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"Die Nacht der langen Messer": Familien fallen den Koalitionsverhandlungen zum Opfer

Mutter mit Kinderwagen - SymbolbildDie Koalitionsverhandlungen zwischen CDU (Christdemokraten), CSU (Christsozialen) und SPD (Sozialdemokraten) sind nach Marathon-Verhandlungen abgeschlossen. Der schwarz-rote Koalitionsvertrag umfasst rund 185 Seiten. Die SPD-Basis muss jetzt noch das Abkommen absegnen. Wenn die Sozialdemokraten mit dem abgeschlossenen Vertrag nicht zufrieden sind, muss die CDU-Vorsitzende und noch Bundeskanzlerin Angela Merkel neue Wege zur Regierungsbildung suchen. Auch Neuwahlen sind dann durchaus möglich.

Kaum ist die jedoch Tinte trocken, wird der schwarz-rote Koalitionsvertrag von vielen kritisiert, unter anderem auch von Deutschen Familienverband. Der Verband bringt vor, dass noch um Mitternacht am 27. November Familien hoffen konnten. Im Entwurf des Koalitionsvertrages stand das Kapitel „Finanzielle Sicherheit für alle Familien“. Darin wurden Verbesserungen beim Kinderfreibetrag und beim Kindergeld angekündigt. Dies war auch Bestandteil des Programms von CDU/CSU, das der Bundestagswahl zu Grunde lag.

Im jetzt vorläufig unterzeichneten Koalitionsvertrag findet sich darüber kein Wort. Lediglich der Abschnitt „Finanzielle Situation Alleinerziehender und Geschiedener“ ist aufgenommen. „Die Familien, in denen noch immer ein Großteil aller Kinder aufwachsen, fielen der Nacht der langen Messer zum Opfer“, stellt der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Familienverbandes (DFV), Siegfried Stresing, enttäuscht fest.

Auch vor voreiliger Freude bei Müttern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, warnt der Deutsche Familienverband. „Die Mütterrente steht zwar im Koalitionsvertrag und soll, wie vom DFV seit langem gefordert, ab 1.7.2014 eine Gerechtigkeitslücke für Geburten vor 1992 schließen.“, stellt Stresing fest. „Doch den konkreten Gesetzentwurf werden wir mit wachen Augen und mit Herz für diese Mütter begleiten müssen“. Noch steht nirgends geschrieben, ob diese Gerechtigkeitslücke auch für heutige Rentnerinnen geschlossen wird.

„Familien sind es allmählich leid, ständig hinten an zu stehen“, zeigt sich Stresing verbittert. Und er meint damit nicht die Tatsache, dass der „Zusammenhalt der Gesellschaft“ erst in der zweiten Hälfte des Koalitionsvertrages Platz fand.

Der Deutsche Familienverband ist die größte parteienunabhängige, überkonfessionelle und mitgliedergetragene Interessenvertretung der Familien in Deutschland.

Info:

Mütter, die vor 1992 ihr Kinder bekamen, sind nach der damaligen gesellschaftlichen Tradition als Hausfrauen zu Hause geblieben um ihren Nachwuchs großzuziehen. So haben sie keine soziale Beiträge in die Rentenkasse einbezahlt. In Rentenalter bekommen die Frauen eine sehr kleine Rente, die nicht im Verhältnis zu von ihr geleisteten Arbeit steht. Auch war es dem meisten der Müttern später, als die Kinder dann erwachsen waren, unmöglich, wieder eine qualifizierte Arbeit zu finden.

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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