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Burka-Hysterie im Baltikum

BurkaträgerinnenEstnische und lettische Pläne, Muslimen das Tragen der Burka zu verbieten, spalten die Öffentlichkeit: Die Einen erachten es als wichtig zum Erhalt der örtlichen Identität, während Andere den Aufwand an Diskussionen in Ländern, in denen das Kleidungsstück (das der vollständigen Verschleierung des Körpers dienen soll) unbekannt ist, für unnötig halten.

Der lettische Justizminister Dzintars Rasnačs hält ein Verbot für nötig, nicht weil die öffentliche Sicherheit gefährdet sei, sondern um die lettische Kultur zu bewahren, so die Zeitung Baltic Times. Die neue Regelung, die die Regierung noch nicht abgesegnet hat, würde das Tragen der Burka im öffentlichen Raum vollständig verbieten.

Im benachbarten Estland hinterfragt die muslimische Gemeinschaft das Verbot, zumal sehr wenige Frauen überhaupt einen Hijab (einen Schleier, der Kopf und Brust bedeckt) tragen, noch weniger eine Burka. Dies berichtet Lembi Treumuth vom Islamischen Zentrum in Tallinn den Baltic Times. Er klagt in der Diskussion über Verschwendung von Zeit, die für Wichtigeres gebraucht würde. Der Generalsekretär des estnischen Außenministeriums Rainer Saks hält die Diskussion für verfrüht, das Anliegen müsse erst genauer untersucht werden.

Litauen hatte, so der Vorsitzende des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates im Parlament Arturas Paulauskas, ein Burka-Verbot schon 2015 auf dem Gipfel der Flüchtlingskrise als Sicherheitsmaßnahme erwogen. Nach Ansicht der Zeitung The Economist könnte die Vorsicht im Umgang mit islamischer Kleidung ein Nebenprodukt einer allgemeinen Ablehnung gegenüber Aufnahmequoten sein. Paulauskas’ Vorstoß wurde indes in großem Stil als absurd abgetan. Das Blatt zitiert den Justizminister des Landes Juozas Bernatonis, demzufolge dieser noch keine einzige Muslimin gesehen habe, die ihr Gesicht bedeckt.

Obwohl die baltischen Länder den europäischen Quotenrichtlinien im Prinzip zustimmen, denen zufolge sie zusammen 2000 Asylsuchende aufnehmen sollen, kritisieren sie den Zwang der Quotierung. In der Öffentlichkeit ist die Akzeptanz von Flüchtlingen gering.

Litauische Kirchengemeinden haben die Aufnahme aus Syrien und dem Irak zugeflohener Christen finanziell unterstützt. Die Slowakei, deren Premierminister ein erklärter Gegner einer Immigration von Muslimen ist, hat ebenfalls christliche Familien aufgenommen, genau so wie die Tschechische Republik. (Quelle: Eesti Elu, Bearbeitung: Thomas Michael)

Foto: Steve Evans / Wikipedia

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