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Geheime Videos aus litauischen Pelztierfarmen

Nicht artgerecht gehaltene Pelztiere in LitauenNicht artgerecht gehaltene Pelztiere in LitauenAm 28. Oktober wurde in Litauen heimlich gefilmtes Videomaterial aus Pelztierfarmen veröffentlicht. Die Tierschützer haben in zwölf litauischen Farmen gedreht. Die Bilder zeigen schockierende Szenen über Tiere, die in viel zu kleinen Käfigen und unhygienischen Bedingungen leben müssen. Der Film wurde von dem Tierschutzverein Tušti Narvai (auf Deutsch: Leere Käfige) angefertigt. Das brisante Material wurde den litauischen Polizei übergeben.

Laut dem Chefveterinär des litauischen Veterinäramts, Giedrius Blekaitis ist in dem Videofilm deutlich zu sehen, dass die Tiere in zu kleinen Käfigen gehalten werden. „Wenn es viele verletzte Tiere gibt, müsste man Pelztierhaltung in Farmen verbieten,“ sagte Blekaitis.

Der Farmbesitzer des Unternehmens Northern Fox, Vitas Palaitis brachte vor, dass die in dem Film gezeigte Tiere nicht ihm gehören: „Heutzutage ist möglich Videos zu montieren. In westlichen Ländern, zum Beispiel in Dänemark, wird das immer getan,“ kommentierte Palaitis das skandalöse Videomaterial aus seiner Pelztierfarm.

Analoges Material in Estland
Vor einem Jahr hat die estnische Organisation „Loomade nimel“ (auf Deutsch: „Im Namen der Tiere“) analoges Videomaterial über die Pelztierfarmen im Land veröffentlicht. Das Material führte zu Gerichtsprozessen, deren Ziel es war, die Tierpelzfarmen ganz zu verbieten. Pelztiere sind wilde Tiere, deswegen nicht dafür geeignet in Käfigen zu leben. Käfighaltung verursacht bei den Tieren einen großes Leiden. In vielen Ländern ist es verboten, wilde Tiere im Käfigen zu halten. Laut einer Umfrage sind 59 Prozent der Esten gegen eine Pelztierhaltung in der Farmen.

Mit Rücksicht auf die Pelztierhalter galten jedoch aus der Sicht des deutschen Tierschutzes viel zu lange Übergangsvorschriften: So sollten die vorgeschriebene Käfighöhen sowie Schwimmbecken für Nerze und Grabemöglichkeiten für Füchse erst zehn Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung zur Pflicht werden. Die Gehegegrundflächen hätten ab Dezember 2011 größer sein müssen. Die in Deutschland verbliebenen Nerzfarmer haben diese Vorgaben aber ignoriert und haben stattdessen gegen die Verordnung geklagt. Bis heute wurde keine höhergerichtliche Entscheidung dazu getroffen.SilberfuchsSilberfuchs

Situation in anderen europäischen Ländern
In Österreich und England ist dem deutschen Tierschutzbund zufolge die Haltung von Pelztieren zum Zweck der Pelzgewinnung verboten. Dänemark hat 2009 das Züchten und Töten von Füchsen zur Pelzgewinnung verboten, allerdings mit Übergangsfristen. Fuchs- und Chinchillafarmen sind in den Niederlanden seit 2008 verboten. Im Dezember 2012 hat der niederländische Senat für ein Verbot der gesamten Pelztierhaltung ab 2024 (Übergangsfrist) gestimmt.

2013 folgte Slowenien mit einem Verbot der Zucht, aber auch der Jagd von Tieren wegen ihres Fells, ihrer Häute oder ihrer Federn. Europaweit geben die Empfehlungen des Europarates für das Halten von Pelztieren aus dem Jahr 1999 eine grobe Orientierung, welche Anforderungen bei der Haltung dieser Tiere eingehalten werden sollten. Die Tierschützer kritisieren, dass sie wenig konkret und nicht weitreichend genug sind. Sie möchten ein generelles Verbot der Haltung und der Zucht von Pelztieren in Deutschland und der gesamten EU verbieten.

Fotos: aus YouTube-Video

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