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Lettland beklagt Wirtschaftsverluste während der sowjetischen Okkupation

Lettland, das Land im Zentrum des Baltikums, war ebenso, wie seine Nachbarländer Estland und Litauen, noch vor dem Beginn des Zweiten Weltkrieges gemäß den geheimen Protokollen des Hitler-Stalin-Paktes von 1939 von der Sowjetunion okkupiert worden. Später hat Hitler Befehl gegeben, die Sowjetunion zu überfallen. Im Zuge der Operation Barbarossa wurden auch die baltischen Staaten nun von den Deutschen besetzt. Noch vor dem Ende des Krieges wurden Estland, Lettland und Litauen jedoch erneut von den Kommunisten okkupiert und als Sozialistische Sowjetrepubliken dem Sowjetreich angegliedert. Diese Besatzung dauerte bis 1991 an.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden fast die gesamte jüdische Bevölkerung Lettlands sowie Regimegegner ermordet, teils auch mit Hilfe lettischer Kollaborateure. Doch auch die sowjetische Besatzungsmacht schreckte vor Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht zurück: schon während der ersten kommunistischen Okkupation wurde rund ein Prozent der Letten in die Sonderansiedlungen in Sibirien deportiert. Nach der erneuten Besatzung wurden im März 1949 auf Anordnung Moskaus Letten in großer Zahl nach Zentralasien gebracht.

Lettland hat nun ausgerechnet, wie groß die Verluste für die lettische Wirtschaft während der sowjetischen Okkupation waren, und bezifferte den von den Kommunisten verursachten Schaden auf rund 185 Milliarden Euro. Der Chefin der Sonderkommission der Regierung, Ruta Pazdere, zufolge kommen dazu noch demografische und Umweltschäden, die jeweils auf zweistellige Milliardenhöhe geschätzt werden.

Die Zahlen wurden in den Büchern „Lettische Wirtschaft vor und nach der Wiederherstellung der Souveränität“, „Kolonialpolitik des sowjetischen Imperiums und lettische Kolonialisierung in den Jahren 1940-1990“ sowie „Schaden, den die Sowjetunion in den baltischen Staaten verursachte“ veröffentlicht.

Die Kommission wurde vor elf Jahren gegründet. 2009 wurde die Finanzierung ihrer Arbeit eingestellt, das Team beendete seine Recherchen im Jahr 2014. Die Mannschaft um Pazdere erarbeitete eine Strategie mit vierzig Arbeitsrichtungen, die in mehrere große Blöcke verteilt sind. Es sind die Schäden für die lettische Wirtschaft, Demografie und Umwelt, aber auch für die Menschen, die nach Russland deportiert wurden oder in den Westen geflohen waren. Beachtet wurde auch, wie die kommunistische Okkupation sich auf Kultur und Religion ausgewirkt hat, ebenso der Schaden, der durch sowjetische Militärbasen entstanden ist.

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