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Deutschbaltisch-Estnischer Förderverein organisierte Studenten-Seminar in Lettland

SeminarveranstaltungVon Babette von Sass, Berlin

Das 12. Studenten-Seminar für lettische Studenten an der Universität des westlettischen Hafenstadt Liepāja (auf Deutsch: Libau) fand in diesem Jahr eine besonders große Beachtung.

Frau Zanda Gutmane, Vertreterin der Rektorin der Universität Liepāja, begrüßte die große Versammlung herzlich und bedankte sich für die jährlichen deutschen Aktivitäten. Studenten von Universitäten und Sprachinstituten aus ganz Lettland, ebenso interessierte Zuhörer waren angereist, um über die Geschichte der Letten in Verbindung mit den Deutschbalten informiert zu werden.

Professor Ilgvars Misāns, Professor Marite Jakowlewa und Professor Gvido Straube spannten einen weiten, historischen Bogen von der Christianisierung im 12. Jahrhundert, über die Polen-, Schweden- und Zarenzeit bis hin zur Entstehung des lettischen nationalen Erwachens im 19. Jahrhundert und der Revolution 1905. Es folgten Vorträge über die deutsche Sprache und ihre Bedeutung für Lettland von Dr. Ineta Balode und Studienrat Hans V. Peter.

Sehr anschaulich berichtete Christian Peplow aus Greifswald über „500 Jahre Hanse in Europa“. Dr. Tilman Plath, Greifswald, wissenschaftlicher Leiter des Seminars, erklärte den 1. Weltkrieg und ein gravierendes Ergebnis als Folge – die erste Selbstständigkeit Estlands und Lettlands. Über das „Geschichtsbewusstsein des 2. Weltkrieges in der Gesellschaft Lettlands“ referierte Dr. Janis Keruss.

Einen ganz besonderen Beitrag vermittelte Frau Renate Adolphi, Lüneburg allen Anwesenden. Sie erlebte die Umsiedlung der Deutschbalten 1939 aus Lettland und das Ende ihrer fast 800-jährigen Geschichte im Baltikum als 16-jährige Schülerin. Mit vielen Fotos unterstützt, schilderte Adolphi umfassend das damalige Geschehen. Ein Stück lebendige, erlebte Geschichte einer Zeitzeugin.

Das 12. Studentenseminar zeigte deutlich, wie wichtig noch immer die Vermittlung der gemeinsamen, baltischen Geschichte (Letten und Deutsche) an die junge Generationen ist. Auch konnte festgestellt werden, dass das Interesse an der deutschen Sprache wieder zugenommen hat.

Ganz neu ist, dass die lettischen Anwärter für das Studium zum Deutschlehrer ein Jahr lang intensiven Deutschunterricht an der Universität nehmen müssen, bevor sie mit dem Studium beginnen dürfen.

Die gute Zusammenarbeit mit der Universität und ihrer Vertreterin Elita Balcus sorgten für einen reibungslosen Ablauf aller Veranstaltungen und dem großen Erfolg dieser Tagung.

Jeder Student erhielt ein Zertifikat der Universität, das seine Teilnahme am Seminar bestätigte.

Der Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung Deutschland sei für die Finanzierung gedankt, die dieses wichtige Studenten-Seminar in Lettland ermöglicht hat.

Foto: © Babette von Sass

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