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Russischer Oligarch kauft im lettischen Jūrmala Grundeigentum

Grundbesitz von Alischer Usmanow in LettlandRusslands reichster Oligarch Alischer Usmanow hat mit seiner Frau Irina Winer-Usmanowa und seinem Sohn Anton im lettischen Kurort Jūrmala (deutsch: Rigastrand) für 3,9 Millionen Euro Grundeigentum erworben. Jūrmala ist ein Badeort am Rigaischen Meerbusen, 10 Kilometer südostlich von der lettischen Hauptstadt Riga. In der Stadt mündet der Fluss Lielupe in die Ostsee.

Wie die russische Ausgabe der lettischen Wirtschaftszeitung Dienas Bizness-Online berichtet, liegt die Villa von Familie Usmanow nur 100 Meter von der Ostsee entfernt. Das noble Landhaus ist vor neugierigen Blicken mit einem hohen Zaun versteckt. Zur Zeit wird das Anwesen für den Oligarchen-Clan renoviert. Der frühere Besitzer des Grundeigentums war der Präsident der Kosmetikfirma Dzintars, Ilja Gertschikow.

Von den Russen beliebt
In letzten fünf Monaten haben Ausländer in Jūrmala 163 Immobilien gekauft. Obwohl der Kreml-Chef Wladimir Putin ein Ukas (Gesetz) unterschrieben hat, nach den die Staatsbediensteten keine Immobilien im Ausland erwerben dürfen, werden Tag für Tag solche Geschäfte gemacht. Die Anschaffung wird dann offiziell zum Beispiel auf die Ehefrau eintragen. Reiche Russen bevorzugen es Ferienimmobilien in Bulgarien, Spanien oder Lettland zu kaufen. Zur Zeit haben 3000 Ausländer in Jūrmala einen Domizil gekauft. In dem schönen Kurort leben 57.000 Menschen.

Usmanow, Inhaber der USM Holding, ist Großaktionär der Metalloinvest und von Russlands größten Wirtschaftsmagazin Kommersant, Aktionär bei Mail.ru und Hauptbesitzer des Londoner Fußballclubs Arsenal. Der Usbeke führt die Forbes-Liste der Reichen seines Wahlheimatlandes Russland an. Sein Vermögen wird auf 18,6 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Geld stinkt bekanntlich nicht. Doch ob Jūrmala sich einen Gefallen tat, als sie dem neuen Feriengast mit zweifelhaften Ruf und KGB-Beziehungen die Villa zu erwerben erlaubten? Der ehemalige britische Botschafter in Usbekistan, Craig Murray, bezeichnete Usmanow als „schändlichen Schurke, Verbrecher, Heroin-Schieber und angeklagten Vergewaltiger”. 2007 wiederholte der EU-Parlamentsabgeordnete Tom Wise diese Anschuldigungen in Straßburg.

Wer ist dieser angeblich gefährliche Mann Alischer Usmanow?
Alischer Usmanow wurde 1953 in damaligen sowjetischen asiatischen Teilrepublik Usbekistan geboren. Er hat einen Abschluss des Moskauer Institut für Internationale Beziehungen. Die Absolventen waren im Regel regimetreu und galten als Kader für den diplomatischen Dienst der Sowjetunion. Als Spezialist für internationales Recht arbeitete der Russland-Usbeke in der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, beim Zentralkomitee des Jungkommunisten Komsomol in seinem Heimat Usbekistan und wurde schließlich Generaldirektor des Außenhandelskomitees der kommunistischen Propaganda-Vereinigung „Komitee zur Verteidigung des Friedens“. Doch die glänzende Positionen im sowjetischen Nomenklatura-Apparat konnten ihn anscheinend nicht schützen. 1980 wurde er zusammen mit einem Mitarbeiter der sowjetischen Geheimpolizei KGB, einem Sohn des Vize-KGB-Chefs von Usbekistan, von einem Militärgericht im Nachbarland Turkmenistan wegen Nötigung zu acht Jahren Arbeitslager verurteilt. Auch sein Vater, ein Staatsanwalt, verlor wegen den angeblichen Affäre des Sohnes seinen Posten. Im Jahr 2000 wurde Usmanow rehabilitiert. Es ist gut möglich, dass er, auf der sowjetischen Karriereleiter durchaus ein mächtiger Mann, jemanden zu mächtig geworden war. Die sowjetische Nomenklatura-Geschichte ist voll solche Schicksale.

Usmanow als Unternehmer
Während Michael Gorbatschows Perestroika machte Usmanow seine ersten Schritte als Unternehmer. Er war Vizepräsident des belgisch-usbekischen Joint-Ventures Vita, das in Hauptstadt Usbekistans, Taschkent fungierte. Zwei Jahre lang war der Usbeke (1995-97) der zweite Mann der Mapo-Bank. Danach arbeitete Usmanow an verschiedenen Stellen des Gazprom-Konzerns. Er handelte 2004 das Geschäft zwischen der in seiner Heimat herrschenden Familie Karimow und dem russischen Energieriesen aus, dem zufolge der Hauptteil des usbekischen Erdgases an Gazprom geliefert wird. Mit Leichtigkeit baute der Absolvent der Diplomatenschule nebenbei noch sein eigenes Metallimperium auf. Seine Energie reichte en passant auch noch für das Mediengeschäft. Ihm gehört der Verlag Kommersant, der die gleichnamige Tageszeitung und die Wochenmagazinen Kommersant-Wlast, Dengi und Awtopilot publiziert. Doch der Hunger nach mehr war damit noch nicht gestillt. Vor kurzem kaufte er über von ihm kontrollierte Firmen das Verlagshaus Sekret Firmy. Zu dem Unternehmen gehört das gut gelesene Internetportal gaseta.ru.

Die Steile Karriere von Usmanow zeigt vor allem eins – er kann sich jedem System anpassen. Sein schneller Aufstieg in der Sowjetunion und seine Aufnahme in die begehrte Diplomatenschule zeigte seine ununterbrochene Treue zu den kommunistische Machtinhabern. Sein Weg zu einem Oligarchen ist nicht nur seinem Geschäftsgeist, sondern ebenso seiner Loyalität, diesmal zum Kreml-Chef Wladimir Putin zu verdanken. Ohne gehorsam zu sein ging es in der Sowjetunion nicht und geht auch in Putins Russland nicht.

Der Mann mit sowjetischer Diplomatenausbildung ist vom Natur aus schweigsam. Als er 2007 über das Sotheby´s-Aktionshaus die Kunstsammlung des legendären Cellisten und sowjetischen Regimekritikers Mistislaw Rostropowitsch und seiner Frau, Sopranistin des berühmter Bolschoi-Theater, Galina Wischnewskaja für 100 Millionen Dollar kaufte, um diese dem Moskauer Puschkin-Museum zu schenken, stand er in der Schlagzeilen.

Die Gemahlin des Milliardärs ist Irina Winer. Sie trainiert die russische Nationalmannschaft der rhythmischen Gymnastik. Das Paar hat zwei Kinder.

Foto: www.jurmala.lv

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