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Estland: Bewohner Tallinns gedachten der Opfer der Bombardierung 1944

Blick auf das Nationaltheater Estonia nach dem sowjetischen Luftangriff 1944Blick auf das Nationaltheater Estonia nach dem sowjetischen Luftangriff 1944In Tallinn wurde gestern auf der Harju-Straße im Zentrum der Metropole der Opfer des sowjetischen Bombardements vor 70 Jahren gedacht .

Bei der Luftangriff am 9. März 1944 starben in Tallinn 757 Menschen (586 Zivilpersonen, 50 Militärpersonen und 121 Kriegsgefangene), Hunderte wurden verwundet und über 20.000 obdachlos. Schwerste Zerstörungen enstanden an der Harju-Straße und in der Umgebung des Nationaltheaters Estonia. In der Altstadt geriet die historische Niguliste-Kirche (Nikolaikirche) in Brand, auch das Eichamt auf dem Rathausplatz wurde zerstört. Direkt vor der Bombardement hatte im Theater eine Ballettvorstellung angefangen.

Die Militärflugzeuge der Roten Armee warfen damals bei den zwei Angriffswellen mehr als 3000 Bomben auf die Stadt ab, sie zerstörten dabei fast 50 Prozent Wohnfläche. Die erste Angriff fing ohne Verwarnung um 19:15 Uhr an und dauerte bis 21:15 Uhr. Um 1 Uhr Nachts am 10. März 1944 kamen die Bomber nochmals und warfen ihre tödliche Ladung bis 3:30 Uhr morgens auf Tallinn ab. An dem Luftangriff nahmen 280 Flugzeuge der Roten Armee teil.

Die Luftwaffe hatte ihre Flugzeuge in der Stadtteil Lasnamäe stationiert. Doch nur fünf der neun Ju-88 Maschinen konnten starten. Gemeinsam mit den Luftabwehreinheiten schossen die Deutschen 36-38 sowjetische Bombenflieger ab.

Im März 1944 bombardierten die sowjetischen Flieger auch die estnische Städte Narva, Tartu und Pärnu.

Die Wehrmacht wurde erst am Ende 1944 von der Roten Armee im Zuge der Baltischen Operation aus Tallinn und Estland zurückgedrängt und die sowjetische totalitäre Herrschaft erneut hergerichtet. Seine Souveränität konnte Estland dann 1991 wiederherstellen.

Gestern haben um 19.15 Uhr Ortszeit, in der Zeitpunkt, als vor 70 Jahren die erste Bombe aufs Tallinn fiel, die alle Kirchenglocken des estnischen Hauptstadt geläutet und die Menschen erinnerten an die Märzbombardierungen mit Anzünden der Kerzen.

Info:
Ein geheimes Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt (der sogenannte Hitler-Stalin Pakt) vom 1939 machte den Weg für die Eroberung Estlands durch die Sowjetunion frei. Die deutschbaltische Bevölkerung wurde vom Tallinner Hafen aus auf Befehl Hitlers in den neu geschaffenen Reichsgau Wartheland umgesiedelt.

Nach der sowjetischen Okkupation im Juni 1940 wurde die Estnische Sozialistische Sowjetrepublik ausgerufen, Tallinn blieb deren Hauptstadt. Es begannen die ersten Deportationen der estnischen Bevölkerung – insbesondere der politischen und kulturellen Elite – nach Sibirien und Nordrussland.

Hitler hielt jedoch nicht an die Abmachungen mit seinem politischen Gegenspieler Stalin. 1941 besetzte die deutsche Wehrmacht Tallinn, wodurch die Stadt und das Land von einer Willkürherrschaft in die nächste geriet. Der deutsche Diktator verfolgte das Ziel, Estland dem Deutschen Reich anzugliedern. Die von den Esten innig erhoffte Wiederherstellung der Unabhängigkeit erfolgte nicht.

Archivfoto

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