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Nord-Ostseekanal für große Schiffe gesperrt

Mit einer Vollsperrung des Nord-Ostsee-Kanals (NOK) für Schiffe über 125 m Länge, 20,5 m Breite und einem Tiefgang über 6,50 m ist der Warenverkehr von und zu den Seehäfen um die Ostsee entscheidend behindert.

Der durch diese Sperrung bedingte Umweg durch den Skagerrak bringt für die Reeder erhebliche Mehrkosten von einigen 10.000 EUR pro Schiff mit sich.
Nach einer Mitteilung des Wasser- und Schifffahrtsamts Brunsbüttel (WSA) sind die großen Schleusen in Brunsbüttel für mindestens zwei Wochen außer Betrieb. Als Ursache gibt das WSA, dass seit letztem Jahr die Tore der großen Schleusen nicht mehr regulär auf ihren Fahrschienen laufen, sondern nur behelfsmäßig auf eine Schlittenkonstruktion bewegt werden können welche sich in den letzten Monaten zu stark abgenutzt hat.

Der NOK führt mit einer Länge von 98,7 Km (53,3 sm) von der Elbe bei Brunsbüttel zur Kieler Förde bei Holtenau. Er stellt eine Verbindung von der Nordsee zur Ostsee her und kann mit den großen, jetzt gesperrten Schleusen von Schiffen bis zu einer Länge von 235 m, einer Breite von 32,5 m Breite und einem Tiefgang von 7,3 m genutzt werden. Fast 35.000 Schiffe haben mit rd. 104,0 Mio. Tonnen Ladung den Kanal in 2012 passiert.

Für den Schiffsverkehr aus der Deutschen Bucht und der südlichen Nordsee in die Ostseehäfen bedeutet der Kanal eine erhebliche Wegabkürzung von ca. 800 km. Mit seinen Weg- und Zeitvorteilen stellt er für die Schifffahrt einen großen Wettbewerbsvorteil für die Seehäfen Hamburg, Bremen und Bremerhaven sowie in Zukunft auch für den Jade-Weser-Port dar.

Als Bundeswasserstraße untersteht der Nord-Ostsee-Kanal dem Bundesverkehrsministerium mit seinen nachgeschalteten Behörden. Sowohl von den Hafenbetrieben in Hamburg und entlang des Kanals und dem Verkehrsministerium des Landes Schleswig-Holstein werden einheitlich die Mittelkürzungen zu Unterhalt und Instandhaltung von Wasserstraße und Schleusen sowie der Verschleppung des weiteren Ausbaus, Schleusenneubauten und Vertiefung der Fahrrinne, kritisiert. Bundesverband der Deutschen Binnenschiffahrt e.V. und Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen e.V. bemängeln generell die nur ungefähren Aussagen zu den Investitionen an den Bundeswasserstraßen im Rahmenplan für die Verkehrsinfrastruktur des Bundesverkehrsministeriums.

Schleswig-Holsteins CDU-Landtagsfraktionschef Johannes Callsen und Verkehrsexperte Hans-Jörn Arp teilten in einer heutigen Presseerklärung mit, dass Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer dem Haushaltsausschuss des Bundestages bereits in der kommenden Woche den zusätzlichen Finanzbedarf in Höhe von 60 Millionen Euro für den Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel zur Bewilligung vorlegen wird.

Callsen und Arp warben beim Bundesverkehrsminister auch dafür, zusätzliches Personal in Brunsbüttel für die Reparatur der Schleuse einzusetzen. „Der Bundesverkehrsminister hat uns zugesagt, für entsprechendes Personal zu sorgen", so Arp.

Zwei Ziele müssten nun sehr schnell gleichzeitig verfolgt werden. „Die alten Schleusen müssen so lange offen gehalten werden, bis der Neubau der fünften Schleusenkammer fertig ist. Und dieser Neubau muss so schnell wie möglich voran getrieben werden", forderte Callsen.

In den letzten Tagen legten Warnstreiks der Gewerkschaft Verdi auch den restlichen Verkehr auf dem Kanal lahm.

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