Das Baltikum-Blatt

Deutschland

Estland: Flüchtlingskrise als Chance

Veröffentlicht: 15. März 2016

Transport eines Flüchtlingsmoduls auf der Landstraße  Nicht jammern, sondern anpacken. Das estnisches Unternehmen Akso-Haus hat die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa als Chance gesehen und baut jetzt für die Schutzsuchenden, die in Deutschland Asyl beantragt haben, sogenannte Flüchtlingsmodule.

Wie die örtliche Zeitung Harju Elu (Das Leben im Landkreis Harjumaa) berichtet, wurde der erste Baumodul-Container am 20. Februar fertiggestellt und steht jetzt in Dormagen (Nordrhein-Westfalen) für die Flüchtlinge einzugsfertig bereit. Das Häuschen ist 25 Quadratmeter groß und beinhaltet eine Toilette und Duschkabine sowie einen Wohnraum mit einer kleinen Kochmöglichkeit. Das Hausmodul wird von zwei Arbeitern binnen eines Monates zusammengebaut. Mit weiteren solchen Elementen können dann regelrechte Dörfer aufgebaut werden. Die Häuser müssen feuerfest und einbruchssicher sein.

Das Vorstandsmitglied der Firma Akso-Haus, Andres Samarüütel (56), erklärte der Zeitung, dass das Bauwesen in Estland vor einer schwierigen Zeit stand. In dieser Situation waren die Anfragen aus den deutschen Bundesländern ein Segen für das Unternehmen.

Wenn die Qualität stimmt – dies wird im übrigen vor der Lieferung nach Deutschland von deutschen Experten überprüft –, ist nicht auszuschließen, dass noch weitere Aufträge kommen. Denn die Flüchtlinge brauchen auch Schulen und Kindertagesstätten. Zur Zeit, so der Arbeitschef Ivo Degis (30), liefern bis zu fünf Unternehmen aus Estland die Flüchtlingsunterkünfte nach Deutschland.

Das Fertigmodul wird auf Lastwagen geladen und in den Hafen transportiert. Danach gelangen die Module auf dem Seeweg in die Bundesrepublik. Der Preis ist Geschäftsgeheimnis. (asie/tmich)

Quelle: Harju Elu

Foto: Akso-Haus