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Litauer wählen neues Parlament

Plenarsaal der Seimas in VilniusPlenarsaal der Seimas in VilniusDie Litauer wählen am Sonntag 9. Oktober eine neue Volksvertretung, die Seimas . Über zehn Parteien werden bei der Wahl antreten. Zwei Wochen später findet, falls nötig, eine Stichwahl statt. Zum ersten Mal können die Bürger ihre Stimme, wie schon in Estland, im Internet abgeben. Die Regierung will damit eine größere Wahlbeteiligung erreichen. Bei den letzten Abstimmung lag sie bei rund 50 Prozent. Wie die Parlamentswahlen ausgehen, ist noch nicht möglich zu prognostizieren, denn Viele wissen noch gar nicht, welche Partei sie wählen werden.

Hauptthemen des Wahlkampfes sind Landesverteidigung, Wirtschaft und Bildung. Den Menschen in dem größten baltischen Land fehlen vor allem die Zukunftsperspektiven. Die Löhne sind im Vergleich zu den westlichen Staaten enorm niedrig, die Rentner klagen über schmale Renten. Junge Menschen verlassen ihr Heimatland in der Hoffnung, sich in anderen Ländern eine bessere Zukunft aufbauen zu können. Zu Hause wissen sie nicht mehr, wie sie über die Runden kommen sollen. Deshalb braucht das Land mit 2,5 Millionen Wahlberechtigten (insgesamt leben in Litauen rund 2,9 Millionen Menschen) dringend eine Reform des Bildungssystemes und mehr Arbeitsplätze.

Viele junge Litauer haben wegen Perspektivlosigkeit einen kriminellen Weg eingeschlagen. Das Baltikum-Blatt hat mehrfach über litauische Banden berichtet, die vor allem in West-Europa Luxusautos stehlen, in Wohnungen einbrechen oder andere Straftaten verüben. Die gefassten und verurteilten Männer, meist noch unter 30-Jährige, müssen viele Jahre in Gefängnissen verbringen.

Haben vor sieben Jahren noch nur 38.000 Litauer ihre Heimat verlassen, so waren es im Jahr 2010 schon 83.000. Das zeigt, dass die Bürger Politikern nicht vertrauen, die viel verdienen aber wenig tun.

Die Seimas hat 141 Abgeordnete. 70 Sitze werden proportional an die Parteien vergeben, welche die Fünf-Prozent-Hürde erreicht haben. Die Sieben-Prozent-Hürde gilt für Listenverbindungen. Die übrigen 71 Sitze werden als Direktmandate über Wahlkreise vergeben. Im ersten Wahlgang ist gewählt, wer mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhalten hat. Bei einer Wahlbeteiligung unter 40 Prozent wird zusätzlich überprüft, ob der Kandidat von mindestens 20 Prozent der Wahlberechtigten gewählt wurde. Erreicht kein Kandidat im ersten Wahlgang die absolute Stimmenmehrheit, so findet zwei Wochen später, am 23. Oktober, zwischen den beiden Erstplatzierten eine Stichwahl statt.

Die Wahllokale werden am 9. Oktober von 7 Uhr bis 20 Uhr Ortszeit geöffnet sein.

Litauen, litauisch Lietuva, ist der südlichste der drei baltischen Staaten. Das Land ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union und westlichen Militärbündnis NATO. Zahlungsmittel ist seit 2015 Euro. Es grenzt im Westen an die Ostsee und hat gemeinsame Grenzen mit Lettland, Weißrussland, Polen und der russischen Enklave Kaliningrad (ehemals Königsberg). (Zusammenfassung: Aino Siebert / Bearbeitung: Thomas Michael)

Foto: © Andrius Douglas / Wikimedia / Gemeinfrei

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