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Oppositionelles ARU-TV startet in Estland

Aru-TvDer russische Satiriker, Journalist und Drehbuch Wiktor Anatoljewitsch Schenderowitsch erzählt dem neuen oppositionellen ARU-TV wie die Zukunft Russlands aussehen wird. Das Land der Präsident Wladimir Putin hat sich mit seinen jüngsten Aggressionspolitik in der Welt total isoliert. Die Landeswährung Rubel fällt, die Erdölpreise sinken, genau so die Abgabe für die Nationalgetränk Wodka. Mit Hochprozentigen haben sich die Russen seit Jahrzehnten abgestumpft. Jetzt soll die flüssige Betäubungsmittel noch billiger werden.

Schenderowitsch ist einer der bekanntesten Kritiker des amtierenden Kremlchefs in der russischen Medien. 2010 unterzeichnete er ein Manifest der russischen Opposition „Putin muss gehen“. Vier Jahre später sorgte der Regimekritiker für einen weiteren Paukenschlag, als er in seinem Artikel auf der Webpräsenz der Zeitung Echo Moskwy die Winterolympia 2014 in russischen Sotschi mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin verglichen hat. Drei Jahre vorher waren die Nazis in Deutschland an die Macht gekommen.

Einige Monate später verglich er das unter Regie der prorussischen Separatisten ausgeführte Referendum auf der ukrainischen Halbinsel Krim mit dem Volksbefragung über die Unabhängigkeit Schottlands; die jahrelangen Aufklärungen auf diesem Landesteil des Vereinigten Königreichs Großbritannien bezeichnete Schenderowitsch als demokratische Abstimmung, die "grünen Männchen" der Krim als "Pornografie". Der Dissident sagte: „Die Volksbefragung auf der Krim war eine reine Erpressung. Denn es wurde gefragt: „Sind Sie für Putin oder das Absägen ihrer Hand mit einer rostigen Säge.“

Schenderowitsch wird regelmäßig in ARU-TV seine kritische Statements über das heutige Russland veröffentlichen. Zunächst sind wöchentlich drei Sendungen geplant.

Von Putin-kritischen Emigranten betrieben
Der neue russischsprachige Internet-Sender wurde von Oppositioneller Pawel Morozow gegründet. Der Weißrusse hat in Estland 2005 politisches Asyl bekommen. Mit Morozow wollen weitere weißrussische und russische Oppositionsführer gegen die Kreml-Falschmeldungen in Ost-Europa Stellung beziehen. Als Hauptmoderator der Sender wird bekannte russische Musikkritiker und Gegner der Putnischen Politik, Artemi Troitski fungieren. Er hat im vergangenen Jahr in Tallinn politisches Rückzugsort gefunden.

Das TV-Kanal wird von MyMedia unterstützt. Eine Initiative der dänischen Regierung finanziert die Aufbau der neutralen Medien in der Türkei und in mehreren Staaten der zerfallenen Sowjetunion.

Zu der Macher der satirischen ARU-TV gehören vor allem politische Emigranten. In einem der Beiträge werden humoristisch die kuriose Beschlüsse der russischen Regierung seit vergangenen Jahr bearbeitet: „Die Zollunion hat im Auftrag des Wirtschafts- und Industrieministeriums der Frauen verboten Spitzenunterwäsche in den Staaten der Zollunion zu tragen,“ erzählt Troitski, der sich einen T-Shirt für die Unterstützung des verhafteten Oleg Navalnyi, Bruder des Putin-Kritikers Alexei Navalnyi angezogen hat. „Meine Meinung nach werden die Spitzenhöschen in China produziert. Was für ein Schlag, was für eine Verschwörung gegen das Himmlischen Imperium!“

Der estnische nationale Rundfunk (Eesti Ringhääling) hat bereits am Anfang des Jahres mit einem wöchentlichen Nachrichtenmagazin in russischer Sprache begonnen. Im Herbst soll dann ein eigenverantwortlicher russischsprachiger Sender starten. Man hofft damit einen Gegenpol für die politisch gefärbten Nachrichten aus Moskau aufbauen zu können. Viele Russen im Baltikum sprechen kein Estnisch, Lettisch oder Litauisch. Dementsprechend sind sie auf russische staatliche Fernsehkanäle angewiesen und übernehmen von dort auch die von Präsident Putin verordnete Weltanschauung. (asie)

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www.aru.tv

Foto: © Aru-TV

 

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