bildete das gemeinsame Singen der estnischen Nationalhymne.

Das nachfolgende reichhaltige Büfett bot Gelegenheit, bei einem Glas Wein in entspannter Atmosphäre gute Gespräche zu führen.

Fotos: © Merit Kopli mit freundlichen Genehmigung

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