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Ehemaliger Nato-Mitarbeiter Manfred K. in Deutschland wegen Spionage verurteilt

 Nato-Gipfel in Strassburg 2009 Militärhubschrauber Nato-Gipfel in Strassburg 2009 MilitärhubschrauberDie Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat den 60-Jahren alten deutschen Staatsbürger Manfred K. wegen landesverräterischer Ausspähung vor dem Oberlandesgericht Koblenz angeklagt. Die Richter haben ihn soeben wegen der Hinterziehung geheimer Militärdaten schuldig gesprochen und zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Manfred K. war bis zu seiner Pensionierung auf dem NATO-Stützpunkt in Ramstein als IT-Experte eingestellt. Die Ramstein Air Base bei Kaiserslautern (Bundesland Rheinland-Pfalz) dient als das Hauptquartier der United States Air Forces in Europe, der United States Air Forces in Africa sowie das Hauptquartier des Allied Air Command Ramstein, einer NATO-Kommandobehörde zur Führung von Luftstreitkräften.

Im März 2012 lud der verheirateter Wirtschaftinformatiker elf wichtige Excel-Dateien aus dem geheimen Netzwerk des militärischen Bündnissen auf seinen privates GMX-Account hoch und speicherte sie auf USB-Sticks. Hierbei handelte es sich um für einen kleinen Kreis von Mitarbeitern bestimmte Dossiers mit den Konfigurations- und Zugangsdaten für die Server wichtiger militärischer Kommunikationssysteme. Die Schriftstücks waren nicht als „Geheim“ eingestuft worden. Dem Gericht zufolge wusste der Angeklagte, dass die Angaben unter der Geheimhaltung lagen. Die Weitergabe der Dateien würde es einem potentiellen Gegner der Bündnisses ermöglichen, sich Zugang zum geheimen Netzwerk der NATO zu verschaffen und die zentralen Kommunikationssysteme zu stören oder in seinem Sinne zu beeinflussen. Nach Überzeugung des Oberlandesgerichts Koblenz wollte Manfred K. die Daten später an den Geheimdienst eines nicht mit der NATO verbündeten Staates zu verkaufen. Anhaltspunkte für die Umsetzung dieses Vorhabens haben sich im Verlauf des Verfahrens allerdings nicht ergeben.

Im Ramsteiner Hauptquartier werden zur Datenverarbeitung zwei Netzwerke genutzt, ein geschlossenes System sowie ein offenes, mit dem Internet verbundenes Netzwerk für alle Angestellten. Eine elektronische Verbindung zwischen den Systemen existiert nicht. Daten aus dem gesicherten System können nur nach interner Prüfung der Geheimhaltungsbedürftigkeit durch besonderes Personal ("Service-Desk") übertragen werden. Der Beschuldigte verfügte über eine Zugangsberechtigung zum geschlossenen System.

Ein weiterer Versuch des Angeklagten im Juni 2012, eine Datei mit aktualisierten Informationen übertragen zu lassen, scheiterte. In diesem Fall verweigerte die Mitarbeiterin des Service-Desk den Transfer und informierte die NATO-Sicherheitsbehörden. Manfred K. wurde am 6. August 2012 festgenommen.

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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