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Russland berichtet über seinen Agenten in Estland

 

Uno PuuseppUno PuuseppDer russische Fernsehkanal NTV berichtet in seiner Sendung „Unser Mann in Tallinn“ über Uno Puusepp, der 20 Jahren bei der Sicherheitspolizei (Kaitsepolitsei /KaPo) der Republik Estland arbeitete. Der Este, der schon beim sowjetischen Geheimdienst KGB in Estland angestellt war, soll nach der Wiederherstellung der Souveränität des Landes seit 1996 als FSB-Spezialagent aktiv gewesen sein. FSB ist eine Nachfolgeorganisation der KGB, des Inlandsgeheimdienstes der Russischen Föderation, der direkt dem Präsidenten Wladimir Putin untergestellt ist.

In der Sendung behauptet der Spion, dass er an Russland Informationen über Estland, die NATO und die USA übermittelt hat. Puusepp hat Estland laut NTV vor drei Jahren verlassen und lebt in Russland. Der Este, der im Film russisch mit starkem estnischen Akzent spricht, arbeitete bei der KaPo vom 13. November 1991 bis zu seiner Pensionierung am 8. April 2011.

Die KaPo hat nach der Ausstrahlung des Berichts Ermittlungen eingeleitet. Von der Behörde wird nun kontrolliert, ob die Aussagen von Uno Puusepp der Wahrheit entsprechen.

Puusepp gehörte zu den KGB-Mitarbeitern, die von der Republik Estland nach dem Zerfall der Sowjetunion übernommen wurden. Er arbeitete bei der Sicherheitspolizei als technischer Mitarbeiter und war unter anderem zuständig für die Abhörarbeit. Die Initiative für die Zusammenarbeit mit der Russen soll von ihm ausgegangen sein. Im Film wird behauptet, dass er für seine Spionagedienste kein Geld wollte. Sein Führungsoffizier soll ein früherer KGB-Kollege, Nikolai Jermakow gewesen sein. Jermakow hat in Estland gewohnt und war als Geschäftsmann oft in Russland unterwegs.

Der NTV-Reportage zufolge haben die von Puusepp gelieferten Informationen mehrere Operationen der USA, von Schweden, Großbritannien und anderen Staaten zunichte gemacht, darunter den Plan der KaPo, über ein geheimes Verbindungskabel Informationen aus der russischen Botschaft in Tallinn Daten abzurufen. Der Este hatte angeblich nach Moskau Berichte weitergeleitet, die für den KaPo-Chef und den estnischen Ministerpräsidenten bestimmt waren. Der FSB behauptet, dass sie dank Puusepp sie schon vor den Enthüllungen von Edward Snowden Informationen über die breite NSA-Spionagetätigkeit gehabt hätten.Uno Puusepp

In der Sendung wird die KaPo in einem schlechten Licht dargestellt. Puusepp behauptet unter anderem, dass er sehr überrascht war, dass sein estnischer Arbeitgeber einen anderen russischen Spion, Wladimir Veitman verhaftet hat und nicht ihn.

Die NTV-Reportage ist abenteuerlich zusammengebaut, wirkt nicht seriös und hinterlässt deswegen einen starken Nachgeschmack. Der Zweck der Reportage ist nicht zu übersehen, Estland nicht nur lächerlich machen, sondern auch zu zeigen, dass Puusepp die Seite deswegen gewechselt hatte, weil nach der sowjetischen Okkupation in der Republik Estland Faschisten an die Macht kamen.

Es bleibt die große Frage – warum präsentieren die Russen gerade jetzt die Informationen über einen mutmaßlichen Doppelagenten? In Geheimdiensten ist es nicht üblich Namen der Agenten öffentlich zu machen.

Um sich eine Meinung über den neuen Spionagevorfall zu bilden, bleibt abzuwarten, bis KaPo seine Ermittlungen zu dem Fall abgeschlossen hat. (asie)

Fotoquelle: NTV-Reportage

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