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Flüchtlingskrise: Hochschwangere Russin bringt nach Einschleusung Baby zur Welt

Kinder im Auto - SymbolbildBei der aktuellen Flüchtlingskrise in Europa sind ohne Zweifel die Kinder die größten Opfer. Kriegshandlungen, Flucht und Elend ausgesetzt, müssen sie nicht nur in Angst und Armut leben, sondern noch auf Spielen, Schule und jede Ausbildung verzichten. Warum sich Eltern in diffizilen Lebenssituationen dennoch zu Kindern entscheiden, ist oft nur schwer nachvollziehbar.

Der Botschafter der Türkei in Deutschland, Hüseyin Avni Karslıoğlu, berichtete vor einigen Tagen im Nachrichtensender n-tv, dass im türkischen Flüchtlingslager im vergangenen Jahr rund 55.000 Kinder geboren wurden. Sie alle sind mehr oder weniger ohne Zukunft, denn sie leben im Zeltlagern. Die wenigsten ihrer älteren Geschwister gehen, so eine ZDF-Reportage, in die Schule, sondern müssen arbeiten, da sonst ihre Familien in den Flüchtlingslagern nicht überleben können. Die Kinderschutzorganisation UNICEF erklärte, dass jedes dritte syrische Kind nichts Anderes als Krieg und Flucht kennt. Fast alle dieser Kinder werden, so warnen die Psychologen, lebenslang traumatisiert sein. Beinahe alle Flüchtlingskinder wachsen ohne Schulbildung auf. Als Folge dessen werden sie zu einer verlorenen Generation gehören.

Doch diese düsteren Zukunftsaussichten scheinen die Eltern nicht zu beeindrucken. Sie hoffen auf bessere Lebensumstände in sozial gesicherten europäischen Staaten, vor allem in Deutschland. Wie die Bundespolizeidirektion Berlin meldet, hatte eine 28-Jährige am 17. März kurz nach ihre Einschleusung nach Deutschland ein Kind zur Welt gebracht. Polnische hatten Menschenschmuggler versucht, zwei russische Familien in die Bundesrepublik zu bringen – diesmal ohne Erfolg.

Der Behörde zufolge kontrollierten zunächst Beamte des polnischen Grenzschutzes und der Bundespolizei einen Škoda Fabia am ehemaligen Autobahn-Grenzübergang in Świecko (ein Dorf in Polen in der Woiwodschaft Lebus in der Gemeinde Słubice). Der Fahrer war ein 32-jähriger Pole. Des weiteren saßen drei russische Staatsangehörige im Wagen. Neben einem jungen Pärchen (27 und 20 Jahre alt) saß ein zehnjähriger Junge im Auto. Keiner der drei verfügte über die für die legale Einreise erforderlichen Dokumente.

Dem Škoda folgte ein vollbesetzter Opel Omega, der ebenfalls die Aufmerksamkeit der Beamten auf sich lenkte. Diesen stoppten die Bundespolizisten auf Höhe der Anschlussstelle Müllrose (Bundesautobahn 12). Neben dem Fahrzeugführer, einem 52-jährigen Polen, saßen ein 41-jähriger Mann, seine hochschwangere 28-jährige Frau und die beiden gemeinsamen vier und sieben Jahre alten Kinder im Wagen und wiesen sich mit polnischen Asylbescheinigungen aus. Es handelte sich ebenfalls um russische Staatsangehörige, die keinerlei Personendokumente für einen legitimen Aufenthalt in Deutschland hatten.

Aufgrund der fortgeschrittenen Schwangerschaft brachte ein Rettungswagen die russische Staatsbürgerin wenig später in ein nahegelegenes Krankenhaus. Dort brachte sie per Kaiserschnitt einen Jungen zur Welt. Es ist der vierte Junge in der Familie, denn auch der Zehnjährige, der im gestoppten Škoda saß, gehört zu dieser Familie.

Dessen Vater und seine beiden Brüder wurden noch am gleichen Abend zurück nach Polen überstellt. Am gemeinsamen Zentrum der deutsch-polnischen Polizei- und Zollzusammenarbeit in Świecko erfolgte dann spätabends die Familienzusammenführung.

Gegen die polnischen Fluchthelfer leiteten der Grenzschutz in Polen und die Bundespolizei Ermittlungen wegen Einschleusung von Ausländern ein. Die russischen Staatsangehörigen erhielten Anzeigen wegen des Verdachtes der illegalen Einreise. Anschließend wurden sie entlassen. Die frisch gebackene Mutter hält sich mit dem Neugeborenen noch im Krankenhaus auf und wird später ihrer Familie nach Polen folgen. (asie/tmich)

Symbolfoto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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