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Flüchtlingskrise: Polizei ermittelt zwei Tatverdächtige nach Straßenblockade

Blaulicht am Polizeifahrzeug - SymbolbildBlaulicht am Polizeifahrzeug - SymbolbildNach einer Blockade der Bundesstraße 35 bei Heidelsheim unweit von Karlsruhe (Baden-Württemberg) durch zwei zunächst unbekannte Asylbewerber am Mittwoch 3. August konnte das Polizeirevier Bruchsal jetzt zwei Tatverdächtige im Alter von 19 und 23 Jahren ermitteln.

Wie das Polizeipräsidium Karlsruhe bekannt gab, erwartet sie nun eine Anzeige wegen gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr und wegen des Verdachtes des Landfriedensbruches. Darüber hinaus müssen die zur Unterstützung hinzugekommenen 22 identifizierten Flüchtlinge gleichfalls mit einer Anzeige wegen Landfriedensbruches rechnen.

Rückblick: In Oktober 2015 wurde bekannt, dass das seit geraumer Zeit leerstehende Gebäude des früheren Praktiker-Baumarktes in Bruchsaler Stadtteil Heidelsheim kurzfristig zur Behelfsunterbringung von rund 500 Flüchtlingen genutzt wird. Die Halle erhielte einen separaten, vom Einkaufszentrum abgekoppelten Eingang und ist innen mit Abtrennungen versehen worden. Die Verpflegung erfolgt, wie in allen anderen 31 Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Karlsruhe, durch die Bewohner selbst in Gemeinschaftsküchen. Die sanitären Einrichtungen wurden in mobilen Einheiten bereitgestellt. Betreut werden die Menschen vor Ort von rund 20 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamtes Karlsruhe.

Obwohl es bekannt war, dass die Unterbringung in Heidelsheim eine Übergangslösung war, haben die nun ermittelten zwei Flüchtlinge offenbar aus Unmut über ihre Verlegung in eine neue Unterkunft den Verkehr auf der Schnellstraße gegen 21 Uhr in beiden Richtungen behindert.

Als Konsequenz entwickelte sich ein gefährliches Spannungsfeld zwischen wütenden Autofahrern und den Schutzsuchenden. Als drei Männer aus ihren Wagen ausstiegen und auf die Protestler zugingen, standen diese auf und verließen die Straße, kamen aber gleich mit rund 25 Mitbewohnern zurück. Alle hatten sich nun mit Kanthölzern bewaffnet. Daraufhin wollten die drei Autoreisenden aus ihren Kofferräumen Eisenstangen und Nagelschussgeräte holen. Die Lage beruhigte sich erst nach einigen Schüssen aus den gasbetriebenen Nagelpistolen in Richtung Demonstranten. Die drei Handwerker im Alter von 33, 36 und 50 Jahren werden ebenfalls aufgrund versuchter gefährlicher Körperverletzung angezeigt.

Am Tatort-Parkplatz konnte die Polizei 20 Asylbewerber, vorwiegend aus Syrien, dem Irak und Eritrea, antreffen. Die Beamten stellten auch die Kanthölzer sicher. (Polizei/asie/tmich)

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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