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Lettland steht unter Schock – Dreitägige Staatstrauer festgelegt

 Heute morgen haben die Behörden bekannt gegeben, dass bei der Einsturz des Daches des Einkaufzentrums Maxima im Rigaer Stadtteil Zolitūde 52 Menschen ums Leben gekommen sind . Darunter sind drei Mitglieder der Rettungsmannschaft. Verletzt wurden 38 Personen, darunter ein Kind und zehn Helfer. Zwei Opfer des Unglücks konnten noch nicht identifiziert werden. Das Unglück ereignete sich am Donnerstag (21. November) gegen 18 Uhr während der Hauptgeschäftszeit. Innenminister Rihards Kozlovskis deutete an, dass womöglich Bauvorschriften nicht eingehalten worden seien. Auf dem Dach des Einkaufszentrums wurde aktuell ein Wintergarten gebaut. Auch am Tag der Tragödie wurde dort gearbeitet. In Riga hat es in den letzten Tagen stark geregnet. Der nasse, auf dem Dach gelagerte Sand und die Blumenerde könnten die Dachkonstruktion zu sehr belastet haben.

Regierungschef Valdis Dombrovskis war gleich nach der Katastrophe an den Unglücksort geeilt und den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen. Es sei "ein tragischer Tag in der Geschichte Lettlands, sagte er. Seit der Wiedererlangung der Souveränität im Jahre 1990 ist der Dacheinsturz die größte Drama in Lettlands Geschichte. Zuletzt haben 29 Letten bei der Untergang der Fähre Estonia im Jahr 1994 ihr Leben verloren. Für ein Land mit nur zwei Millionen Einwohner bedeutet Tod so vieler Menschen immer eine gesellschaftliche Tragödie. Hier noch besonderes, weil viele Kinder ihre Eltern verloren haben.

Zur Zeit geht die Suche nach Opfern fieberhaft weiter. Das Dach sei auf einer Fläche von insgesamt etwa 500 Quadratmetern eingebrochen. Die Rettern müssen noch 300 Quadratmetern Bauschutt durchsuchen. Dabei brauchen sie schweres Gerät. Es besteht immer noch akute Gefahr, dass noch stehende Trümmerteile zusammenbrechen und somit auch die Helfer unter sich begraben können. Dies erschwert deutlich die Rettungsaktion.

Die Maxima-Grupé mit Hauptsitz in Vilnius (Litauen) ist der größte Lebensmittel-Einzelhändler in Estland, Lettland und Litauen. Die Handelskette hat Filialen auch in Bulgarien. Maxima hatte im Jahr insgesamt 459 Verkaufsstellen und betreibt Baumärkte in Litauen unter dem Namen Ermitažas. 2010 war die Umsatz der Handelsgruppe etwa 2,2 Millionen Euro.

Lettland steht unter Schock
Noch am Montag (18. November) hatte Lettland seinen 95. Unabhängigkeitsjahr gefeiert. Gerade hat sich das kleine Ostsee-Land auch von der Finanzkrise erholt. Die Menschen blickten hoffnungsvoll in die Zukunft und am 1. Januar 2014 soll die europäische Gemeinschaftswährung Euro eingeführt werden. Zudem ist noch die Planung für Riga als Kulturhauptstadt Europas 2014 in vollem Gange.

Feierlaune hat jetzt freilich niemand mehr. Wie ein Kartenhaus sei Einkaufzentrumsgebäude in Zolitūde eingestürzt, erzählen die Augenzeugen. Bereits zwei Stunden vor dem Tragödie wurde ein Alarm ausgelöst, die Menschen wurden danach aufgefordert das Supermarkt zu verlassen. Doch das Sicherheitsteam ging von einem technischen Defekt im Alarmsystem aus und hat nichts unternommen. Premierminister Dombrovskis hat einen Krisenstab zusammengerufen und dreitägige Staatstrauer angeordnet.

Ein Pilot der Air Baltic, Paul Tribble, berichtete dem britischen Rundfunk BBC, dass er mit seinem Partnerin gerade in Maxima zum einkaufen war, als das Dach eingestürzt sei: „Wir standen bei der Toilettenpapierregalen als ich einen explosionsähnlichen Knall hörte. Danach wurde alles schwarz. Ich bin umgefallen und leicht verletzt worden, konnte mich aber noch bewegen. Ich bin aufgestanden und weil wir mit Elizabeth den Supermarkt gut kannten, versuchten wir in der Dunkelheit in Richtung Ausgang zu laufen. Doch dann ist eine Klimaanlage direkt vor uns heruntergefallen, so beschlossen wir uns in eine andere Richtung zu bewegen. Vom Dach kam Wasser runter. Wir liefen in den hinteren Teil des Markts, alles war voller Beton, die Menschen lagen auf dem Boden. Wir und Hunderte andere konnten dann durch den Hintereingang, wo die Ware in das Geschäft geliefert wird, den Supermarkt verlassen. Gleich danach kam auch die erste Hilfe.“ Die beiden sind trotz einiger kleinerer Blessuren doch unverletzt geblieben.

Als die Briten zum Einkaufen kamen, war das Geschäft mit Menschen gefüllt. Um einen Einkaufswagen zu bekommen, mussten sie vor der Kasse warten, bis die andere Kunden mit ihrem Einkäufen fertig waren und ihren Wagen dann geleert hatten.

Die neide britische Piloten wohnen nicht weit von Einkaufszentrum. Auch sie haben beobachtet, wie im Laufe der letzten Wochen mit Kränen Sand und Baumaterial auf dem Dach des Gebäudes gelagert wurde: „Die drei letzten Tage hat es stark geregnet. Und wenn das Regenwasser nicht vom Dach unter fließen konnte, ist durchaus möglich, dass die Dachkonstruktion die schwere Überladung nicht verkraften konnte,“ berichtete Tribble dem BBC.

Ein Este, der in Riga lebt, Ardi Siilaberg, sagte Delfi Estland, dass in der Stadt sehr still ist. Er selbst sei von Tragödie nicht betroffen. Ihm zufolge lebt in Bezirk Zolitūde die russischsprachige Minderheit Rigas. Maxima war in dem Plattenbaugebiet sehr beliebt, die Menschen gingen gerne dorthin einzukaufen.

Die Letten, so Siilaberg, folgen jetzt dem Aufruf der Regierung zahlreich Blut zu spenden. In die Kirchen werden Gottesdienste abgehalten, Menschen bringen Blumen und Kerzen zu den Ort, wo so viele ihr Leben verloren haben. Lettland trauert.

Quellen: Delfi Estland, Delfi Lettland, BBC, Handelsdaten, asie

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