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Baltikum-Freund Wolfgang von Stetten feiert seinen 75. Geburtstag

Wolfgang von Stetten auf dem CDU-Parteitag in Karlsruhe im Dezember 2015Wolfgang von Stetten auf dem CDU-Parteitag in Karlsruhe im Dezember 2015Von Aino Siebert

Professor Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten ist ein bekennender Freund der baltischen Staaten. Im Bundestag leitete der Christdemokrat die Deutsch-Baltische Parlamentariergruppe, die er 1991, zunächst als Freundeskreis, gründete und deren Vorsitzender er bis 2002 blieb.

Der promovierte Jurist wirkte als Bundestagsabgeordneter aktiv an den Unabhängigkeitsbestrebungen Estlands, Lettlands und Litauens, an der Anerkennung der Staaten durch Deutschland, der Visafreiheit für die Bundesrepublik und an ihrem Eintritt in die NATO und die Europäischen Union (EU) mit. Trotz anfänglichen Widerstandes des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, gelang es von Stetten durchzusetzen, dass die diplomatischen Beziehungen zwischen den Baltenrepubliken und Deutschland schnell wiederhergestellt wurden.

Die Ereignisse des sogenannten „Blutsonntags“ in Vilnius im Januar 1991 hatten 14 Tote und viele Verletzte zur Folge. Auch hier konnte die Deutsch-Baltische Parlamentariergruppe im Bundestag Hilfeleistungen in der Größenordnung von 200.000 DM zur Verfügung stellen, bis der litauische Staat den Opfern des Putschversuchs sowjetischer Militärs Hilfe leistete.

Dankbare Hilfe beim Aufbau der diplomatischen Beziehungen

Als Erstes wurden im Oktober 1991 mit lebenskräftigem Beistand von Stettens im Bonner Zentrum, Bertha-von-Suttner-Straße 1-7, Informationsbüros für Estland, Lettland und Litauen gegründet. Alle drei Staaten, denen es 1991 gelungen war, mit singenden Revolutionen die sowjetische Okkupation zu beenden und ihre Unabhängigkeit wieder herzustellen, waren anfangs in der damaligen Hauptstadt Deutschlands am Rhein gemeinsam in einer Dreizimmerwohnung untergebracht. Dank von Stettens unbeirrter Vermittlungsarbeit, konnten die Baltenrepubliken 1992 und 1993, bald nach der Neuerstellung der diplomatischen Beziehungen, eigene Botschaftsräume beziehen. Dort war der Politiker stets ein gerne gesehener Gast sowohl bei dem Botschafter Tiit Matsulevits (Estland) als bei Egils Levits (Lettland) und Vaidotas Antanaitis (Litauen). Seine Hilfsbereitschaft, sein trockener Humor und sein herzliches Lachen sind allen Mitarbeiter-Pionieren der Botschaften bis heute in Erinnerung geblieben.

Der Jubilar kümmerte sich zudem um humanitäre Hilfe für die Überlebenden des Holocaust in Litauen und Lettland und konnte mit Spendenaufrufen und persönlicher Hilfe über 600.000 DM an etwa 350 jüdische Überlebende verteilen, bis die Bundesrepublik Allen eine kleine Rente zubilligte.

Seit 2004 ist Wolfgang von Stetten Honorarkonsul von Litauen in Baden-Württemberg. Sein Büro befindet sich in Künzelsau (Hohenlohekreis) unweit von Stuttgart. Als Honorar-Diplomat hat er sich mit viel Einsatzbereitschaft um sogenannte "Wolfskinder" gekümmert. Als „Wolfskinder“ werden Kinder benannt, die in Ostpreußen am Ende des Zweiten Weltkrieges eltern- und heimatlos geworden waren. Um während der Kampfhandlungen und in den ersten Nachkriegsjahren dem Hungertod zu entkommen, waren die „kleinen Deutschen“ in die baltischen Staaten geflüchtet. In Litauen nennt man sie „vokietukai“. Durch die Annahme der litauischen Staatsbürgerschaft 1991 verloren sie nach deutschem Recht die bis dahin noch geltende deutsche Staatsbürgerschaft, und es waren bürokratische Hürden zu überwinden, bis sie in der Bundesrepublik wieder eingebürgert wurden. Mit persönlichen Aufwendungen und mit Hilfe von deutschen Rotary-Clubs und der internationalen Gastronomiegesellschaft Confrérie de la Chaîne des Rôtisseurs wurden rund 400.000 DM aufgebracht. Mehrmals hat von Stetten jeweils 40 dieser Wolfskinder nach Deutschland eingeladen.

Bewegtes Leben

Freiherr von Stetten kam am 22. Januar 1941 in Niederwartha bei Dresden als viertes Kind des Ehepaares Kurt und Hedwig von Stetten zur Welt. Der Familienvater ist kurz nach der Geburt des Jungen auf Kreta gefallen.

Sein Abitur legte er 1961 in Münster ab und ging danach nach Köln, wo er Volkswirtschaft studierte. Ab 1964 baute von Stetten einen landwirtschaftlichen Betrieb auf, der sich auf Züchtung, Schlachten und Vermarktung von Truthähnen spezialisierte – damals ein Novum. Dem Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Würzburg folgte die Promotion zum Dr. jur. Utriusque, danach arbeitete der Jubilar als Richter bei den Amts- und Landgerichten und als Professor für Handels- und Wirtschaftsrecht. Ab 1990 war er zwölf Jahre lang Direktkandidat im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Christian von Stetten (45).

Heute ist der Freiherr nicht nur Honorarkonsul, sondern auch erfolgreicher Unternehmer mit 160 Mitarbeitern, spezialisiert auf Altersruhesitze im Schloß Stetten in Künzelsau und in Bad Mergentheim. Auch der Politik ist der Adlige treu geblieben, man trifft ihn immer auf CDU-Parteitagen, denn seit 2005 führt er die Seniorenunion des Bundeslandes Baden-Württemberg. Die Gruppe hat 4500 Mitglieder.

Wolfgang von Stetten ist seit 46 Jahren glücklich mit seiner Frau Silvia, einer Schweizerin, verheiratet. Das Paar hat drei Kinder. (Deutsche Bearbeitung: Thomas Michael)

Foto: © Das Baltikum-Blatt / AWSiebert

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