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Litauen erklärt sich vor 25 Jahren erneut unabhängig

 

Staatspräsidentin Dalia Grybauskaitė hält die Festrede im Parlament, hinten in der Mitte Parlamentspräsidentin Loreta GraužinienėStaatspräsidentin Dalia Grybauskaitė hält die Festrede im Parlament, hinten in der Mitte Parlamentspräsidentin Loreta GraužinienėVor 25 Jahren, am 11. März erklärte Litauen als Erste der ehemaligen Sowjetrepubliken seine Ungebundenheit von Moskau. Zu den Jubiläumsfeierlichkeiten in Vilnius kamen junge Litauer in das Landesparlament (Seimas) und sangen litauische Volkslieder. Sie hatten bunte Landestrachten an. Die versammelte Menschen zeigten, wie glücklich sie mit ihrer wiedergewonnene Souveränität waren.

Die Staatspräsidentin Dalia Grybauskaitė und die Parlamentspräsidentin Loreta Graužinienė hielten die Festreden im Parlament.

Die Freude wurde jedoch von Sorge vor einem möglichen erneuten Einmarsch der Kreml-Truppen überschattet. Litauens Außenminister Linas Antanas Linkevičius war nach Washington unterwegs, um sich dort den Beistand durch die USA einzuholen. Litauen ist, wie auch seine baltische Nachbarn Lettland und Estland seit 2004 Mitglied des westlichen Verteidigungsbündnissen NATO. Das offizielle Vilnius wünscht sich Angesichts der Krise in der Ost-Ukraine jedoch mehr Hilfe aus Washington bei der Beendigung des militärischen Konflikts zwischen der Ukraine und Russland.

Das größte baltische Land zählt bei der Sicherheit aber nicht nur auf seine Alliierten. Für die kommenden fünf Jahre ist die Einführung der Wehrpflicht geplant. Jährlich sollen 3.500 junge Männer rekrutiert werden. Grybauskaitè begründet diese Entscheid damit, dass das Land keine Beistand durch NATO-Soldaten aus anderen Staaten fordern könne, solange es sich nicht selbst helfen kan.

Info:
Am 11. März 1990 hatte das litauische Parlament die sowjetische Konstitution auf dem Territorium Litauens für nichtig erklärt. Damit war die Abspaltung von der Sowjetunion beschlossen. Die Nachrichten aus Vilnius haben dem damaligen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow nicht gefallen. Er wollte Litauen in seinem Sowjetreich behalten. Der Kreml verhängte gegen das Land eine Handelsblockade, unter anderem wurde Litauen nicht mehr mit Erdgas beliefert. Mit dieser Maßnahme wollte Moskau Vilnius erpressen und zur Rückkehr in die UdSSR zwingen. Doch die Litauer gaben nicht auf. Am 13. Januar 1991 fuhren dann die sowjetische Panzer in die Hauptstadt ein. Vor dem Parlamentsgebäude fielen Schüsse, es gab 14 Tote und mehr als tausend Verletzte. Der Tag ist als Vilniusser Blutsonntag in die Geschichte eingegangen und zeigte, dass die gewaltsame kommunistische Unterdrückung auch in der Zeit von Perestroika (Umgestaltung) und Glasnost (Transparenz), den Gorbatschow eingeführt hatte, noch wirksam war.

Diese Tatsache wird von Bundesrepublik, die gerne Gorbatschow als Vater der deutschen Wiedervereinigung feiert, leider vergessen.

Die Republik Litauen hat ihre Unabhängigkeit gemäß dem Stalin-Hitler Pakt vom 23. August 1939 verloren, das Land wurde am 15. Juni 1940 von Roten Armee annektiert und gewaltsam der Sowjetunion angegliedert. Nach der nachfolgenden kurzen deutschen Besatzung okkupierten 1944 die Truppen des sowjetischen Diktators Jossif Stalin Litauen erneut. Das Land blieb bis 1991 unter Herrschaft von Moskau.

Foto: Präsidialamt Litauens

 

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