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Trotz Unterstützung von Merkel bleibt die SPD in München an der Macht

Angela Merkel ließ sich in München feiernAngela Merkel ließ sich in München feiernVon Sandra Seidel und Jan E. Siebert, München

Angela Merkel (CDU) hat keine Mühe gescheut. Die Bundeskanzlerin ist extra drei Tage vor der Stichwahl nach München gereist um den Kandidaten der Schwesterpartei, den Christsozialen Josef Schmid bei seinem Wahlkampf zu unterstützen. Schmid war Gegenkandidat des Sozialdemokraten Dieter Reiter, der den Stuhl des Oberbürgermeisters der bayerischen Metropole für sich erobern wollte. Sein Parteifreund, der bei der Bevölkerung sehr beliebte Christian Ude, hatte die Hauptstadt des Freistaats Bayern durchaus erfolgreich 20 Jahre lang geführt. Er durfte aus Altersgründen bei der Wahl nicht mehr antreten. Merkel zeigte sich fair und gab zu, dass unter Ude nicht alles schlecht gelaufen sei. „Doch,“ so die Bundeskanzlerin, „was nicht schlecht ist, kann noch besser werden!“ Damit es besser wird, brauchte es Merkel zufolge den CSU-Mann Schmid.

Die Veranstaltungsteilnehmer applaudierten begeistert in dem überfüllten Augustinerkeller an der Münchener Arnulfstrasse. Sie alle waren gekommen um zu hören, was die deutsche Regierungschefin zu berichten hat. Die Christdemokratin brachte die Vorzüge von Schmid vor und meinte, München hätte es nicht verdient, dass im Rathaus eine linke Koalition gebildet wird. Gleich nach der Bürgermeisterwahlen hatte SPD mit Sondierungsgesprächen mit den Grünen begonnen.

Merkel brachte zudem die hohe Mietpreise in München zur Sprache: „Die auf Bundesebene beschlossene Mietpreisbremse kann nur dann ihre Wirkung zeigen, wenn in den Kommunen die richtigen Entscheidungen gefällt werden,“ sagte sie.

Auch der bayerische Landesvater, Ministerpräsident Horst Seehofer sicherte seinem Parteifreund Unterstützung zu. Er betonte, dass Schmid seinen eigenen Kopf hat, und das sei gut so. Doch schon kurz vor der Bürgermeisterwahlen wussten beide, dass ein Einstieg in das Rathaus für die Christsozialen nicht leicht sein wird. Zum letzten Mal konnten sie das Münchener Amtsgebäude 1978 erobern.

Es kam so, wie viele schon vermuteten. Die Stichwahl am 30. März gewann mit 56,7 Prozent der Stimmen deutlich Dieter Reiter. Josef Schmid musste sich geschlagen geben. Doch ein wenig konnte er stolz auf sich sein, denn er schaffte es als erster Münchner CSU-Kandidat seit 30 Jahren wieder in eine Stichwahl. In der ersten Runde lag er mit 36,6 Prozent noch sehr nahe an Reiter, der auf 40,5 Prozent der Stimmen gekommen war. Bei der Stichwahl hatten dann die Grünen ihren Mitgliedern empfohlen zugunsten des SPD-Mannes zu entscheiden.Josef Schmid gab sein BestensJosef Schmid gab sein Bestens

Der 55-jährige Reiter war zuletzt Wirtschaftsreferent in München. Der Diplomverwaltungswirt arbeitet bereits seit 33 Jahren im städtischen Dienst.

Für die Christsozialen verliefen die Stichwahlen auch in bayerischen Metropolen Erlangen, Ansbach und Regensburg enttäuschend. Nur in Würzburg konnte die CSU gewinnen.

Fotos aus Münchener Augustinerkeller © Sandra Seidel für Das Baltikum-Blatt

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