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Die Kirche darf nicht den politischen Kampf an sich reißen

Dr. Robert ZollitschDr. Robert ZollitschObwohl ein Geistlichkeit kein Mandat hat, sich in den Bundestagswahlkampf einzumischen, warnte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Robert Zollitsch vor der neuen Kleinpartei „Alternative für Deutschland (AfD).“

Der energische Bischof erklärte in einem Zeitungsinterview, er gebe der AfD seinen „Segen“ nicht, denn Deutschlands Chance liege in Europa und nicht in der Wiederkehr in die Nationalstaaten: „Ich hoffe, dass wir diese Frage auf Dauer überwunden haben, und dass es nur ein paar Nostalgiker sind, die nicht in den Bundestag einziehen werden.“ Der Euro, setzte der 75-Jährige hinzu, „zwingt uns, weiter zusammenzukommen“.

Der Kleriker hat bei seiner Aussage allerdings vergessen, dass Kirche und Staat in Deutschland getrennt sind. Gemäß Artikel 137 der Weimarer Reichsverfassung gibt es in der Bundesrepublik keine Staatskirche. Folgend hat auch ein Bischof nicht das Mandat, die Wähler über demokratische Parteien zu belehren oder politische Meinungen in der Öffentlichkeit zur Sprache bringen.

Im Zweiten Vatikanum, so das Magazin Focus, ist die „Autonomie der irdischen Wirklichkeiten“ ausdrücklich geregelt – in der Konstitution „Gaudium et spes“, Kapitel 36. Die Kirche soll und darf nur indirekt auf die Politik einwirken, indem sie die Gewissen der Gläubigen bildet und zur „Weckung der sittlichen Kräfte“ beiträgt – so Benedikt XVI. in „Deus caritas est“.

Niemals darf, so noch einmal der Papst Benedikt XVI., die Kirche „den politischen Kampf an sich reißen“. Darum heißt es auch im 1983 erneuerten katholischen Kirchenrecht: Alles, „was dem klerikalen Stand fremd ist, haben die Kleriker zu meiden, auch wenn es nicht ungeziemend ist“.

Kommentar: Bischöfe dürfen sich nicht in Wahlen einmischen
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat in der vergangenen Woche in einem Interview vor einem Einzug der eurokritischen Partei Alternative für Deutschland in den Bundestag gewarnt. Damit hat Zollitsch ganz klar seine Kompetenzen als Kirchenführer überschritten, tadelt das nationalreligiöse Nachrichtenportal Gość Niedzielny: "Stellen wir uns doch einmal vor, der Vorsitzende der polnischen Bischofskonferenz Józef Michalik würde vor den Wahlen sagen, dass die Bauernpartei PSL 'eine Gruppe von Nostalgikern ist, die besser nicht in den Sejm einziehen sollten'. Dann gäbe es sofort einen Sturm der Entrüstung und Vorwürfe, dass dies die Demokratie zerstöre. Und dass dies eine Einmischung der Kirche in die Politik sei. Man würde völlig zu Recht kritisieren, dass Kirchenvertreter nicht so stark politisch eingreifen dürfen, solange eine Partei nicht eindeutig antichristliche Positionen bezieht. Diese Grenze hat nun der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz ganz klar überschritten."

Kommentarquelle: www.eurotopics.net(14.08.2013)

Foto: Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

Fototext: Dr. Robert Zollitsch

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