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Elemente des russischen Hybridkriegs in Lettland sichtbar

Riho Terras (Mitte) bekommt von Präsident Ilves (rechts) neue SchulterklappenRiho Terras (Mitte) bekommt von Präsident Ilves (rechts) neue Schulterklappen

Die lettische Regierungschefin Laimdota Straujuma teilte mit, dass einige Elemente des russischen Hybridkrieg in Lettland schon sichtbar geworden sind. Ein Beispiel davon seien es die Ereignissen, die im staatlichen Informationsraum auftreten.

„Wir beobachten die Aussagen einigen russischer Beamte über die Verletzungen der Menschenrechte in Lettland. Das kann man als eines der Elemente des Hybridkriegs ansehen. Unsere Sicherheitsorgane sind alarmiert und bereit Cyberattacken und anderen Provokationen kraftvoll zu entgegnen,“ erklärte Ministerpräsidentin in einem Interview für das Fernsehkanal LNT.

Von den drei baltischen Staaten hat Lettland die größte russischsprachige Minderheit, deren Führer der Bürgermeister von Riga, Nils Ušakovs, ist. In regelmäßigen Abständen versucht Russland immer wieder der Weltöffentlichkeit klar zu machen, dass die Menschenrechte der russischsprachigen Bevölkerung verletzt werden. Konkrete Beweise dafür werden jedoch nicht präsentiert.

Terras: Estland bereitet sich seit Jahren vor
Estland erlebte im Jahr 2007 eine massive Cyberkriegsattacke. Damals wurden ab dem 26. April um 10 Uhr Behörden, Banken, Medien und Firmen in Wellen durch so genannte DDoS-Attacken (Distributed Denial of Service) aus dem Netz sabotiert. Die Strategie der Angreifer war einfach: Sie überschwemmten die Webserver mit einer Welle von Anfragen bis sie unter der Last der Spams abstürzten und legten damit Router und jene Teile des Netzwerkes lahm, die den Verkehr im Internet regeln. Estland schätzte den verursachten Schaden auf Dutzende von Millionen Euro. Man geht davon aus, dass Russland hinter dem Angriff steckte. Seit damals steht das Thema Cyber-Verteidigung ganz oben auf der Agenda, und die Mitgliedstaaten des westlichen Verteidigungsbündnissen NATO haben in Tallinn eine Exzellenzzentrum für die gemeinsame Cyber-Verteidigung ( CCD COE) gegründet, um solchen Attacken in der Zukunft entgegnen zu können. Der erste Leiter der neuen Verteidigungseinrichtung war Kolonel Ilmar Tamm, der seit 2013 den Generalstab des Verteidigungsunion lenkt.

Der Cyberspace wurde nach Land, Meer, Luft und Weltall zum fünften Kampfgebiet erklärt. Ein Angriff mit virtuellen Waffen wird einem mit Bomben und Raketen durchgeführten gleich gestellt und als kriegerischer Akt angesehen. In Deutschland ist für Cyberattacken das Nationale Cyber-Abwehr Zentrum (NCAZ) zuständig.

Im gleichen Jahr 2007 kam es am 27. April in Tallinn wegen Entfernung eines umstrittenen sowjetischen Kriegsdenkmals zu großen, teils blutigen Unruhen und Plünderungen der Geschäfte, dabei kam ein junger Russe ums Leben. Sein Mörder wurde bis heute nicht gefunden. Bis zu 60 Personen wurden verletzt. Moskau, das bis heute behauptet, Estland sei nach dem Zweiten Weltkrieg nicht okkupiert worden, protestierte lange gegen den Umzug des Denkmals, einem bronzenen Soldaten, aus der Stadtmitte auf einen Soldatenfriedhof. Als Reaktion auf den zum Teil harten Polizeieinsatz, mit dem die Beamten einen Zusammenprall zwischen den Gegnern und Befürworter verhindern wollten, verlangte Russland den Abbruch der diplomatischen Beziehungen. Doch auch hier wird vermutet, dass die Drahtzieher der Ereignisse in Moskauer Kreml sitzen.

Vor einigen Tagen hat der Chef der estnischen Streitkräfte, Generalleutnant Riho Terras nach der Warnung des früheren NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen berichtet, dass sich Estland schon einige Jahre auf einen Hybridkrieg vorbereitet. Deswegen gibt es auch kein Grund zu Panik. „Zur Zeit ist alles ruhig. Der russisches Informationskrieg gegen die baltischen Staaten dauert schon viele Jahre an. Russland will verschiedene Infokanäle beeinflussen. Doch einen akuten Gefahr sehe ich nicht,“ erklärte Terras, der am 9. Februar vom Staatspräsidenten Toomas Hendrik Ilves die Schulterklappen des Generalleutnant überreicht bekommen hat.

Der Befehlshafer der Streitkräfte Estlands studierte unter anderem an der Bundeswehrakademie in München und war an der estnischen Botschaft in Berlin als Militärattaché tätig.

„Wenn der Gegner Diplomatie, Wirtschaft, Informationskrieg und Militärgerät zusammen benutzt, wird diese Handlung heute als Hybridkrieg genannt,“ erklärte Terras. (asie)

Foto: © Ardi Hallismaa (Estnische Streitkräfte) / Präsidialamt Estlands

 

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