Ad-Test
Google+
Diese Website selbst verwendet Cookies nur zur Funktionaltät. Die Cookies der
Werbepartner können werberelevante Informationen sammeln und weiterleiten.


Bundeswehr beendet ihre Beteiligung am Air Policing Baltikum der NATO

 

Ämari, Fliegerhorst; Nato Ämari, Fliegerhorst; Nato Nach rund viereinhalb Monaten Einsatz beendete die Bundeswehr am 7. Januar ihre insgesamt siebte Beteiligung am Air Policing Baltikum der westlichen Verteidigungsallianz NATO, berichtet das Bundeswehr-Journal-Online. Derzeit sichert turnusgemäß die belgische Luftwaffe die Außengrenze des Militärbündnisses. Die Bundesrepublik hat indes auch für das aktuelle Jahr die Beteiligung am Air Policing angekündigt und wird aufgrund dessen im kommenden Herbst wieder im estnischen Ämari ihre Zelte aufschlagen.  

Der Wachwechsel in Ämari von Deutschland an Belgien fand in Gegenwart hochrangiger Militärs aus den beteiligten Ländern statt, an der Spitze der belgische Air Chief Generalmajor Frederik Vansina und der deutsche Generalleutnant Joachim Wundrak. Dabei war auch der Verteidigungsminister Estlands, Hannes Hanso und der Befehlshaber der estnischen Streitkräfte, Generalleutnant Riho Terras.

Auf der Militärbasis in Estland waren insgesamt 180 Bundeswehrangehörige und fünf Eurofighter-Kampfflugzeuge des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 „Boelcke“ aus Nörvenich (Nordrhein-Westfalen) stationiert gewesen. Beim aktuellen Einsatz führte die Bundeswehr im Baltikum insgesamt 328 Einsatzflüge durch. Dabei wurden mehr als 30 russische Flugzeuge durch internationalen Luftraum begleitet. Etwas mehr als 30 dieser Einsätze erfolgten nach einem „scharfen“ Alarmstart. Die deutschen Piloten waren auch nachts unterwegs, da die Maschinen erstmals mit Nachtsichtgeräten ausgestattet worden waren.

Es ist davon auszugehen, dass russische Militärflugzeuge auch weiterhin im Baltikum aktiv sein werden. Die Westgrenzen der baltischen Staaten berühren die Luftkorridore, die russische Maschinen für die Flüge nach und von der Exklave Kaliningrad nutzen.

Die NATO bewacht den Luftraum über Estland, Lettland und Litauen seit 2004. Die drei Ostsee-Staaten arbeiten zwar im radargestützten militärischen Luftraumüberwachungssystem BALTNET (Baltic Air Surveillance Network) eng zusammen, sie besitzen jedoch keine eigenen Kampfflugzeuge. Die Beschaffung der Militärjets wäre schlicht zu teuer. Schätzungen zufolge würde der Kauf der Kampfjets rund 1,5 Milliarden Euro kosten. Das knappe Verteidigungsbudget wird deshalb in andere Verteidigungsprojekte – beispielsweise den trinationalen Marineverband Ostsee der baltischen Staaten (Baltic Naval Squadron, BALTRON) oder BALTNET – angelegt. Für die Einsätze anderer NATO-Luftstreitkräfte zahlten die baltischen Länder bis Ende 2015 jährlich jeweils rund 3,5 Millionen Euro. Im Gespräch ist allerdings eine Erhöhung der Zahlungen bis zu fünf Millionen Euro pro Staat.

Die Verantwortung für die Sicherung des baltischen Luftraums teilte sich die deutsche Luftwaffe seit Ende August 2015 mit dem NATO-Bündnispartner Ungarn. Die ungarische Luftwaffe war im litauischen Šiauliai mit vier JAS-39 Gripen aufgestellt. Die Ungarn übergaben die Luftraumschutzaufgaben am 7. Januar an Spanien, das vier Eurofighter nach Litauen abkommandiert hat. Belgien, das jetzt den Staffelstab der Luftraumsicherung über den Baltikum von der Bundesrepublik übernommen hat, ist in Ämari mit vier F-16 Fighting Falcon vertreten. (asie/tmich)

Quelle: Bundeswehr Journal

Foto: Estnische Streitkräfte / Presse

Folgen Sie uns auch auf Facebook und Twitter ,um immer auf dem Laufenden über Nachrichten aus aller Welt zu bleiben.