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Rainis – Festschrift zum 150. Geburtstag

Lettischer Schriftsteller RainisLettischer Schriftsteller RainisVon Babette von Sass, Berlin

Im Jahr der lettischen Präsidentschaft des Europarates stellte die Botschaft der Republik Lettland eine Festschrift „Das goldene Ross“ zu Ehren des 150. Geburtstages des bekanntesten Schriftstellers des Landes, Rainis (1865-1929), vor. Er hieß eigentlich Jānis Pliekšāns und gilt als wichtigster Schriftsteller seines Heimatlandes. Zusammen mit engagierten Letten, wie Leonija Wuss-Mundeciema, hat „Der Deutschbaltisch-Estnische Förderverein e. V.“ das Buch herausgegeben.

Am Donnerstag (23. April) fand in der diplomatischen Vertretung Lettlands in Berlin eine Präsentation des Werkes statt. Viele Gäste waren erschienen und füllten den Saal. Ein anspruchsvolles Programm, das den Lebensweg und das Werk des Dichters vorstellte, gab den Anwesenden einen tiefen Einblick in die Person des Schriftstellers, der auch als Übersetzter und Politiker tätig war, in sein großes Schaffen.

Die Begrüßungsansprachen hielten die Missionschefin Elita Kuzma, Historiker Dr. Thomas Lindner ( BKM-Bonn) und Babette Baronin von Sass (Vorsitzende des Deutschbaltisch-Estnischen Fördervereins).

Professor Dr. Nollendorfs aus Riga schilderte umfassend das bewegte Leben von Rainis, der am 11. September 1865 im Haus Varslavani/Dunava geboren wurde. Nollendorfs berichtete über seine große Dichtkunst, seine unzähligen Übersetzungen aus dem Deutschen und weiteren anderen Sprachen ins Lettische und seinen Einsatz für die Selbstständigkeit Lettlands. Eine vertraute Lebensgefährtin fand Rainis in der Dichterin Aspazija (Elza Pliekšāne, geborene Rozenberga). Sie inspirierten sich gegenseitig.

Rainis studierte in St. Petersburg Rechtswissenschaften, später lebte er in Berlin, wo er begann Johann Wolfgangs von Goethes „Faust“ ins Lettische zu übersetzen. Wieder zurück in Riga kam er ins Gefängnis, weil er sich gegen das russische Zarenregime wandte. Nach seiner Entlassung emigrierte er mit seiner Frau unter falschem Namen in die Schweiz, wo er 14 Jahre blieb. Dort schrieb er das „Das goldene Ross“, das er einem estnischen Märchen entnahm und zu einem Theaterstück verwandelte.

Leonija Wuss-Mundeciema (Berlin) berichtete über die Verwurzelung des Dichters in der lettischen Folklore und der deutschen Kultur und seiner Vision des Friedens. Rainis hat verstanden das Geschehen in diesem Drama, das sich mit Leben, Tod, Liebe und schwierigen Situationen des Menschen befasst, so darzustellen, dass es bis heute nicht an Aktualität verloren hat. Seine hervorragenden Deutschkenntnisse veranlassten ihn sehr viel deutsche Literatur ins Lettische zu übersetzen. Die Wechselwirkungen der deutsch-lettischen Literatur brachten dem lettischen Leser die Weltliteratur näher und somit auch Europa.

Der Berliner Schauspieler Markus Kunze trug eindrucksvoll Passagen aus dem „Goldenen Ross“ vor. Moreno Bernasconi aus der Schweiz sprach über den Aufenthalt des Dichterehepaares in in Castagnola/Lugano. Die Veranstaltung wurde musikalisch eingerahmt von Violistin Monta Wermann. Der Chor der Letten Berlin beendete das Event zu Ehren von Rainis`.

Mit Wein, Buffet und Gesprächen endete das Treffen in der Botschaft. Der Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) auf Grund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, sei für die finanzielle Unterstützung herzlich gedankt. Die Festschrift ist im Buchhandel erhältlich. (Verlag Isensee Oldenburg).

Bild: Wikipedia / Autor unbekannt

 

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