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Obama in Estland: Im Ernstfall werden die Balten nicht alleine gelassen

Präsidenten Barack Obama und Toomas Hendrik Ilves Präsidenten Barack Obama und Toomas Hendrik Ilves Von Aino Siebert

Es waren die Zeiten des „Eisernen Vorhangs“ als zwei US-Präsidenten, John F. Kennedy und Ronald Reagan deutliche Botschaften in Richtung des damals kommunistischen Moskaus sendeten. Am 26. Juni 1963 sagte Kennedy vor dem Rathaus Schöneberg in West-Berlin: „Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger Berlins, und deshalb bin ich als freier Mensch stolz darauf, sagen zu können ‚Ich bin ein Berliner‘!“ (“All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’” Nachdem er in seinem ersten Amtsjahr als erster Mann Amerikas 1961 den Bau der die Menschen trennenden Mauer zwischen Ost- und West-Berlin hingenommen hatte, sollte seine Rede nun deutlich klarstellen, dass die Vereinigten Staaten den Westteil des Berlins keinesfalls der Sowjetunion überlassen würden.

Sein spätere Amtskollege Reagan hielt am 12. Juni 1987 ebenso seine wichtigste Rede in West-Berlin, diesmal am Brandenburger Tor zum 750. Jubiläum Berlins. Später wurde klar, dass seine elf Worte zum Fall der Mauer beigetragen hatten: „Herr Gorbatschow, öffnen Sie dieses Tor! Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!“ („Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall.“)

Rund zwei Jahre später fiel der Berliner Mauer tatsächlich und öffnete damit weitere Tore in Osteuropa. Das Streben nach der Osteuropäer Freiheit löste letztendlich auch das kommunistische Sowjetreich auf. Die Welt atmete auf. Der kalte Krieg, der Menschen Jahrzehnten lang getrennt hatte, war endlich vorbei. Es begann die Zeit des Friedens und Aufbaus der freundschaftlichen Beziehungen zwischen westlichen und östlichen Nachbarn. Niemand glaubte mehr, dass ein weiterer Krieg in Europa entflammen könnte oder dass eine neue ideologisches Mauer errichtet werden würde.

Entgegen dieser Vorstellung von andauern dem Frieden in Europa fing Russland unter seinem Herrscher Wladimir Putin vor fünf Monaten an, die Grenzen in Europa willkürlich und völkerrechtswidrig zu verschieben. Russland annektierte die ukrainische Halbinsel Krim im Schwarzen Meer und unterstützt aktiv mit Soldaten und Kriegsgerät die blutige Kämpfe der Separatisten im Osten der Ukraine.

Die Frage ist, wie lange noch können Europa und die westliche Militärallianz NATO das Sterben der Zivilbevölkerung und der Soldaten hinnehmen? Laut Angaben der Vereinten Nationen (UNO) haben bis jetzt rund 3000 Menschen bei den Kämpfen ihr Leben verloren. Zynisch wirken die Aussagen des Ex-KGB-Manns Putin, wenn er von humanitärer Hilfe für die Ostukraine spricht. Die vordringliche Hilfe, welche die Ukrainer, aber auch die Europäer aus Moskau brauchen, ist der Rückzug der russischen Freischärler und des Kriegsgeräts aus Russland. Doch der Kremlchef ist nicht bereit einzulenken, er spielt sein gefährliches Spiel weiter, obwohl durch Russlands Provokationen und Aggressionen aus diesem noch kalten Krieg schnell ein heißer werden kann.

Militärische Ehren in Kadriorg
US-Präsident Barack Obama kam am 3. September angesichts der sich immer mehr zuspitzenden Ukraine-Krise zu einen eintägigem Besuch nach Estland, um ein Zeichen der Solidarität mit den osteuropäischen Staaten zu setzen.

Der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves empfing seinen amerikanischen Amtskollegen in Kadriorg (Katharinental), im Norden von Tallinn mit militärischen Ehren. Bestimmt wurde dem hohen Gast aus Amerika die Geschichte erläutert, denn die Entstehung von Kadriorg ist eng mit Russland verbunden. 1710 eroberte Peter der Große Estland von Schweden. Acht Jahre später gab der russischer Regent den Auftrag ein Barockschloss und ein Parksemble als seine Tallinner Sommerresidenz anzulegen. Er benannte das Tal nach seiner zweiten Ehefrau Katharina. Da die meisten Bewohner der Siedlung Russen waren und die Gebäude im Stil eines russischen Dorfes gebaut wurde, trug der Stadtteil lange den Beinamen „Sloboda“ (etwa russisches Dorf). Erst nach und nach entdeckten Esten die Strände des Kadriorgs an der Ostsee. Ein mondänes Seebad entstand, Salons und Bürgerhäuser wurden errichtet. Der endgültiger Aufstieg zu einer feineren Gegend war 1832 geschafft, als drei Töchter des Zaren Nikolaus I. den Sommer hier verbrachten. In der Folge besuchten weitere Mitglieder der Zarenfamilie in den Sommermonaten Kadriorg.

Ilves brachte vor, wie wichtig Obamas Besuch im „gegenwärtigen Situation“ sei. Durch den wichtigen Besuch aus Amerika wird den Esten geholfen zu verstehen, wie essentiell es sei, Teil des westlichen Militärbündnisses NATO zu sein.

Gemeinsam mit estnischen Staatsoberhaupt begrüßte Obama in Tallinn auch die Präsidenten der beiden baltischen Nachbarstaaten Lettland und Litauen, Andris Bērziņš und Dalia Grybauskaitè. Auch ihnen hat Obama die Unterstützung der USA zugesichert.

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