Ad-Test
Google+
Diese Website selbst verwendet Cookies nur zur Funktionaltät. Die Cookies der
Werbepartner können werberelevante Informationen sammeln und weiterleiten.


Estland: Zollbehörde vernichtet konfiszierte Fahrzeuge

McLaren - SymbolbildMcLaren - SymbolbildRusslands Präsident Wladimir Putin will, dass die Russen Fahrzeuge „Made in Russia“ kaufen. Doch die heimischen Autos, hergestellt in der Stadt Toljatti (auch Togliatti) an der Wolga im Bezirk Samara, können immer noch nicht die gleiche Qualität vorweisen wie ihre westlichen Konkurrenten. Das Unternehmen AvtoVAZ ist ein russischer Automobilproduzent, der seit 2001 die Fahrzeuge unter dem Markenzeichen der Chevrolet Motor Division baut. Ziel des Herstellers sollte es sein, die neue Generation der Marke Lada Niva in Großserie zu produzieren. Chevrolet versuchte zwar, den Niva per eigenen Markennamen zu produzieren, scheiterte aber. Um effizienter gegen die Produktionsprobleme vorzugehen, sah man sich dann letztendlich zu einem Joint-Venture gezwungen. Heute erfolgt die Produktion in Toljatti in Zusammenarbeit mit Renault-Nissan http://company.avtovaz.ru/en/

Um den Verkauf der russischen Eigenproduktion zu beflügeln, hat Russland die Zölle für westliche Fahrzeuge deutlich erhöht. Wer zum Beispiel einen BMW X6 in das Putin-Land einführen will, muss 48 Prozent des Wagenpreises, mindestens aber 60.000 Euro, als Zollgebühr aufbringen. Doch die Gauner wussten schon immer, wie gegen die ungünstigen Bestimmungen vorzugehen ist – mit Fälschen. Man frisiert einfach die Identität und Fahrzeug-Identifikationsnummer des Wagens, um Steuern zu sparen und/oder entwendete Autos über die Grenze zu bringen.

Das wissen auch die Zollbeamten in Estland, die ihren Dienst am Grenzkontrollpunkt Luhamaa leisten. Dort stehen zur Zeit 50 konfiszierte Fahrzeuge. Wenn die Fahrzeug-Identifikationsnummer beschädigt oder frisiert ist, bedeutet das aus juristischer Sicht, dass die Person dem Zoll gefälschte Dokumente vorgelegt hat und eine Geldstrafe bis zu 1000 Euro zahlen muss. Der Besitzer muss die Grenze nun zu Fuß überqueren, um in der Heimat die Einfuhrformalia samt Zollgebührenzahlungen zu erledigen. 30 Prozent der konfiszierten Fahrzeuge werden aber nicht mehr abgeholt.

Ein Fahrzeug mit frisierter Identifikationsnummer kann nicht mehr amtlich registriert werden. Dann entscheidet ein Gericht, ob es vernichtet werden darf.

Die Russen lieben vor allem die Automarken BMW, Audi, Porsche, Land Rover und Toyota. Fast alle Fahrer der beschlagnahmten Wagen sind 25 bis 45 Jahre alte Männer.

Falls ein Wagen mit gefälschter Fahrzeug-Identifikationsnummer als gestohlen gemeldet ist, wird die Behörde des Staates, in dem das Auto gestohlen wurde, informiert. Die Kosten tragen normalerweise Versicherungen, die dem Besitzer den Wert des Fahrzeuges oder dessen Rücküberführungskosten erstatten. Dementsprechend müssen alle Autoversicherer den Betrug durch Erhöhung der Versicherungsleistungen hinnehmen.

Dem estnischen Polizei- und Grenzschutzamt zufolge wurden wie folgt Fahrzeuge konfisziert:
2013: 18
2014: 81
2015: 34
2016: 21

Quelle: Delfi

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.