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Esten und Letten erinnern an gemeinsamen Sieg im Schlacht von Wenden

Militärparade im Zentrum von CēsisMilitärparade im Zentrum von CēsisVor 95 Jahren gelang es Esten und Letten in der nordlettischen Stadt Cēsis (Estnisch: Võnnu, Deutsch: Wenden) die Deutschen zu besiegen. Die Schlacht von Wenden fand vom 19. bis 23. Juni 1919 während der Freiheitskrieg der baltischen Ländern zwischen estnisch-lettischen Truppen und der durch deutsche Freikorps verstärkten Baltischen Landeswehr statt.

Zum 95. Jahrestag der gemeinsamen Sieg im Wenden haben die Präsidenten beiden Staaten, Andris Berzinš und Toomas Hendrik Ilves im Zentrum von Cēsis die Militärparade abgenommen.

Gemeinsamer Kampf für Souveränität
Lettland hatte, wie auch Estland, 1918 nach dem Ersten Weltkrieg seine Souveränität erklärt. Das baltisches Land war jedoch nicht in der Lage, sich gegen Roten Lettischen Schützen zu verteidigen. Die roten Truppen konnten mit Hilfe der russischen Bolschewiki am 4. Januar 1919 die Hauptstadt Riga erobern und wollten nun weiter in Richtung Ostpreußen marschieren. Diese Bedrohung brachte die Letten und Deutsch-Balten, eine Minderheit im Lande, zusammen. Es gelang ihnen, die Truppen des ersten Sowjetführers Wladimir Lenin zurück zu schlagen. Doch die Parteien der jungen lettischen Republik konnten sich nicht einigen. Nach einem Militärputsch setzten die Deutsch-Balten eine neue Regierung unter Andrievs Niedra ein, um so ihre früheren Herrschaftsansprüche aufrechtzuerhalten.

Nach der Beseitigung der Bedrohung aus Sowjetunion brachen noch andere Allianzen zusammen. England und Estland unterstützten weiterhin die von Deutsch-Balten abgesetzte parlamentarische Regierung in Lettland. Doch die deutsche Minderheit wollte ihre Privilegien nicht abgeben und so marschierte die Landeswehr Anfang Juni 1919 ins nördliche Lettland, welches von den Esten besetzt war. Die Estnische Armee wurde von den Engländern durch Waffenlieferungen unterstützt. Unter estnischer Obhut hatte sich schon Anfang 1919 das lettische Nordkorps unter Jorģis Zemitāns gebildet. Die estnischen und lettischen Soldaten waren hochmotiviert, sie wollten gemeinsam gegen die ehemaligen deutsch-baltischen Herren zu kämpfen.

Am 21. Juni griff die Landeswehr von Cēsis an, doch zwei Tage später mussten die Truppen sich zurückziehen. Nach der gewonnenen Schlacht konnten die estnisch-lettischen Einheiten weiter auf Riga vorrücken. Am 3. Juli 1919 kam ein Waffenstillstand zustande. Nach der Unterzeichnung von Frieden von Strasdenhof konnte die gewählte parlamentarische Regierung in Lettland ihre Arbeit wieder aufnehmen. Die deutsche Besatzungsmacht wurde aufgefordert das Land zu verlassen, die russische Abteilung Lieven zur Judenitsch-Armee überführt.

Mit der Niederlage hatte die deutsch-baltische Minderheit ihre frühere Machtstellung endgültig verloren. Die Letten und Esten hatten ihre unabhängigen jungen Staaten bewahrt. Der 23. Juni ist noch heute staatlicher Nationalfeiertag in Estland.

Foto: © Estnische Nationalrundfunk www.err.ee

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