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Estnischer Nachrichtendienst warnt britische Soldaten vor russischen Provokationen

In Estland – hier Altstadt der Hauptstadt Tallinn – hat niemand Angst vor britischen SoldatenIn Estland – hier Altstadt der Hauptstadt Tallinn – hat niemand Angst vor britischen SoldatenGemäß dem Präsenz-Projekt der westlichen Verteidigungsallianz NATO, „Enhanced Forward Presence“, kommen in März 800 britische Soldaten nach Estland. Dieser symbolische Militäreinsatz wurde beschlossen, nachdem die NATO-Mitglieder, darunter die baltischen Staaten, ihre Sorge darüber äußerten, dass Russland nach den bewaffneten Aktivitäten in der Ost-Ukraine und der Annektion der Schwarzmeer-Halbinsel Krim auch ihre Staaten anzugreifen versucht. Daraufhin wurde beschlossen, einen NATO-Einsatz zur Abschreckung Russlands zu starten.

Nun hat der Chef des estnischen Nachrichtendienstes (Teabeamet) Mikk Marran in einem Interview mit der Zeitung The Times die britischen Soldaten mit deutlichen Worten vor russischen Provokationen gewarnt. Moskau will die NATO-Kämpfer herabwürdigen. Die russischen Provokateure können, um ihr Ziel zu erreichen, sogenannte Liebesfallen oder Schlägereien in Pubs inszenieren. „Russland will die britischen Soldaten als Halsabschneider darstellen,“ so Marran. Moskau wird auch versuchen, die Konten der sozialen Medien zu hacken, um Informationen zu finden, die sich für Erpressungsversuche eignen können. „Der Werkzeugkasten der Russen ist riesengroß – neben Desinformationskampagnen und Erpressungen kann auch Cyberspionage betrieben werden,“ erklärte Marran. Er betonte, dass die Stationierung der 4000 NATO-Soldaten an der westlichen Grenze Russlands Moskau ideale Möglichkeiten bietet, Falschmeldungen über die Kreml-freundlichen Medien zu verbreiten.

Russische „Fake-News“-Kampagne gestartet

Die Sorge ist nicht unberechtigt. Die vom Kreml finanzierte Propagandazeitung Sputnik hat die Aussagen Marrans in den Times sehr geschickt verdreht. Was der Geheimdienstchef Estlands tatsächlich gesagt hatte, wurde aus dem Kontext gerissen, und so entstand eine neue, russische „Wahrheit“. Sputnik zitierte Marran nämlich am 21. Februar auf Deutsch: „Es wird bereits geredet, dass die Einheimischen nicht sehr froh über diese (britischen) Soldaten seien“ und weiter: „Wir können Schlägereien nicht ganz ausschließen.“

Politisch ungeübte Leser, die nur russische Quellen verfolgen, können daraus schließen, dass die estnische Zivilgesellschaft Angst vor NATO-Soldaten habe. Diese Sputnik-Meldung stimmt allerdings nicht und kann als „Fake-News“ eingestuft werden. Es lohnt sich immer, russische Nachrichten zu überprüfen. Heute, wo Falschnachrichten leider zur Medienlandschaft gehören und über die sozialen Medien verbreitet werden, ist es wichtig, sich aus verschiedenen Quellen zu informieren.

Der Originalbericht der Times: www.thetimes.co.uk
Eine Kurzfassung in der The Sun: www.thesun.co.uk

Alternative Fakten und „Fake-News“ aus Russland

Das Wort „alternative Fakten“ (Falschmeldungen) hat eigentlich die Beraterin des neuen US-Präsidenten Donald Trump, Kellyanne Conway, in die Welt gesetzt und wurde prompt von den Medien übernommen. Die ehemalige Sowjetunion, die heutige Russische Föderation, hat seit der Oktoberrevolution im Jahr 1917 eine mächtige politische Geheimpolizei (den heutigen Inlandsgeheimdienst der Russischen Föderation FSB) aufgebaut, die eigens eine Abteilung für Desinformationen und deren Verbreitungsmethoden geschaffen hatte. In Laufe der Jahre sind die Methoden für die Streuung der „alternativen Fakten“ und „Fake-News“ emsig ausgefeilt worden. Niemand sollte die Desinformationskampagnen aus Moskau unterschätzen, vor allem, weil der amtierende Präsident Wladimir Putin selbst ein Geheimpolizist war und sich im Kreml mit ehemaligen Kollegen umgeben hat.

Erst am 14. Februar waren in Litauen stationierte Soldaten der Bundeswehr Opfer einer Verleumdungskampagne geworden. Den inzwischen vom Bundesverteidigungsministerium bestätigten Medienberichten zufolge wurden offenbar in aus Russland gesendeten E-Mails an Politiker und Medien Gerüchte verbreitet, die deutschen Soldaten hätten in der Stadt Jonava, 30 Kilometer nordöstlich der Stadt Kaunas und unweit des Militärstützpunktes Rukla, eine Minderjährige vergewaltigt, Das Baltikum-Blatt berichtete. Eine Untersuchung der litauischen Behörden kam zu dem Ergebnis, dass es nie einen Fall sexuellen Missbrauches gegeben habe. Ermittlungen wegen Verbreitung falscher Informationen wurden eingeleitet.

Die russischen Medien haben ebenso vor einem Jahr den Vergewaltigungsfall „Lisa“ erfunden und in die Welt gesetzt. Das aus Russland stammende 13 Jahre alte Mädchen sei, so die Promoterjournalisten des Kreml, von mehreren Flüchtlingen in Deutschland sexuell missbraucht worden. Obwohl die Staatsanwaltschaft Berlin die Meldung mehrfach überzeugend dementierte und bekannt gab, dass es nachgewiesen sei, dass die Schülerin sich nur wegen schulischer Probleme bei einem Freund versteckt hatte, ging die Verleumdungskampagne munter weiter, Das Baltikum-Blatt berichtete.

Im vergangenen Jahr waren zwei britische Soldaten zu einer Ausbildung in Lettland. Sie wurden in einem Schnellrestaurant in Riga in eine Schlägerei verwickelt und – hoppla – wie aus dem Nichts war da eine Filmgruppe einer prorussischen Zeitung zur Stelle – von welcher Zeitung, ging aus dem Bericht indes nicht hervor. Die britische Tageszeitung The Telegraph hatte damals geschrieben, die Soldaten seien von zwei Unbekannten angegriffen worden, um die Streitkräfte des Königreiches zu diskreditieren. (asie/tmich)

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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